Oberursel (ow). Mit der Narrenzeit wurde kürzlich der Winter vertrieben. Jetzt lockt das Frühjahr allseits nach draußen, raus in die Natur. Bevor die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberursel (SDW) und die Waldjugend Oberursel am kommenden Samstag die Handhacken, Maschinen und Verpflegung für den traditionellen Mitmach-Auftakt zur Heidepflege auf der Stierstädter Heide bereitstellen, haben die Aktiven der beiden Oberurseler Naturschutzorganisationen wie jedes Jahr bereits zahlreiche Fledermauswinterquartiere in und um Oberursel inspiziert.
An insgesamt fünf Samstagen flatterten die Ehrenamtlichen aus in den Oberurseler Stadtwald und den Hintertaunus, um in stillgelegten Wasserhochbehältern, Stollen und auf der Burg Königstein in Ritzen sowie in eigens zum Überwintern aufgehängten Fledermauskästen nach schlummernden Fledermausarten zu schauen. Natürlich findet dieses bedacht und ohne die Fledermäuse bei ihrem überlebensnotwendigen Winterschlaf zu stören statt. Seit fast 30 Jahren werden die Anzahl und Arten an überwinternden Fledermäusen erfasst, dokumentiert und ausgewertet. Basierend auf den jährlichen Ergebnissen der Inspektionen werden Maßnahmen zur Optimierung der Fledermauswinterquartiere geplant und umgesetzt. Bis zu zehn unterschiedliche Fledermausarten, unter ihnen die Bechsteinfledermaus, die Fransenfledermaus, das Große Mausohr, der Große Abendsegler, der Kleine Abendsegler, die Zwergfledermaus und weitere, sind jährlich beim Winterschlaf zu erspähen. Zu den erfreulichen Ergebnissen der kontinuierlichen Inspektionen und Anpassungsmaßnahmen zählt, dass die Anzahl Fledermäuse über die Jahre hinweg stetig steigt. Gleichwohl lassen sich aus den Veränderungen in der regionalen Verteilung der Fledermäuse Rückschlüsse in Bezug auf klimatische Veränderungen ableiten.
Für die anstehende Heideaktion am 14. März sind nun wieder alle Interessierte – kleine wie große, Kinder wie Erwachsene – dazu aufgerufen, bei den Pflegearbeiten zum Erhalt der Stierstädter Heide mitzumachen. Mit den bereitgestellten Handhacken werden die im Frühjahr aussprießenden Fremdgewächse wie Birken, Pappeln, Eichen und Brombeeren entfernt, sodass die Heide im Frühsommer wieder in voller Pracht aufblühen kann.
Ergänzend werden manche Bereiche in Maschinenarbeit kurz gemäht. Das begünstigt das erneute Aussprießen der Heidepflanzen. Die Aktiven von Waldjugend und SDW sind sich einig: „Jede helfende Hand ist eine tolle Unterstützung und das sogar, wenn man nur zeitweise zum Hacken auf die Heide kommt.“ Während des gemeinschaftlichen Hackens lassen sich zudem die auf der Heide lebenden Kleinsttiere und Insekten aus nächster Nähe beobachten. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich nebst der gemeinsamen Naturschutzarbeiten über die weiteren Aktivitäten von SDW und Waldjugend zu informieren. Die Heideaktion im März ist eine von vier jährlich durchgeführten Mitmachaktion. Die drei weiteren Heideaktionen finden im Herbst nach der Blüte an den Samstagen, 10. Oktober, 31. Oktober und 14. November statt.
Treffpunkt für die Heideaktion am Samstag ist ab 9.30 Uhr auf der Heidefläche unterhalb des Sportplatzes Königsteiner Straße an der Stierstädter Heide. Die Stierstädter Heide ist über die Zufahrt am Restaurant „Heidekrug“ oder über die Straße „An der Heide“ seitens der Oberhöchstadter Straße zu erreichen. Für die Verpflegung der Helfenden wird traditionell durch die SDW und Waldjugend gesorgt. Die Aktion endet in der Regel gegen 15 Uhr.
Informationen über die Vereinsaktivitäten von SDW und Waldjugend sind außerdem im Internet unter www.sdw-oberursel.de und www.waldjugend-hessen.de zu finden.
