Oberursel (ow). Elf Personen in der ersten Schicht, elf in der zweiten. Und einige blieben gleich noch etwas länger. „Das macht ihr einfach Spaß“, erklärte Michi und zeigte auf seine Tochter, mit der er hinter der Theke steht und seit bereits drei Stunden Bratwurst, Grillkäse, Apfelschorle oder Bier verkauft. Die 22 Menschen, die in direkter Nachbarschaft des Rushmoorparks wohnen, waren gekommen, um mit ihrem Einsatz am zweiten Tag des Afrikafestivals zu zeigen, dass sie hinter dem Orscheler Sommer und dem Kunstgriff als Organisator stehen.
Waren es zunächst Frauen und Männer, die hinter der Feldbergschule am Hang wohnen, die mit ihrem Einsatz an der Theken ein Zeichen für die beliebte sommerliche Veranstaltungsreihe setzen wollten, kamen dann auch Menschen aus dem Bereich der Aumühlenstraße/Lindenstraße dazu.
Die Orscheler-Sommer-Sympathisanten vernetzten sich, machten Dienstpläne und traten dann am Sonntag pünktlich an. Einige verschoben sogar lange geplante Verwandtschaftsbesuche, um dabei zu sein. „Das war der eigentliche Höhepunkt im Orscheler Sommer“, sagt Kunstgriff-Chef Dirk Müller-Kästner. Es habe zwar auch dieses Jahr nur wenige Beschwerden aus der Nachbarschaft des Rushmoorpark gegeben, aber diese seien durchaus nervig gewesen. „Wir achten bei unseren Konzerten recht genau drauf, dass die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten werden.“ Sogar in die Technik sei investiert worden, damit der Schall nicht übermäßig weit getragen wird. Messungen hätten gezeigt, das alle Grenzwerte eingehalten werden.
Das Kunstgriff-Team hatte am Sonntag dank des Anwohnereinsatzes jedenfalls einen angenehm entspannten Nachmittag und war sich einmal mehr einig: Ohne die Unterstützung von Vereinen, Parteien oder anderen Gruppen, wäre der Orscheler Sommer nicht zu stemmen. „Der Einsatz der Anwohner hatte aber“, so Müller-Kästner, „eine besondere Note“. Und das Schöne: Die Aktion soll im kommenden Jahr wiederholt werden.
Beim „fließenden“ Schichtwechsel waren besonders viele Anwohner und kaum Kunstgriffler hinterm Tresen versammelt. Allerdings hatten nicht alle Zeit in die Kamera zu lächeln. Schließlich sollten die Kunden weiter bedient werden. Foto: Kunstgriff
