Kronberg (kb) – 2035 klingt nach Science-Fiction. Dabei sind es nur knapp zehn Jahre. Ein Kind, das heute in die Grundschule geht, ist dann vielleicht schon aus dem Haus. Wenn die Kronbergerinnen und Kronberger am 15. März wählen, geht es deshalb nicht nur um die nächste Legislaturperiode – sondern um die Frage, wie sich die Stadt in einem Jahrzehnt rasanten Wandels aufstellt: beim Klima, beim Wohnen, bei der Frage, wer sich das Leben hier noch leisten kann. „Wir glauben an eine positive Zukunft für Kronberg“, sagt Alexander Zock, Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Aber sie entsteht nicht, indem man sich an eine heile Vergangenheit klammert – sondern indem man jetzt die richtigen Entscheidungen trifft – und an die Zukunft glaubt.“
Wie konkret dieser Optimismus aussehen kann, zeigen die Grünen auch im Kino: Am Donnerstag, 12. März, läuft um 19 Uhr in den Kronberger Lichtspielen der preisgekrönte Dokumentarfilm „Tomorrow“ – Eintritt frei. Wer morgen gut leben will, muss heute handeln.
Kronberg 2035: Die Zahl der Hitzetage im Rhein-Main-Gebiet hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt. Trotzdem lässt es sich in Kronbergs Innenstadt aushalten – wo früher Asphalt die Hitze staute, gibt es heute schattige Plätze und offene Wasserflächen. Die Menschen sind mehr draußen, die Stadt fühlt sich lebendiger an als je zuvor. Kronberg hat sein Ziel der Klimaneutralität erreicht. Und weil man früh in Entsiegelung, Begrünung und kluge Regenwassernutzung investiert hat, ist die Stadt auch auf die langen Phasen von Hitze und Trockenheit vorbereitet, die anderswo für Probleme sorgen.
Vieles, was dem Klima hilft, macht die Stadt auch lebenswerter: Verkehrsberuhigung bedeutet weniger Lärm und sicherere Schulwege, Begrünung senkt die Temperatur und schafft Aufenthaltsqualität. „Klimaschutz ist kein Verzichtsprogramm, sondern ein Gewinn an Lebensqualität“, sagt Mechthild Schwetje, grüne Fraktionsvorsitzende. Die Grünen halten am Ziel der Klimaneutralität 2035 fest und setzen sich weiterhin für eine Stelle für Klimaanpassung in der Stadtverwaltung ein. Für die geplanten Gewerbegebiete haben sie konkrete Änderungsanträge eingebracht – mit Photovoltaik, Fassadenbegrünung und der Nutzung von Abwärme aus benachbarten Rechenzentren. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und anderen Parteien wollen die Grünen Kronberger bei der Installation von Solaranlagen unterstützen – damit die Energiewende nicht nur dem Klima hilft, sondern auch der Haushaltskasse.
Eine Stadt für alle
Kronberg 2035: Menschen, die in Kronberg arbeiten, können auch in Kronberg leben. Im Klimaquartier am Bahnhof und in Oberhöchstadt auf dem ehemaligen SGO-Gelände sind Wohnungen entstanden, deren Mieten sich auch eine Erzieherin leisten kann. Eine Genossenschaft verwaltet einen Teil der Gebäude. Kronberg ist immer noch kein günstiger Wohnort – aber es gibt wieder echte Möglichkeiten für Menschen, die nicht zur Einkommensspitze gehören.
Davon ist Kronberg heute weit entfernt. 14 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt, über 20 Prozent Anstieg in drei Jahren. „Eine Stadt, in der nur noch Spitzenverdiener leben können, verliert ihre Mischung – und damit ihre Lebendigkeit“, sagt Dr. Ulrike Rink, Kandidatin der Grünen. Die Grünen werden in der nächsten Legislaturperiode alles tun, um die Wohnbauprojekte am Bahnhof (Klimaquartier) und Altkönigblick voranzubringen. Zudem wollen sie prüfen, ob Kronberg von der Aufnahme in die Mietpreisbremse profitieren würde – Nachbarkommunen wie Kelkheim und Bad Homburg sind längst geschützt.
Ein Bahnhof, der zum Bleiben einlädt
Kronberg 2035: Am Bahnhof ist ein zweites Stadtzentrum entstanden – ein lebendiges Quartier mit Läden und Cafés, in dem Familien, Kunstinteressierte, Akademie-Studierende und alteingesessene Kronberger gerne Zeit verbringen. Durch den Fokus auf ÖPNV und Fahrrad ist die Verkehrsbelastung spürbar gesunken. Der Bahnhof ist ein kleiner Mobilitätshub geworden, an dem man vom E-Bike auf Bus oder S-Bahn umsteigt – oder noch einen Kaffee im Bahnhofsgebäude trinkt, das endlich wieder geöffnet ist.
Das sei keine Zukunftsmusik. Die Bauarbeiten am Bahnhofsvorplatz werden 2028 abgeschlossen sein, die anschließende Begrünung macht aus dem heutigen Durchgangsort einen schattigen, lebenswerten Platz. „Der Kronberger Bahnhof war lange genug Brache und Parkplatz für auswärtige Pendler“, sagt Kai Poerschke, Kandidat auf der grünen Liste. „Es ist an der Zeit, dass dieser Ort den Kronbergerinnen und Kronbergern zurückgegeben wird.“
Kronberg 2035 werde nicht mit hundertprozentiger Garantie zum Paradies. Aber wenn die Stadt klug investiere, Klimaschutz als Chance begreife und bezahlbares Wohnen nicht nur verspreche, sondern baue – dann sei dieses Zukunftsbild realistisch. Wenn jetzt die richtigen Entscheidungen fallen würden. „Wir Grüne glauben daran, dass wir hier etwas bewegen können, auch in Zeiten knapper Kassen“, sagt Alexander Zock. „Oft fehlen nicht die Mittel, sondern der Mut und die Kreativität. Das wollen wir ändern.“
Am Sonntag, 15. März, können alle Kronberger entscheiden, in welche Richtung die Reise geht. Kostenlose Tickets für die Filmvorführung von „Tomorrow“ in den Kronberger Lichtspielen können im Internet unter eveeno.com/264643727 gebucht werden.