Oberursel (ow). Die Oberurseler Bürgergemeinschaft – Freie Wähler (OBG) bekennt sich ausdrücklich zur Sanierung des Borkenbergs. Die Straße ist sanierungsbedürftig und muss langfristig erneuert werden. Die Ablehnung der vorliegenden Entwurfsplanung in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung richtet sich daher nicht gegen die Maßnahme selbst, sondern gegen den gewählten Zeitpunkt, die hohen Kosten der vorgestellten Planung und die fehlende Einbindung wichtiger zukünftiger Entwicklungen.
Aus Sicht der OBG ist derzeit noch nicht absehbar, wie das ehemalige Fresenius-Gelände und die Parkplatzflächen künftig genutzt werden. Gleichzeitig steht für die Jahre 2027/2028 eine mögliche Sanierung des Freibades im Raum. Beide Projekte können erhebliche Auswirkungen auf Verkehrsströme, Stellplatzbedarf und die Nutzung des Borkenbergs haben.
Steffen Veiga Gennert, Fraktionsvorsitzender der OBG, erklärt: „Die Sanierung des Borkenbergs ist notwendig. Wir halten es jedoch für falsch, heute eine Planung festzuschreiben, obwohl wesentliche Rahmenbedingungen noch ungeklärt sind. Wenn die Umsetzung aufgrund anderer Prioritäten ohnehin erst in einigen Jahren erfolgen kann, sollten zunächst die Entwicklungen rund um das ehemalige Fresenius-Gelände und das Freibad berücksichtigt werden. Nur so können wir auf einer belastbaren Grundlage entscheiden.“
Hinzu kommt, dass die derzeit kalkulierten Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro auf Preisständen und Annahmen aus dem Jahr 2025 beruhen. Die OBG sieht die Gefahr, dass diese Zahlen bei einem deutlich späteren Baubeginn nur eingeschränkt belastbar sein werden. Die Kostenberechnung basiert auf Herstellungskosten von rund 1,7 Millionen Euro zuzüglich erheblicher Risiko- und Nebenkostenaufschläge.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Erhalt von Parkmöglichkeiten entlang des ehemaligen Fresenius-Geländes. Die OBG unterstützt sichere Geh- und Radwege sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob zusätzlich zum bestehenden Parkdeck auch einzelne öffentliche Stellplätze erhalten werden können, um den Bedürfnissen künftiger Nutzer des Areals Rechnung zu tragen.
Marion Unger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der OBG, ergänzt: „Stadtentwicklung muss langfristig gedacht werden. Deshalb sollten wir heute keine Entscheidungen treffen, die zukünftige Nutzungsmöglichkeiten unnötig einschränken. Gerade im Bereich des ehemaligen Fresenius-Geländes benötigen wir ausreichend Flexibilität. Dazu gehört auch, den Bedarf an öffentlichen Stellplätzen sorgfältig zu prüfen, bevor bestehende Parkmöglichkeiten dauerhaft entfallen.“
Die OBG wird sich daher weiterhin für eine Sanierung des Borkenbergs einsetzen. Ziel bleibt eine wirtschaftlich sinnvolle und zukunftsfähige Lösung, die die Interessen von Anwohnern, Unternehmen und zukünftigen Nutzern gleichermaßen berücksichtigt.