Mit Bäppi beim Steden und „Unnerweeschs im Hesseland“

Mit launigem Gebabbel und hessischen Liedern fällt es Bäppi nicht schwer, die Herzen des Publikums zu erobern und im Hof des Alt Orschel für super Stimmung zu sorgen. Foto: fch

Oberursel (fch). Wer wie Thomas Bäppler-Wolf mit seinem aktuellen Programm „Unnerweeschs im Hesseland“ ist, darf dabei den Hof der Ebbelwoi-Straußwirtschaft „Alt Orschel“ nicht auslassen. Bei seiner schweißtreibenden Premiere als Künstler auf der Open-Air-Bühne im überdachten Hof der Familie Steden servierte „Bäppi La Belle“, wie seine 1993 erschaffene Kult-Figur heißt, „das Beste aus dem Hessenland“ heiß und knackig.

So wie „Frankfurter Würstchen“. „Die bekommst du überall auf der Welt. Ob man sie auch essen kann, ist etwas anderes.“ Nur in Wien gebe es keine „Wiener Würstchen“, denn da heißen sie „Frankfurter Würstchen“, informierte der Künstler. Um sogleich sein Lied: „Hessische Spezialitäten, die sind beliebt im ganzen Land“ anzustimmen. Dazu gehörten neben den Frankfurter Würstchen auch andere wie Handkäs mit Musik, Grüne Soße, Bethmännchen und Ebbelwoi.

Dabei habe der übermäßige Genuss des hessischen Nationalgetränks oft unliebsame Folgen wie er am Beispiel zweier fröhlicher Zecherinnen in Seckbach schilderte. Das Duo aus dem Taunus sei „sturzgranatenvoll auf allen Vieren“ aus dem Seckbacher „Rad“ gekrochen, habe bei der Suche nach seinem Auto einen Abstecher über den Friedhof gemacht, um dann nach Hause zu fahren. Die teils mit pikanten Details ausgeschmückte Geschichte kam beim Ebbelwoi trinkenden Publikum bestens an. „Ich liebe solche Gesichter, denn ich sehe, dass ihr euch das Gehörte bildlich vorstellt. So etwas hätte der Feldmann im Flugzeug erzählen sollen“, sagte Bäppi La Belle.

Um gleich darauf zu urteilen: „Es gibt nichts Schlimmeres als besoffene Weiber. Das stimmt. Männer schlafen ein, wenn sie besoffen sind. Weiber drehen voll auf. Das könnt ihr mir glauben, ich weiß, das, denn ich mache Weiberfastnachtsitzungen.“ Da hielten die Närrinnen ab einem gewissen Trink-Level Plakate mit der Botschaft „Bäppi, wir wollen ein Kind von dir“ in die Höhe. Beim Blick ins je nach Geschlecht schmunzelnde oder vorwurfsvoll den Kopf schüttelnde Publikum bekannte er: „Für einen Künstler ist es nach drei Jahren Coronapause einfach schön, wenn die Hütte voll ist, die Leute ihren Spaß haben und klatschen“.

Mitten in der historischen Altstadt von Oberursel rechnete der Frankfurter auch mit den Grünen ab. „Grün trinkt man, isst es, aber man wählt es net“. Zum Gendern sagte er: „Gendern ist, wenn man mit dem Boot umkippt“. Und auch mit dem Vorschlag anstelle von „Mama“ oder „Papa“ künftig „Erwachsene“ zu sagen, kann er sich nicht anfreunden. Um dann den Ernst „Schwarz“ Neger-Hit „Des hammer net, des gibt’s net mehr, des kriege mer net mer rein, leider ham se Pech“ anzustimmen und eine Schunkelrunde zu entfachen. Zu den von vielen propagierten E-Autos sagte er: „Ein Auto muss Krach mache und stinke“. Um dann einen nostalgichen Blick zurück auf die autofreien Sonntage in den 1970er-Jahren zu werfen, als er mit dem Fahrrad die A5 runtergeradelt sei. Was ihn zum Lied „Unser Auto fährt mit Ebbelwoi“ führte. Singend und plaudernd nahm „Bäppi La Belle“ sein mitsingendes, schunkelndes und begeistert Applaus klatschendes Publikum mit auf seine ganz spezielle Hessenreise. Gekonnt und ganz in Bäppi-Manier porträtierte er durch die Brille des kritischen Entertainers Land, Leute und Ansichten.

Florian Steden freute sich über den gelungenen Auftakt der seit 1979 bei den Bürgern beliebten Kulturreihe im Hof der Straußwirtschaft Alt Orschel. Auch in diesem Jahr dürfen sich die Fans wieder auf Darbietungen mit namhaften Künstlern aus Funk und Fernsehen, regionale Kabarettisten und Theatergruppen freuen. Künstler und Termine der Kulturveranstaltungen und vielen mehr gibt es im Internet unter www.kelterei-steden.de.



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