Eine bunte Mischung aus Essensangeboten, Afrikavereinen und Händlern mit Bekleidung, Schmuck und Musikinstrumenten aus afrikanischen Ländern rund um die Wiese im Rushmoorpark.Foto: gt
Oberursel (gt). Zum 11. Mal fand am vergangenen Wochenende das Afrikafestival im Rushmoorpark im Rahmen des Orscheler Sommers statt.
Um die Wiese herum hatten mehrere Vereine und Initiativen ihre Stände aufgebaut, um ihre Projekte vorzustellen und afrikanische Produkte zu verkaufen. Im hinteren Bereich boten in einer zweiten Reihe von Ständen Händler eine bunte Mischung von Klamotten, Schmuck und Musikinstrumente an. Trotz einigen Regentropfen am frühen Samstagnachmittag, blieb das Wetter sonnig und warm.
Kaffee aus Eritrea und Äthiopien bot der Verein Mosob Suki an ihrem Stand an, zusammen mit selbstgebackenen Kuchen und Crêpes.
Der Verein unterstützt arme und bedürftige Menschen in diesen Ländern, unter anderem ältere Menschen, die keine Kinder und damit keine soziale Absicherung haben.
Die Kenia Kinder Hilfe stellte nicht nur ihre Arbeit am Stand vor, sie verkauften Produkte von den Handwerkern in Malindi, dem Ort in dem sich ihr Waisenhaus befindet. Sie suchten auch aktiv nach einer Schule für ihren Sponsorenlauf, der im kommenden Jahr zum 20. Mal stattfinden soll.
Der Verein Karanjorro, der in Nordhessen gegründet wurde, hatte vor zehn Jahre unter dem Motto „Eine Schule für die Savanne“ eine Schule in Senegal gebaut. Die Schule besteht inzwischen aus sechs Klassen mit jeweils ungefähr 30 Kindern und wurde durch eine medizinische Station erweitert. Allerdings besteht das Problem, dass die Lehrkräfte in der Regenzeit die anderthalbstündige Anfahrt zur Schule nicht machen können. Somit soll die Schule nun um eine Übernachtungsmöglichkeit für sie erweitert werden und hierzu wurde am Afrikafestival gesammelt.
Zum Essen gab es Spezialitäten aus Kamerun wie Kochbananen mit Tomaten-Ingwer-Soße und Gemüse. Außerdem gab es aus Westafrika Gemüse mit Maniok und Okra in Erdnusssoße. Abgerundet wurde das „Bouye“ - ein Getränk aus der Fruc4cht des Baobab, auch Affenbrotbaum genannt. Alternativ gab es Grillkäse und -gemüse beim Kunstgriff-Stand.
Für Kinder gab es neben der Sandburg einen Puzzlestand mit einem großen Holzpuzzle, bestehend aus den afrikanischen Ländern. Zum Größenvergleich gab es ein Puzzlestück für Deutschland. So konnten sie nicht nur lernen, wo welches Land ist, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, wie groß der Kontinent ist.
Zwischen Puzzle und Bühne stand das Theaterzelt. Immer wenn kein Auftritt auf der Bühne war, spielte das „Kleine Auszeit“ Theater von Stefan und Susanne Schweig aus Großen Buseck die Stücke „Zauberbaum“ und „Kennt ihr Blauland?“ in ihrem Papiertheater. „Zauberbaum“ handelte von den Tieren in Afrika und wurde mit Musik von der Gruppe „Impuls“ untermalt. In „Kennt ihr Blauland?“ lebten alle Menschen in einem Land, wo alles blau ist, bis eines Tages der König vom benachbarten Farbenland ihnen die Farbe Rot in Form einer Kugel schenkt, die eine Person auch rot einfärbt. Diese Person erlebt am Anfang Diskriminierung unter den blauen Menschen. Das Stück soll den Kindern vermitteln, dass ein Mensch trotz einer anderen Farbe noch der gleiche Mensch ist.
Für die musikalische Unterhaltung hatten Baye Cheikh Matala und Marc Mildenberger gesorgt. Den Anfang machte die Gruppe A’je, die auch im letzten Jahr bei deutlich wärmeren Temperaturen gespielt hatte. Die Mitglieder der Gruppe kommen aus drei verschiedenen Ländern: Argentinien, USA und Senegal. Diese Mischung spielte sich in ihrer Musik wieder, mit spanischen und lateinamerikanischen Gitarrenaromen aus Argentinien, mitreißenden Rhythmen, Beats und Gesang aus Afrika und Soul, und Gospel und Funky Blues aus den USA.
Am späten Nachmittag und am Abend traten Bob Ley aus Guinea und AbassKktar & Band aus Senegal auf.
Für gute Stimmung sorgte Matala am Samstagnachmittag selbst mit seiner Gruppe „Impuls“, viele Besucher nutzten die Tische und Stühle auf der Wiese, um der Gruppe bei einem kühlen Getränk zuzuhören. Währenddessen verkaufte Mildenburger, der sich selbst als „Oberurseler Afrikaner“ bezeichnet, selbstgemachte Marmelade aus gerettetem Obst. Zum Teil hatte er interessante Kombinationen dabei, wie Kirschgelee mit Whisky und Mirabellen mit Chantré.
Am Sonntag war die Musik genauso vielfältig, mit der Perkussion-Band Drummit!, die Musiker des Ndiakhas Music-Projects, Dezman Junior, der sowohl afrikanische als auch karibische Wurzeln hat, und der Künstler THIECKO aus Senegal.
Kunstgriff Vorsitzender Dirk Müller-Kästner zeigte sich mit dem Festival zufrieden. Es sei „sehr gut besucht“, sagte er. Auf der Wiese waren viele Menschen, ohne dass es zu voll war. Das Wetter war schön, ohne dass es zu heiß war. Und an den Ständen war immer wieder Betrieb.
Die Perkussion-Gruppe „Impuls“ sorgte am Samstagnachmittag für gute Stimmung.Foto: gt

