Rund 1700 Besucher aus ganz Deutschland besuchten das indische Fest in Oberursel am vergangenen Wochenende. Foto: sis
Impressionen der Kinderauftritte.Foto: sis
Oberursel (sis). Ein indisches Fest der Tugend, der Farben und des Lichts, das erstmals auch in Oberursel am vergangenen Samstag von rund 1.700 Personen auf dem Sportplatz der Erich-Kästner-Schule gefeiert und zelebriert wurde. „Der Feiertag wird immer am 2. Oktober gefeiert, allerdings fiel er dieses Jahr auf einen Donnerstag, und es war unser Ziel, möglichst viele Personen der indischen Community aus ganz Deutschland nach Oberursel einzuladen, um unser Fest zu feiern“, erklärt Harish Sharma vom Dussehra Team Frankfurt.
Der Sportplatz verwandelte sich an diesem Abend in eine ganz andere Welt, leuchtend in den Farben Gold, Rot und Blau und duftend nach Curry und anderen Köstlichkeiten. Trommeln hallen durch die Luft, Kinder in bunten Kostümen spielen Szenen aus einer uralten Geschichte: der Kampf des Guten gegen das Böse. Ravana, eine riesige Figur mit zehn Köpfen, die für Zorn, Gier, Neid, Stolz, Lust, Gier nach Macht, Hass, Egoismus, Faulheit und Unwissenheit stehen, ist bereits aufgestellt, die ihren Höhepunkt zum Abschluss des Festes erlebt. „Dieses Fest ist nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern eine Brücke zwischen Indien und Deutschland – ein Zeichen von Integration, Respekt und Freundschaft zwischen unseren Gemeinschaften. Deutschland ist unsere Karma Bhoomi – und Dussehra steht für Licht, das alle Kulturen verbindet, betont Ramesh Sharma, Vorsitzender des Dussehra Team Frankfurt.
Dussehra – auch bekannt als Vijaya Dashami – ist eines der wichtigsten Feste im Hinduismus. Es symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse und markiert das Ende der neuntägigen Navratri-Feierlichkeiten. Der Name stammt aus dem Sanskrit: „Dasha Hara“ – „Zehn besiegt“. Er bezieht sich auf den Sieg von Lord Rama über den zehnköpfigen Dämonenkönig Ravana, wie es das Epos Ramayana erzählt. Neben Vertretern des Indischen Konsulats (CGI Frankfurt) war auch die Bürgermeisterin Antje Runge unter den Gästen und zeigte sich begeistert von der Atmosphäre: „Das Fest ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie interkultureller Austausch Brücken baut und gegenseitiges Verständnis wachsen lässt. Indem wir die Traditionen unserer Nachbarn kennenlernen, öffnen wir nicht nur unsere Herzen, sondern stärken auch das Fundament unserer Gemeinschaft.“
Das Fest symbolisiert den Sieg über das Böse und sie freue sich sehr, dass die indische Community den Weg nach Oberursel gefunden hat, um ihr Fest zu zelebrieren. Ravana, der König von Lanka, war ein mächtiger, gelehrter Mann – und doch von Hochmut geblendet. Als er Sita, die Frau des Prinzen Rama, entführte, begann ein epischer Kampf. Unterstützt von seinem Bruder Lakshmana und dem göttlichen Affengeneral Hanuman, besiegte Rama schließlich den Dämonenkönig. Dieser Sieg steht sinnbildlich für den Triumph der Tugend über die Versuchung – eine Botschaft, die bis heute in jedem Dussehra gefeiert wird. In Indien werden in der Woche vor Dussehra Ram Leela-Aufführungen gespielt – Straßentheater, die das Ramayana lebendig machen.
Auch in Oberursel wurde die Geschichte auf die Bühne gebracht: Kinder spielten Rama, Jugendliche Ravana, begleitet von Trommeln und Musik.
Das Ritual der Flammen – Ein Symbol der Reinigung
Der Höhepunkt jeder Dussehra-Feier ist das Verbrennen der Ravana-Figur – farbenfroh, zehnköpfig, eindrucksvoll. Als der symbolische Pfeil Ramas die Figur traf, loderten Flammen in den Nachthimmel. Das Feuer, so glauben die Gläubigen, reinigt die Seele – es verbrennt Gier, Hass und Eitelkeit. Ein Moment, der Gänsehaut auslöst – egal, welcher Religion man angehört. In Indien verwandeln sich Städte wie Kullu, Varanasi oder Mysuru durch Dussehra in wahre Spektakel. Der Kullu Dussehra Mela etwa zieht zehntausende Pilger an und wurde von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Doch Dussehra ist längst global: In London, New York, Toronto, Frankfurt, am Riedberg oder in Orschel bringt es Menschen zusammen, die ihre Wurzeln mit Stolz und Offenheit feiern. Das Gand Dussehra Mela ist weit mehr als ein religiöses Fest. Es ist ein lebendiges Symbol der Hoffnung, ein Fest der Menschlichkeit – und in Oberursel ein Zeichen gelebter Integration. Ob in den Bergen des Himalaya oder am Rande des Taunus – wenn Ravana brennt, feiern Menschen nicht nur eine Legende, sondern den Glauben daran, dass das Gute, so klein es auch scheinen mag, immer eine Flamme findet, um zu leuchten.
Der festlich geschmückte Altar. Foto: sis
Die Ravana-Figur mit ihren zehn Köpfen vor dem Anzünden.Foto: sis
Impressionen der Auftritte.Foto: sis




