Oberhöchstadt (mw/kb) – „Gemeinsam sind wir stark!“, lautete das Motto des ukrainischen Volksfestes in Oberhöchstadt auf dem Gelände der Evangelischen Kirchengemeinde am vergangenen Samstag. Die Initiative und Organisation des Festes ging von der gebürtigen Ukrainerin Marianna Haus aus, die seit Anfang des Krieges in der Ukraine Hilfsgüter in Kronberg sammelt und über private Wege in ihre Heimat schickt. In dem Container ihrer Sammelstelle an der AKS lernte sie die Flüchtlinge kennen, die nach Hilfe suchten. So kam es zu der Kooperation und Gründung der Gruppe „Ukrainerinnen in Kronberg“, in der immer mehr Menschen zusammenfanden. „Bei einem Treffen im Park entstand die Idee, ein ukrainisches Volksfest zu feiern, um sich bei den großartigen Menschen in Kronberg zu bedanken“, erzählt sie. „Alle fanden die Idee toll und wollten unbedingt mitmachen.“ Vier Wochen wurde geplant und vorbereitet. Das Ergebnis war ein rundum gelungenes Kulturfest für die Flüchtlinge und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Als Gastgeber zeigten die Ukrainerinnen und Ukrainern, welch herzliches Volk sie sind. So sprang der Funke bei den musikalischen Beiträgen schnell auf die auf der Wiese versammelten Gäste über. Um eine schöne Atmosphäre zu schaffen, hatte Marianna Haus keine Mühen gescheut. „Ich bin extra nach Frankfurt gefahren, um ukrainische Künstler, ebenfalls Flüchtlinge, zu uns einzuladen. Vor der Evangelischen Kirche sang die Ukrainerin Naina Doroschenko und spielte Bandura, ein Instrument, das es nur in der Ukraine gibt, der Ukrainer Bogdan Soljanyk faszinierte mit Gesang und Gitarrenspiel ebenfalls. Besondere „Stars“ an diesem fröhlichen, hellen Sommertag inmitten des dunklen Kriegsgeschehens waren das ukrainische Mädchen Ruth, die „Stephanie“, den ukrainischen Gewinner-Song der Eurovision 2022, sang sowie vier ukrainische Jungs, die in einem Lied die Stärke und Unbesiegbarkeit der ukrainischen Armee besangen. Es wurden moderne ukrainische Lieder über die aktuelle Situation in der Ukraine genauso wie alte, ukrainische Volkslieder angestimmt, eines, gesungen von Oksana Bondarchuk, die aus Kiew geflüchtet ist, handelte von Frauen, die ihre Heimat verlassen mussten und ihr Leid besingen: „Wenn ich die Flügel eines Adlers hätte, dann würde ich nach Hause fliegen.“ Eine ukrainische Künstlerin, Roksolana Holdak, präsentierte ihre Bilder und bot sie zum Verkauf, außerdem wurden handgefertigter Schmuck und Souvenirs angeboten, um Einnahmen für einen Rettungswagen für die Ukraine zu generieren. Die Unterstützung und Hilfe für das Sommerfest seien unbeschreiblich groß gewesen, freut sich Marianna Haus. Unterstützung kam von allen Seiten, von der Stadt Kronberg, die bei allen Fragen und Bitten (beispielsweise nach Tischen und Bänken) sofort half und neben Bürgermeister Christoph König nun auch mit mehreren Vertretern der Einladung zur gemeinsamen Feier gefolgt war. Unterstützung gab es von den Helferinnen der Evangelischen Kirchengemeinde in Oberhöchstadt ebenso wie von den Initiatoren der Gruppe „Spieltreffen für die Kinder und Eltern aus der Ukraine“, die sofort anboten, das Fest bei der Kirchengemeinde zu feiern. „Nach der Absprache mit dem Kirchenvorstand haben wir losgelegt. Es wurden Bilder von den Kindern gemalt, ein großes Plakat zum Thema Krieg in der Ukraine und es wurden in der Küche der Kirche Blumenkränze geflochten“, erzählt Haus weiter. „Um leckere Wareniki frisch für das Fest zu kochen, hat uns das Restaurant Magnolia sogar seine Küche zur Verfügung gestellt“, verrät sie. Nicht alle hätten die Möglichkeit gehabt, selbst etwas vorzubereiten, aber der Wunsch sei so stark gewesen, ein schönes Fest zu gestalten, bei dem die Kronberginnen und Kronberger sich wohl fühlen würden, dass sie über Bekannte oder ihre Gastfamilien versuchten, doch etwas kochen oder backen zu können. Am Ende konnte sogar besonderes ukrainisches Brot namens „Karawai“ serviert werden, das es nur zu besonderen Anlässen gibt. Neben den Wareniki (Teigtaschen mit Füllung, Weißkohl, Pilzen oder Kartoffeln) gab es ein vielseitiges Büfett mit Borschtsch, Kohlrouladen, Kartoffelpuffer, Dranyky, Pfannkuchen mit Leber oder Mohn, Mlynzi sowie verschiedene Kuchen und Torten. „Ob Deutsche oder Ukrainer, die Besucher waren von der Atmosphäre begeistert, sie bedankten sich für einen unvergesslichen Tag inmitten ukrainischer Kultur“, freut sich Organisatorin Haus, noch ein wenig erschöpft, vor allem aber beseelt von dem fröhlichen Dankeschön-Fest. „Die Ukrainer sprachen an diesem Tag von einer Art Heimatgefühl, das sehr gut ist und dass sie sich glücklich fühlen, die Sorgen in der Heimat für kurze Zeit loslassen zu können.“ Ein besonderes Dankeschön geht an alle Ukrainer, die sich fleißig bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes beteiligt haben: Helen Nestyk, Julya Konotopska, Olena Moskalenko, Swetlana Kostenko, Oksana Masiy, Oksana Bondarchuk, Inna Cherchenko, Olja Golubeva , Vira Usowa, Olena Andreeva, Lisa Schutko, Tanya Schutko, Iryna Andriyenko, Roksolana Holdak, Olena Busenko, Irka Frys, Juriy Didevich, Bogdan Solynik, Naina Doroschenko, Nastya Posna, Julia, Dariya Balaschowa ,Karina, Olya, Tanya, Johannes, Svenja, Pia, Ruth , Wowa, Denis, Max, Martin und alle anderen Helfer und Helferinnen. Von den Besuchern wurde bereits der Wunsch geäußert, im Herbst ein ähnliches Fest zu feiern.
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Oberhöchstadt
Kultur
20.07.2022

