Oberursel (ow). Wie familienfreundlich könnte sich Oberursel in den kommenden Jahren entwickeln – und was heißt das ganz konkret für Eltern, Kinder und Einrichtungen? Der Stadtelternbeirat (STEB) Oberursel hat vor der Kommunalwahl am 15.03.2026 alle Parteien, die in Oberursel zur Wahl stehen, zu zentralen Fragen rund um Kinderbetreuung und Familie befragt. Alle detaillierten Antworten und Begründungen im Wortlaut sind online verfügbar im Internet unter: wahl.steb-oberursel.de
Transparenz und Verbindlichkeit
Der STEB möchte Familien und allen interessierten Bürgern mit der Befragung eine Orientierung geben. Kinderbetreuung ist für viele Menschen ein entscheidendes Thema, weil sie die Lebensrealität von Familien direkt betrifft und darüber mitentscheidet, wie gut sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. Gleichzeitig sind die politischen Entscheidungen in diesem Bereich oft komplex und werden im Alltag vor allem über ihre Folgen wahrgenommen, etwa über Elternbeiträge, Betreuungszeiten, Verfügbarkeit von Plätzen oder die Qualität in den Einrichtungen. Der STEB will deshalb Transparenz schaffen und die Positionen der Parteien sichtbarer machen.
Genauso wichtig ist dem STEB die Verbindlichkeit über die Wahl hinaus. Wahlprogramme und Aussagen im Wahlkampf sind das eine, die Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung nach der Wahl das andere. Mit den Wahlprüfsteinen werden die Parteien gebeten, sich vorab zu zentralen Leitfragen zu positionieren. Diese Positionen sind damit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein Maßstab für die kommende Wahlperiode. Der STEB wird die künftige Politik daran messen, ob Entscheidungen zu Gebühren, zu Betreuungsangeboten und zur Qualität mit den heutigen Aussagen zusammenpassen. Der STEB ist dabei ausdrücklich überparteilich und neutral.
„Als STEB geben wir keine Wahlempfehlung. Wir schaffen Transparenz“, sagt Stefan Beitlich, Vorsitzender des Stadtelternbeirats Oberursel. „Die Parteien entscheiden nach der Wahl über Beiträge und Betreuungsangebote. Mit unseren Wahlprüfsteinen machen wir sichtbar, wofür sie stehen. Das hilft Bürgern bei der eigenen Meinungsbildung und es schafft zugleich Verbindlichkeit, weil wir die Politik in der kommenden Wahlperiode an diesen Aussagen messen werden.“
Schwerpunkte der Befragung
Mit den Wahlprüfsteinen greift der STEB Themen auf, die in nahezu jeder Familie eine Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen bezahlbare und verlässliche Betreuung, eine faire Gebührenstruktur, ausreichend Plätze, gute Rahmenbedingungen für pädagogische Fachkräfte sowie die Frage, wie der Ganztag in Oberursel familienfreundlich umgesetzt wird. Hinzu kommen Themen wie eine nutzerfreundliche digitale Anmeldung und sichere Wege zu Kitas und Schulen. Gerade weil Debatten in der Kommunalpolitik häufig von Haushaltsfragen geprägt sind, will der STEB den Blick darauf lenken, was Entscheidungen im Alltag bedeuten. Familien brauchen Planungssicherheit. Kinder brauchen stabile Bedingungen. Einrichtungen brauchen verlässliche Ressourcen, damit Bildung und Betreuung gelingen.
Gebühren bleiben der zentrale Streitpunkt
Aus den Rückmeldungen wird deutlich, dass die kommende Wahlperiode stark davon geprägt sein wird, wie Kinderbetreuung in Oberursel finanziert wird und welche Rolle Elternbeiträge dabei spielen. Viele Parteien benennen das Ziel, Familien zu entlasten oder Beitragssteigerungen zu begrenzen. Gleichzeitig zeigt das Gesamtbild, dass CDU, SPD und OBG Beitragserhöhungen als wahrscheinlich ansehen oder an entsprechenden Finanzierungslogiken festhalten. Insbesondere die Orientierung an der sogenannten „Drittel-Logik“ (Land, Stadt, Eltern) spielt dabei weiter eine wichtige Rolle, die in der Konsequenz zu weiter steigenden Elternbeiträgen führen könnte.
Ein weiteres wichtiges Signal betrifft die Gebühren im neuen Ganztag. Im Hochtaunuskreis werden Bestrebungen diskutiert, die Gebühren kommunenübergreifend anzugleichen, weil die Leistung in wesentlichen Punkten vergleichbar ist. Für Familien geht es dabei um eine einfache Frage: Sollen in vergleichbaren Angeboten auch vergleichbare Beiträge gelten, unabhängig vom Wohnort im Kreis?
Der STEB macht dazu deutlich: Gebührenpolitik ist immer auch Familienpolitik. Wenn Beiträge steigen, trifft das Familien unmittelbar und kann Entscheidungen über Erwerbstätigkeit, Wohnort und Familienplanung beeinflussen. Umgekehrt braucht eine Stadt, die sich familienfreundlich nennen will, eine Gebührenpolitik, die verlässlich, nachvollziehbar und vor allem tragbar bleibt.
Ganztag und Hort: Übergang pädagogisch sinnvoll gestalten
Mit dem Start des Ganztags steht Oberursel vor einer Phase, in der sich Betreuungsmodelle verändern und bestehende Strukturen – etwa Hortangebote – neu bewertet werden. Der STEB erwartet, dass diese Übergänge nicht allein unter finanziellen Gesichtspunkten organisiert werden. Entscheidend ist, dass Lösungen entstehen, die sich am Bedarf von Kindern und Familien orientieren. Nicht jedes Kind passt in dasselbe Betreuungsraster, und nicht jede Familie hat identische Arbeitszeiten oder Unterstützungsnetzwerke. Deshalb setzt sich der STEB für verlässliche und zugleich flexible Angebote ein, die Kinder gut durch den Nachmittag begleiten, pädagogisch tragen und Eltern echte Planbarkeit geben.
Hinweis: Der Stadtelternbeirat Oberursel (STEB) ist überparteilich und neutral. Die Befragung dient der Information der Öffentlichkeit und enthält keine Wahlempfehlung.