Oberursel (js). Der Mann mit dem Hammer hat den härtesten Job an diesem frühen Abend. Im Auktionshaus Burgwiesenschule ist schlicht die Hölle los. Ein Gewusel ohne Ende, der Lärmpegel im Foyer der Schule schlägt fast durchgehend kräftig aus bei diesem Raus und Rein im Foyer der Schule. Da fällt es nicht leicht, den Hammer schwungvoll und kunstvoll in Szene zu setzen, die Versteigerung der Originalbilder für den neuen Schulkalender 2025 ist nämlich eigentlich ein Schulfest im Winter. Und weil da alle drinnen sind und nicht auf dem Schulhof rumtoben, also im Auktionshaus und im großzügigen Eingangsbereich der Schule unterwegs sind, drängt sich das Schulvolk und hat ziemlich viel Spaß miteinander.
An diesem ersten vorweihnachtlichen Abend sind traditionell alle da. Um die 300 Schüler aus allen Klassen, viele Eltern, Geschwister und sonstige Verwandtschaft, das Kollegium natürlich. Da ist die Hütte einfach voll, längst nicht alle gleichzeitig können bei der Auktion sitzen und stehen. Selbst Michaela Wiehl, der eigentlich ein Ehrenplatz zustünde, hat nur einen Stehplatz direkt hinter der Eingangstür zum Saal gefunden. Hier geht es um ihr „Baby“, wie sie sagt, da ist die noch recht frisch pensionierte langjährige Leiterin der Burgwiesenschule natürlich dabei und kann viele Geschichten zu dem Projekt erzählen, das in der Oberurseler Schulgeschichte einmalig ist. Alle Jahre wieder eben, eine lange Tradition im Ortsteil Bommersheim. Die Premiere ging 1995 über die Bühne mit einem ersten „Schulkalender“ für 1996. Da gab es das heutige Gebäude noch gar nicht, gemalt haben die Kinder in der Grundschule Süd, die erst 1998 zur Burgwiesenschule wurde. Und der Kalender wurde damals in schwarz-weiß gedruckt.
Seine bunte Premiere erlebte der Schulkalender 2001, ein Gemeinschaftswerk ist er stets geblieben, an dem ganz, ganz viele kleine Künstler beteiligt sind, nämlich alle Klassen von der 1a bis zur 4d und die Vorklasse und überhaupt die gesamte Schulgemeinde, denn „Gemeinsam sind wir stark“, so steht es im Herzrahmen der Einladung zur Präsentation der neuesten Werke samt Versteigerung der Originalbilder. Heute gibt es Sponsoren, die den Druck bezahlen, die Auflage ist gestiegen, der Schulkalender wird für 15 Euro verkauft, in der Schule und am dritten Advent beim Weihnachtsmarkt im Ortsteil, zu dem alle verwurzelten Bommersheimer unbedingt kommen.
Der Mann mit dem Hammer, Frank Dastych heißt er und zwei Kinder von ihm bieten in der ersten Reihe mit, gibt sein Bestes bei seiner Premiere als Auktionator im anhaltenden Gewusel. Der Schulchor in hellblauen Shirts mit Logo vorne und Name auf dem Rücken hat unter der Regie von Musikschulleiter Holger Pusinelli am Klavier für eine schöne Einstimmung gesorgt, Konrektorin Nadine Schwarz die Gäste begrüßt, die Versteigerung kann beginnen. Das Kalenderbild der 3a für den Monat Februar wird an der Schauwand platziert, damit die Leute im Saal auch wissen, für was sie hier mitbieten können. „Wir sind alle verschieden, aber wir gehören alle zusammen“, hat die 3a als Motto für ihr buntes Gewimmel gewählt, in Fünf-Euro-Schritten geht es schnell voran, nach gar nicht langer Zeit und Animation von Frank Dastych fällt der Hammer „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ bei glatten 100 Euro, die 3a hat ihr Bild gemeinsam selbst ersteigert.
Sie hat damit einen guten Grundstein gelegt für das Ziel, allein mit den Originalbildern 1000 Euro für den Förderverein der Schule zu erwirtschaften. An den übrigens alle Einnahmen fließen, aus dem Verkauf der Kalender und dem Verkauf aller Getränke und Happen an den Bewirtungstischen im Flur. In zwei Chargen bringt der Mann mit dem Hammer alle Bilder an den Mann, die Frau oder das Kind wie im Falle von Hannah Mair, die ihr Klassenbild dank der Unterstützung von Papa Thomas, der 75 Euro aus der Tasche ziehen muss, nach Hause abschleppen kann. Zwischen den Versteigerungsblöcken haben die „Marienkäfer“ und die „Eichhörnchen“ von zwei vierten Klassen der Lehrerin Elke Weindl ihren großen Auftritt auf der Bühne mit einem flotten „Boogie-Woogie“, der für Begeisterung sorgt.

