Frauenring übergibtSpende an Haus Heliand

Ralf Dreher, Haus Heliand, Petra Grützner, Frauenring, Detlev von Ramm, Haus Heliand und Harald Stenger, Haus Heliand (v.l.). Foto: Geißler-Burschil

Oberursel (ow). Haus Heliand, in Trägerschaft des Evangelischen Jugendwerks Hessen (EJW), idyllisch am Waldrand in Oberstedten gelegen, ist ein traditionsreicher Ort der Begegnung für Jung und Alt, für kirchliche und kommunale Kindergarten-Gruppen, für Schulklassen, Pfadfinder- und Mitarbeiter-Gruppen des EJW. Der Frauenring Oberursel hatte beschlossen, diese Einrichtung finanziell mit einer Spende von 1.000 Euro zu unterstützen. Der Betrag stammte aus dem Erlös, den der Frauenring durch seinen Wohltätigkeitsbasar erwirtschaftet hatte. Einkaufen und Gutes tun lautet das Motto für den jährlichen stattfindenden Basar, für den mehr als 40 Frauen ein Wochenende lang im Einsatz waren.

In dem Oberstedtener Freizeitparadies wurde die Abordnung mit offenen Armen empfangen. Detlev von Ramm, der Vorsitzende der Freunde der Evangelischen Jugendwerke (FEJ), und Harald Stenger, Mitglied der „Arbeitsgruppe Zukunft Haus Heliand“, führten Petra Grützner und Brigitte Geißler-Burschil durch das Haus. Dessen Geschichte beginnt bereits im Jahr 1938. Damals erwarb Paul Both, Leiter des Evangelischen Jugendwerks Frankfurt, in Oberstedten ein am Weg zur Hardertsmühle gelegenes 8.000 Quadratmeter großes Parkgelände mit Villa. Mit Freunden machte er sich an die Arbeit und errichtete auf dem großen Areal ein Ferienheim. Das erste Mal wurde es im Jahre 1951 erweitert. Im Laufe der Jahre wurde dort kontinuierlich immer wieder angebaut, umgebaut, modernisiert und saniert. Doch durch Corona war die Zukunft des Hauses plötzlich ernsthaft bedroht. Detlev von Ramm und Harald Stenger krempelten buchstäblich die Ärmel hoch, nutzten ihre vielfältigen Kontakte und sammelten Spenden ein.

Es gelang ihnen, 2020/2021 innerhalb von gut sechs Monaten eine Summe von 155.600 Euro zu sammeln, um die schwere Zeit der vorübergehenden Schließung des Hauses in der Corona-Krise zu meistern. Die großherzige Unterstützung durch Freunde des Hauses, ehemalige Mitarbeiter, Pfadfinder, der Kirche, Unternehmungen und Stiftungen machte es möglich.

Nach der Corona-Zeit wurde dann dank weiterer Spenden ein Renovierungsstau in Angriff genommen und zahlreiche Sanierungen durchgeführt. Dazu gehörte ein neuer Belag für den Sportplatz, die Installation einer Photovoltaik-Anlage und zuletzt die dringend notwendige Renovierung der Zimmer im Mitteltrakt des Hauses, für die es einen Zuschuss des Hessischen Sozialministeriums gab. Als sich die Verantwortlichen für Haus Heliand schon auf der Zielgeraden aller wichtigen Modernisierungs-Maßnahmen sahen, trat plötzlich der Brandschutz in Aktion.

Die Auflagen bescherten dem EJW weitere Ausgaben in Höhe von 200.000 Euro. Doch glücklicherweise gab es einen Großspender, der einen Teil der Kosten übernahm und nicht genannt werden will. Trotzdem fehlen noch immer rund 80.000 Euro. Eine Brandmeldeanlage mit Zuschaltung zur Feuerwehr ist zwar inzwischen installiert, aber zur Erfüllung weiterer Auflagen für zusätzliche Fluchtwege und neue Brandschutztüren wird weiter kräftig gesammelt. Da ist jede Spende sehr willkommen.

Doch schon jetzt strahlt Haus Heliand nach fünf Jahren mit vielen Innovationen und Renovierungsarbeiten in fast allen Räumen in neuem Glanz. Überall im Haus herrscht echte Wohlfühlatmosphäre. Davon konnten sich Petra Grützner und Brigitte Geißler-Burschil bei ihrem Rundgang überzeugen. Sie waren von dem Haus und seinen vielfältigen Möglichkeiten begeistert. Es bietet Platz für über 90 Gäste in 20 Zimmern mit je zwei bis acht Betten, zwei davon sind bedingt rollstuhlgeeignet. Eine Übernachtung mit voller Verpflegung schlägt mit durchschnittlich 45 Euro zu Buche. Für unterschiedliche Freizeit-Aktivitäten verfügt das Haus über einen großen Tagesraum, mehrere Seminarräume, einen Sport- und Spielkeller, ein gemütliches Kaminzimmer, eine separate Küche und eine Kapelle für Andachten, die gerne auch als Musikraum genutzt wird.

Dazu bietet das große Freizeitgelände mit seinen rund 4.000 Quadratmeter viel Platz zum Austoben und Kennenlernen der Natur. Es verfügt dazu neben attraktiven Spiel- und Klettergeräten auch über Feuer- und Grillstellen. Als Sahnehäubchen für viele Kinder und Jugendliche ist der große Multifunktions-Sportplatz, auf dem Fußball, Handball, Basketball und Volleyball gespielt werden kann. Für Oberursel ist Haus Heliand eine wichtige Einrichtung zur preiswerten Unterkunft für viele Gruppen. Es punktet obendrein durch seine vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Auch für Familienfeiern steht es zur Verfügung.

Dem Frauenring liegt gerade die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen am Herzen, wie Petra Grützner betonte, sie findet daher die Spende wirklich gut angelegt.



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