Schülerreporter
InternationalJuniorScienceOlympiade
Von Yohan Haas (7. Klasse, Eichendorffschule Kelkheim)
„Die Internationale Junior-Science-Olympiade (IJSO) ist eine großartige Möglichkeit, junge Schülerinnen und Schüler früh für Naturwissenschaften zu begeistern. Die Olympiade fördert nicht nur fachliches Wissen, sondern auch Neugier, Teamfähigkeit und eigenständiges Denken.“ Das sagt die Lehrerin Gabriela Blumschein, die schon seit Jahren die jungen Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler der Eichendorffschule Kelkheim bei ihrer Teilnahme IJSO betreut.
„Vorsicht giftig“
Allein in Deutschland nehmen fast fünftausend Schüler und Schülerinnen im Alter von neun bis 15 Jahren an der IJSO teil. In diesem Jahr dreht sich alles um das Motto „Vorsicht giftig!“ Doch um ins Nationalteam zu kommen und das Finale zu gewinnen, müssen die Schüler erst das Auswahlverfahren in Deutschland meistern, das aus vier verschiedenen Runden besteht:
• Die erste Runde geht vom 1. November bis zum 15. Januar. Die Teilnehmer bearbeiten weiterführende Aufgaben und führen simple Experimente durch. Die IJSO stellt Musterlösungen und Begleitmaterial für die Begleitpersonen bereit.
• In der zweiten Runde schreiben rund tausend Teilnehmer das IJSO-Quiz. Es besteht aus 24 Multiple-Choice-Fragen, für die man 45 Minuten Zeit hat. Das Quiz wird per E-Mail den betreuenden Lehrkräften zugestellt.
• In Runde drei werden den Teilnehmern Multiple-Choice- und theoretische Aufgaben zu Biologie, Chemie und Physik gestellt. Etwa 350 Schüler und Schülerinnen nehmen in der ersten Maihälfte an der Klausurrunde teil. Die Teilnehmer bekommen die Arbeiten in versiegelten Umschlägen per Post zugestellt und die Landesbeauftragten korrigieren alle Arbeiten aus ihrem Bundesland.
• Runde vier ist das Bundesfinale. Es ist die letzte Runde des Auswahlverfahrens in Deutschland. Die verbleibenden 39 Teilnehmer schreiben in einer einwöchigen Veranstaltung drei Klausuren – eine davon ist eine praktische Prüfung im Labor. Am Ende findet eine öffentliche Preisverleihung und die Nominierung des deutschen Nationalteams statt. Zur Veranstaltung sind nicht nur die Bundesfinalisten, sondern auch Angehörige, Lehrkräfte und die Landesbeauftragten der IJSO eingeladen. Letztes Jahr fand das Bundesfinale in Hannover statt, dieses Jahr wird es in Oldenburg stattfinden.
Fair und altersgerecht
Gabriela Blumschein schätzt die IJSO als Wettbewerb, der „fair, altersgerecht und interdisziplinär aufgebaut ist“ und ideal für den Einstieg in die Welt der Naturwissenschaften sei. Sie sieht die IJSO als Angebot für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler. „Es ist motivierend zu beobachten, wie die Jugendlichen durch Experimentieren und Forschen auch Selbstvertrauen gewinnen und über sich hinauswachsen.“
Nach der Nominierung des deutschen Nationalteams geht es weiter. Zwischen dem Auswahlverfahren und der Abreise wird das Nationalteam von Mentorinnen und Mentoren mithilfe einem umfangreichen Onlinetraining auf den internationalen Wettbewerb vorbereitet. Mitte November treffen sich alle Nationalteammitglieder in Kiel, um letzte Fragen zu klären, nochmal intensiv zu Lernen und sich näher kennenzulernen. Am 1. Dezember geht es los: die deutsche Delegation bricht zum internationalen Wettbewerb auf. Sie werden von vier erfahrenen Mentorinnen und Mentoren auf ihrer Reise begleitet. In diesem Jahr findet das Finale in Russland statt, am Schwarzen Meer im Föderationsgebiet Sirius. Wie beim Bundesfinale besteht das Finale aus drei Klausuren – eine davon ist eine praktische Prüfung im Labor. Oft bringt das Land, in dem die IJSO stattfindet, einige kulturelle Aspekte in die Prüfungen ein. Diese werden von den Mentoren und Mentorinnen in die jeweilige Muttersprache übersetzt. Eine feierliche Eröffnungszeremonie leitet die Wettbewerbstage ein. Da nur jeden zweiten Tag eine Klausur geschrieben wird, bleibt viel Zeit, um Ausflüge zu machen und neue Freundschaften zu schließen.
Culture Night
Einer der Teilnehmer betont, dass „vor allem nach der praktischen Prüfung ein tolles Gemeinschaftsgefühl entsteht.“ Am Ende des Klausurzeitraumes feiern die Teilnehmer die Culture Night. Es wird getanzt, gesungen, Theater gespielt und wenn man möchte, kann man als Nationalteam etwas aus dem Heimatland darstellen. So wird aus einem naturwissenschaftlichen Wettbewerb ein interkultureller Austausch.
