Zeitreise durch ein Kita-Jahr der dreijährigen Kita-Victoria

Entsprechend ihres generationsübergreifenden Konzeptes wurde das Sommerfest der Kita Victoria nicht allein, sondern zusammen mit den Senioren aus der DRK-Tagespflege gefeiert. Fotos: privat

Kronberg (kb) – „Die kenne ich gar nicht!“ hört man immer noch, wenn man in Kronberg auf die Frage, in welche Kita „man“ denn gehe, mit „Kita Victoria“ antwortet. Das ist nicht nur verwunderlich, sondern gleichzeitig ein bisschen schade. Nicht nur, weil es die Kita in der Walter-Schwagenscheidt-Straße nun schon seit fast drei Jahren gibt, sondern auch, weil sie aufgrund ihrer Größe und ihres Konzeptes etwas Besonderes ist. Mit derzeit 18 Kindern, zwei pädagogischen Fachkräften, einer Aushilfskraft und der Leitung ist sie vermutlich die kleinste Kita in Kronberg. „Klein, aber oho“ könnte man sagen, denn das generationenübergreifende Konzept sucht sogar über die Grenzen Kronbergs hinaus seines Gleichen.

Vorstellen darf man sich darunter eine enge Zusammenarbeit mit der baulich angrenzenden DRK-Tagespflege und dem gegenüberliegenden Seniorenheim. An zwei Tagen gehen die Kinder zum Frühstück in die Tagespflege und das Mittagessen nimmt man täglich im Seniorenheim ein. Aber nicht nur die Mahlzeiten werden geteilt, es wird regelmäßig zusammen gebastelt, gespielt und gesungen. Da verwundert es nicht, dass sich sogar Schachfreundschaften zwischen „groß“ und „klein“ entwickeln, in denen man über das regelmäßige Schachspiel hinaus füreinander einsteht. Während aus Sicht der Senioren die Kinder für Abwechslung sorgen und „Leben in die Bude“ bringen, wird der Umgang mit älteren Menschen für die Kinder ganz normal, wie eine Mutter berichtet, die beim Besuch des Seniorenheims der Urgroßmutter feststellte, dass der größere Bruder sichtlich Berührungsängste hatte, wohingegen der kleine „Kita Victoria Gänger“ fröhlich und offen auf alle Senioren zuging und im ganzen Heim gute Stimmung verbreitete.

Die „Beschaulichkeit“ der Kita und das Konzept verleiten somit in jedem Fall dazu, den Vergleich zu einer „großen Familie“ zu ziehen.

Entsprechend wurde auch am vergangenen Samstag das Sommerfest der Kita nicht allein, sondern zusammen mit den Senioren aus der DRK-Tagespflege gefeiert. Das Salatbuffet, das es zu den Grillwürstchen gab, wurde – wie das in einer Großfamilie üblich ist – am Tag vorher gemeinsam zubereitet.

Das Fest selbst stand unter dem Motto „Zeitreise durch ein Kita-Jahr. Eine tolle Möglichkeit für die Kinder, das Jahr Revue passieren zu lassen und für die Eltern, noch einmal mehr als aus Erzählungen zu erfahren, womit sich ihre Kinder in den vergangenen Monaten beschäftigt haben.

Los ging es mit der Feuerwehr! An der Inbrunst, mit der die Kinder „Wir sind als allererste daaaa!“ sangen und sich beim Spritzpistolen-Dosenschießen ins Zeug legten, konnte man spüren, wie sehr ihnen dieses Projekt, das unter anderem einen Besuch bei der Kronberger Feuerwehr – mit Drehleitereinsatz – beinhaltete, Spaß gemacht hatte.

Zur Osterzeit hatte man sich dann mit dem Thema „Hühner“ befasst. Die Kinder haben einen Hühnerstall gebastelt, ein Eierfrühstück zubereitet und sind Fragen wie „Wie lang brütet eigentlich ein Huhn?“ und „Was passiert, wenn man ein Ei über Nacht in Essig legt?“ auf die Spur gegangen. Kein Wunder, dass am Sommerfest alle begeistert Hühnermasken bastelten und sich schon jetzt auf den anstehenden Ausflug zum Lernbauernhof freuen.

Auch sehr gut zu dem doch sehr heißen Tag passte das Projekt „Sonnenschutz Clown“ (initiiert von der Deutschen Krebshilfe), für dessen anschauliche Darstellung sich Erzieherinnen und Kinder besonders ins Zeug gelegt und ein musikalisch untermaltes Theaterstück vorbereitet hatten. Darin ging es um den Clown Zitzewitz, der völlig überarbeitet und ferienreif in den wohlverdienten Urlaub fährt, in Sachen „Sonnenschutz“ aber alles falsch macht und sich natürlich einen dicken Sonnenbrand einfängt. Zum Glück begleitet ihn sein Freund Zottelfloh, der ihm unter anderem erklärt, dass die Sonnenmilch nicht zum Trinken und der Hut nicht für den Winter ist. Das Abschiedslied „Alle Leut‘!‘“ kennen Senioren wie Kinder gut und singen es, als es später ans nach Hause gehen geht, für ihre Gäste gemeinsam.

Für alle Teilnehmer war es eine schöne Zeitreise durch ein mit viel Liebe zum Detail und großer Leidenschaft gestaltetes Kita-Jahr, das mit dem Sommerfest einen weiteren Höhepunkt fand.

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