Ajdin Maksumic bringt neuen Wind in die SGO

Stefan Gübert (2.Vorsitzender), Mirco Wichter (Betreuer), Ajdin Maksumic (Trainer Senio-ren), Thomas Nujiqi (Jugendleiter) und Lars Steier (Kapitän Senioren) (v. l. n. r.) freuen sich auf neue Herausforderungen. Foto: SG Oberhöchstadt

Oberhöchstadt (kb) – Mit Ajdin Maksumic präsentiert die SGO zur neuen Saison einen Trainer, der Fußball mit großer Leidenschaft lebt und klare Ambitionen mitbringt. Gemeinsam mit Betreuer Mirco Wichter wird der ehemalige Profi künftig die Geschicke der Mannschaft leiten.

Bei einem offiziellen Termin mit den Verantwortlichen wurden nicht nur die letzten Details der Zusammenarbeit geklärt, sondern auch bereits intensive Gespräche über die sportliche Ausrichtung und die Herangehensweise an die kommende Saison geführt. Schnell wurde deutlich, dass Verein und Trainer dieselben Ziele und Vorstellungen teilen.

Ajdin Maksumic bringt dabei nicht nur internationale Erfahrung als Spieler und Trainer mit, sondern auch eine klare Idee davon, wie seine Mannschaft auftreten soll: diszipliniert, mutig und mit Freude am Fußball. Im folgenden Interview spricht der neue SGO-Coach über seinen Werdegang, seine Fußballphilosophie und die Ziele mit der Mannschaft.

Tim: Hallo Ajdin, herzlich willkommen in der SGO-Familie. Wie waren deine ersten Eindrücke vom Verein und vom gesamten Umfeld?

Ajdin: Der erste Kontakt kam über Peter Ogrodnik und Thomas Nujiqi zustande. Mit beiden hatte ich sehr angenehme Gespräche, in denen sie mir viel über die Mannschaft und das Umfeld erzählt haben. Das hat mein Interesse geweckt, deshalb bin ich direkt am darauffolgenden Sonntag zum Heimspiel gekommen, um mir selbst ein Bild zu machen.

Auch wenn das Spiel nicht das beste war, habe ich vieles von dem gesehen, was mir vorher beschrieben wurde. Die Mannschaft ist diszipliniert, steht kompakt und bringt Charakter mit. Das sind Dinge, die mir extrem wichtig sind. Außerdem habe ich gesehen, dass in der Mannschaft noch viel Potenzial und Raum für Entwicklung steckt.

Tim: Welche Stationen hast du als Spieler und Trainer durchlaufen?

Ajdin: Ich bin 1985 in Bosnien geboren, damals noch Jugoslawien. Durch den Krieg mussten wir flüchten und kamen nach Deutschland in den Lahn-Dill-Kreis. Dort habe ich die Grundschule besucht und auch angefangen, Fußball zu spielen. Ich habe in der Hessenliga und für die Hessenauswahl gespielt, bevor ich später wieder nach Bosnien zurückgegangen bin.

Dort habe ich schon früh in meinem Heimatverein in der ersten Mannschaft gespielt und mit 17 Jahren den Schritt zum FK Sarajevo gemacht. In dieser Zeit war ich auch U19- und U21-Nationalspieler, zusammen mit Spielern wie Edin Džeko, Sejad Salihovic und Vedad Ibiševic. Damals gab es unter anderem Interesse vom HSV, ich habe mich am Ende aber für den Weg nach Russland entschieden.

Nach meiner Zeit in Russland bin ich zurück nach Sarajevo gewechselt und hatte dort sehr schöne Jahre. Danach folgten weitere Stationen, unter anderem in Bukarest, wo ich durch Verletzungen leider nicht richtig Fuß fassen konnte. Später hatte ich noch die Chance bei Dynamo Dresden, als Ralf Loose dort Trainer war. Das Probetraining lief sehr gut, aber am Ende kam der Wechsel aus verschiedenen Gründen nicht zustande. Danach habe ich meine aktive Karriere beendet.

Anschließend habe ich mich neu orientiert, meine Frau kennengelernt und bin wieder nach Deutschland gezogen. Nebenbei habe ich noch in der Hessenliga gespielt und später als Co-Trainer gearbeitet. Da habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir die Trainerrolle macht. Also habe ich meine Lizenzen gemacht und anschließend mehrere Stationen als Trainer übernommen.

Ich hatte immer das Ziel, mit meinen Mannschaften erfolgreich zu sein und oben mitzuspielen. Das ist uns auch mehrfach gelungen. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir hier gemeinsam etwas erreichen können. Die Gespräche mit der sportlichen Leitung haben mir gezeigt, dass Verein und Mannschaft ambitioniert sind und den Aufstieg wollen – und genau diese Ambitionen teile ich auch.

Wichtig war mir außerdem, dass ich genug Zeit für die Entscheidung hatte. Gerade mit Familie und zwei Kindern muss das Gesamtpaket stimmen. Ich denke, dass die Konstellation hier bei der SGO sehr gut zu meiner aktuellen Situation passt.

Tim: Welche Bedeutung hat Fußball für dich persönlich?

Ajdin: Fußball ist für mich alles. Zuhause läuft eigentlich nur Fußball. Meine Frau und meine Freunde sagen manchmal schon, dass ich nur über Fußball rede. Ich bin einfach komplett fußballverrückt.

Tim: Du übernimmst die Mannschaft nach zehn Jahren unter deinem Vorgänger Joachim Hans – eine beachtliche Zeit.

Ajdin: Ich möchte Joachim ausdrücklich loben. Zehn Jahre bei einem Verein sind heutzutage alles andere als selbstverständlich. Man merkt, dass hier über Jahre sehr gut gearbeitet wurde. Die Mannschaft ist eingespielt, organisiert und diszipliniert. Für jeden Nachfolger ist es ein großer Vorteil, in ein funktionierendes und gut gepflegtes System zu kommen.

Tim: Welche Spielidee oder Fußballphilosophie steht für dich als Trainer?

Ajdin: Ich liebe Fußball mit Leidenschaft und genau das möchte ich meiner Mannschaft vermitteln. Die Spieler sollen nach einem Spiel nach Hause gehen und sagen: „Das hat Spaß gemacht.“ Natürlich wird nicht immer jedes Ergebnis passen, und auch nicht jeder auf der Tribüne wird immer zufrieden sein. Aber wenn meine Mannschaft gerne Fußball spielt und sich auf dem Platz wohlfühlt, dann weiß ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Ich bin, was Fußball angeht, wahrscheinlich immer noch ein kleiner Junge. Wenn meine Mannschaft guten Fußball spielt, dann macht mich das glücklich.

Tim: Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben? Eher streng oder locker?

Ajdin: Ich erwarte viel von meinen Spielern. Neben dem Platz bin ich locker und offen, aber auf dem Platz verlange ich Disziplin und Konzentration. Die Spieler müssen die Aufgaben ernst nehmen und fokussiert arbeiten. Eine gewisse Ernsthaftigkeit gehört für mich einfach dazu.

Tim: Die SGO steht für gute Jugendarbeit. Bist du ein Trainer, der gerne auf junge Talente setzt, oder liegt dein Fokus eher auf Erfahrung?

Ajdin: Für mich spielt das Alter keine große Rolle. Ich bin selbst mit 17 Jahren Profi geworden. Entscheidend ist, ob ein Spieler bereit ist und die Anforderungen versteht. Natürlich ist Erfahrung wichtig, aber wenn mir ein 18-Jähriger genau das gibt, was ich auf dem Platz sehen will, dann wird er spielen.

Tim: Welche Ziele setzt du dir für die kommende Saison mit der SGO?

Ajdin: Ich bin hierher gekommen, um aufzusteigen. Das ist ganz klar unser Ziel. Natürlich ist das leicht ausgesprochen, aber dahinter steckt enorm viel Arbeit – für die Mannschaft, das Trainerteam und den gesamten Verein.

Die Qualität ist definitiv vorhanden. Die Mannschaft hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie oben mitspielen kann. Jetzt geht es darum, die letzten Prozent herauszuholen. Dabei braucht man nicht nur Qualität, sondern auch Konstanz, Zusammenhalt und manchmal eben auch das nötige Glück.

Es wird schwierige Phasen geben, das ist normal. Entscheidend ist, wie wir gemeinsam damit umgehen. Wenn alle an einem Strang ziehen, bin ich überzeugt davon, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen können.

Tim: Ajdin, vielen Dank für das offene Gespräch. Wir wünschen dir gemeinsam mit der Mannschaft und dem gesamten Umfeld einen erfolgreichen Start und freuen uns auf die kommende Saison mit dir an der Seitenlinie.

Ajdin: Vielen Dank. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe und darauf, gemeinsam mit der Mannschaft und dem Verein etwas aufzubauen und erfolgreich zu sein.

„Mit Ajdin gewinnen wir nicht nur einen sehr kompetenten Trainer, sondern auch einen Menschen, der hervorragend zur Philosophie der SGO passt. Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass er die Mannschaft sportlich wie menschlich weiterentwickeln und unsere Identität auf und neben dem Platz mitprägen wird. Die Gespräche der vergangenen Wochen haben zudem schnell gezeigt, dass Ajdin nicht nur durch seine Erfahrung und seine fachliche Kompetenz überzeugt, sondern vor allem auch durch seine Art im Umgang mit Spielern und Umfeld. Gerade unsere junge Mannschaft benötigt weiterhin einen Trainer, der klare Inhalte vermittelt, gleichzeitig aber auch die Spieler individuell erreicht und weiterentwickelt. Genau darin sehen wir bei ihm große Stärken.

Besonders wichtig war uns außerdem, dass sich der neue Trainer mit dem Weg und den Werten der SGO identifiziert. Wir haben in den letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen und wollen diesen eingeschlagenen Weg mit Kontinuität, ehrlicher Arbeit und ambitioniertem Fußball weitergehen. Wir sind überzeugt, dass Ajdin dafür genau der richtige Mann ist und freuen uns auf die gemeinsame Zukunft an der Seitenlinie“, so der Vorstand.



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