Gut durch heiße Tage: Kühle Orte in Oberursel

Der schattige Bereich entlang des Urselbachs in Oberursel, genauer am Werkgraben entlang des MühlenwanderwegsFoto: Stadt Oberursel

Oberursel (ow) – Stadt informiert über Möglichkeiten zur Abkühlung – Hochtaunuskreis erarbeitet kreisweiten Hitzeaktionsplan in enger Abstimmung mit den Kommunen

Längere Hitzeperioden und hohe Temperaturen gehören inzwischen auch in Oberursel immer häufiger zum Sommer. Besonders ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere sowie Menschen mit Vorerkrankungen leiden unter der anhaltenden Hitze. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig zu schützen und Orte aufzusuchen, die auch an heißen Tagen Abkühlung bieten.

Der Hochtaunuskreis erarbeitet seit November 2024 in enger Abstimmung mit den kreisangehörigen Kommunen, darunter auch Oberursel, einen kreisweiten Hitzeaktionsplan. Dieser dient künftig allen Städten und Gemeinden des Kreises als gemeinsame Grundlage für Maßnahmen zum Hitzeschutz. Die Vorarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Aufgrund eines Personalwechsels beim Hochtaunuskreis hat sich die Fertigstellung jedoch verzögert. Für November dieses Jahres ist ein weiteres Abstimmungstreffen mit den für den Hitzeaktionsplan zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kommunen vorgesehen. Ziel ist es, den kreisweiten Hitzeaktionsplan spätestens im ersten Halbjahr 2027 fertigzustellen.

Bereits heute informiert die Stadt Oberursel über sogenannte „Kühle Orte“ im Stadtgebiet und erinnert zugleich an einfache Maßnahmen, mit denen sich heiße Tage besser bewältigen lassen.

„Nicht jeder besitzt einen schattigen Garten oder eine kühle Wohnung. Umso wichtiger ist es, dass aufgezeigt wird, wo Menschen in Oberursel an heißen Tagen Abkühlung finden können. Gleichzeitig soll mit einfachen Tipps dazu beigetragen werden, gut und gesund durch Hitzeperioden zu kommen“, sagt Bürgermeisterin Antje Runge.

Abkühlung an heißen Tagen

„Kühle Orte“ sind öffentliche Plätze und Gebäude, die auch an heißen Tagen angenehmere Temperaturen bieten. Dazu gehören beispielsweise Parks und Grünanlagen mit altem Baumbestand, Waldbereiche, Bereiche am Wasser oder schattige Sitzgelegenheiten. Auch öffentliche Gebäude wie Bibliotheken und Kirchen oder andere öffentlich zugängliche Innenräume können an heißen Tagen eine angenehme Alternative sein.

Vor allem Grünanlagen und Wälder bieten durch Schatten und Verdunstung oft deutlich angenehmere Temperaturen als dicht bebaute Bereiche. Wer die Möglichkeit hat, sollte solche Orte an besonders heißen Tagen bevorzugen.

In Oberursel zählen dazu ...

– der Rushmoor-Park

– der Deschauer Park

– der Stadtwald

– der Schulwald

– das Bachpfädchen

– die Portwiesen

– der Maasgrund – insbesondere in den Abendstunden durch die Tallage als Kaltluftschneise

– ein Spazierweg am Werkgraben entlang der Altkönigstraße mit Sitzgelegenheit hinter dem Naturfreundehaus, Schukhardtsmühle

– der Museumshof und der Hospitalkirchplatz mit ihren schattigen Aufenthaltsbereichen

– das Rathaus während der Öffnungszeiten

– das TaunaBad mit seinem alten Baumbestand und seinen schattenspendenden Pergolen, die in diesem Sommer errichtet wurden.

Weitere Abkühlungsorte

Wer eine ruhige Abkühlung sucht, findet diese auch in zahlreichen Kirchen im Stadtgebiet. Die angenehm kühlen Innenräume bieten während der Öffnungszeiten eine willkommene Pause an heißen Tagen.

Auch verschiedene Cafés, gastronomische Betriebe und klimatisierte Geschäfte in Oberursel bieten an heißen Tagen eine angenehme Möglichkeit zur Abkühlung – beispielsweise das Kulturcafé Windrose oder das inklusive Café coffee, brownies & downies. Die Stadtverwaltung steht hierzu weiterhin im engen Austausch mit weiteren gastronomischen Betrieben.

Auf dem digitalen städtischen Portal Heimvorteil Oberursel sind bereits schattenspendende öffentliche Orte, klimatisierte Geschäftsräume für Publikumsverkehr sowie Standorte von Trinkbrunnen in der Kategorie „Kühle Orte“ zu finden unter www.heimvorteil-oberursel.de/kategorie/kuehle-orte. Insgesamt handelt es sich bei den Informationen zum Hitzeschutz der Stadt Oberursel um einen stetig wachsenden Informationsprozess, der nach und nach alle digitalen Angebote der Brunnenstadt erreicht.

Für eine unkomplizierte Erfrischung unterwegs stehen zudem die Oberurseler Trinkbrunnen zur Verfügung. Erst im vergangenen Jahr wurde die Zahl der Trinkbrunnen von einem auf vier erhöht. Dort kann kostenfrei „Orscheler Wasser“ gezapft werden. Die barrierefreien Edelstahlsäulen stehen an stark frequentierten Orten wie dem Bahnhof, dem Marktplatz, in der Vorstadt und der Adenauerallee.

Die Standorte der Trinkbrunnen

– Adenauerallee, nahe der Postfiliale

– Bahnhof Oberursel: Platz der Deutschen Einheit

– Kumeliusstraße, Vorstadt

– Marktplatz, vor der Stadtbibliothek

Seit einigen Jahren bietet die Pergola auf dem Epinayplatz einen schattigen Verweilplatz und wird rege genutzt. Weitere Umgestaltungen und Entsiegelungen sind in den nächsten Jahren auf verschiedenen Plätzen im Stadtgebiet vorgesehen. Ein Beispiel ist ein neuer PikoPark am Bahnhof. Ein PikoPark ist ein etwa 300 bis 500 Quadratmeter großer, naturnah angelegter Grünflächentyp im Wohngebiet respektive umbauten Raum. Das Konzept verbindet die Förderung der lokalen Biodiversität mit der Schaffung von Begegnungsstätten für Anwohnerinnen und Anwohner in Wohnquartieren. Darüber hinaus ist die Entsiegelung des Innenhofs am Alten Rathaus in Oberstedten vorgesehen. Gemeinsam mit der Lokalen Klimainitiative LOK gibt es darüber hinaus Planungen, eine Fläche mit bürgerschaftlichem Engagement zu entsiegeln.

Nicht nur die Kommune, sondern auch Einzelpersonen können auf ihren Grundstücken dazu beitragen, dass sich das Umfeld weniger aufheizt – beispielsweise durch Entsiegelungsmaßnahmen oder Fassadenbegrünungen. Informationen finden sich unter anderem auf der städtischen Internetseite unter www.oberursel.de/de/wirtschaft-stadtentwicklung/projekte-stadtentwicklun....

Ein weiterer wichtiger Faktor an Hitzetagen sind die schattenspendenden Bäume in der Stadt. Im Rahmen der Stadtbaumpatenschaften wurden in den vergangenen knapp zwei Jahren bereits über 50 neue Stadtbäume gepflanzt; im Stadtwald konnten mithilfe großzügiger Spenden sogar mehr als 80.000 neue Bäume gesetzt werden. Auch mit einer Grünflächenpatenschaft besteht eine wertvolle Möglichkeit, nachhaltiges und kühlendes Grün in der Stadt zu unterstützen. Bei persönlichem Interesse an einer Baum- oder Grünflächenpatenschaft genügt eine kurze Nachricht an umwelt[at]oberursel[dot]de.

So lässt sich gut durch heiße Tage kommen

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Belastung durch Hitze deutlich verringern:

– regelmäßig ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke trinken,

– nach Möglichkeit die Mittagshitze meiden und körperliche Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen,

– leichte, helle Kleidung sowie eine Kopfbedeckung tragen und auf ausreichenden Sonnenschutz achten,

– die Wohnung möglichst früh morgens oder spät abends lüften und Fenster sowie Rollläden tagsüber geschlossen halten,

– besonders auf ältere Menschen, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Personen achten, die Unterstützung benötigen.

Die genannten Maßnahmen sind Teil des städtischen Klimaanpassungskonzepts, das Hitzeschutz, Begrünung und Entsiegelung im Stadtgebiet zusammenführt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Gleichzeitig steht die Stadt Oberursel hierzu in engem Austausch mit dem Hochtaunuskreis. Die Erkenntnisse und Maßnahmen fließen in die Erarbeitung des kreisweiten Hitzeaktionsplans ein, der künftig allen Städten und Gemeinden als gemeinsame Grundlage für Maßnahmen zum Hitzeschutz dient.

Menschen, die durch hohe Temperaturen besonders gefährdet sind, benötigen während Hitzeperioden häufig besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Dazu gehören insbesondere ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke sowie obdachlose Menschen. Ihr Schutz ist nicht ausschließlich eine kommunale Aufgabe, sondern erfordert ebenso persönliches Verantwortungsbewusstsein und gesellschaftliche Solidarität. Kommunale Maßnahmen können dabei wichtige Rahmenbedingungen schaffen, ersetzen jedoch nicht die Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung im Alltag. Jede und jeder kann ebenfalls einen Beitrag leisten. „Schon kleine Maßnahmen können helfen, heiße Tage besser zu bewältigen. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die Menschen im eigenen Umfeld. Gerade ältere oder alleinlebende Personen benötigen an heißen Tagen manchmal Unterstützung oder einfach die Nachfrage, ob alles in Ordnung ist“, so Bürgermeisterin Antje Runge.



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