Oberursel (ow). Kaputte Laterne, wilder Müll oder ein Schaden am Gehweg – aber auch ein Ort, der besonders gelungen ist: Mit dem digitalen Stadtmelder könnenBürger Hinweise jetzt einfach online an die Stadt Oberursel melden. Das geht über oberursel-mitmachen.de und auch über die neue Oberursel-App, die Informationen und städtische Angebote an einem Ort bündelt.
Im Interview erklären Bürgermeisterin Antje Runge und Anna Latsch (Leitung Wirtschaftsförderung, Bürgerbeteiligung und Kommunikation), wie der Stadtmelder funktioniert, welche Themen dort richtig sind und was nach dem Absenden passiert.
Frau Runge, Frau Latsch, der Stadtmelder ist seit rund vier Wochen online. Wie sind die ersten Erfahrungen – lässt sich schon eine erste Zwischenbilanz ziehen?
Antje Runge: Die ersten Wochen zeigen: Der Stadtmelder wird genutzt – viele Bürger haben bereits Hinweise schnell und unkompliziert über oberursel-mitmachen.de gemeldet. Das Ziel ist, dass Meldungen schnell dort ankommen, wo sie bearbeitet werden. Dafür werden Hinweise intern an einer Stelle erfasst und direkt an den zuständigen Bereich weitergeleitet. So geht nichts verloren, der Bearbeitungsstand bleibt transparent.
Welche Themen wurden in den ersten Wochen besonders häufig gemeldet?
Anna Latsch: Das Spektrum ist breit. Häufig ging es um wilde Müllablagerungen, verschmutzte Flächen und Schäden an Straßen oder Wegen – aber auch um herrenlose oder verwahrloste Fahrräder. Gleichzeitig nutzen einige Bürger schon die Kategorie „Schönes“ und machen auf Orte aufmerksam, die besonders gelungen sind. Das zeigt: Der Stadtmelder ist nicht nur ein „Mängelmelder“, sondern auch ein Blick auf das, was in Oberursel gut funktioniert und unsere Stadt ausmacht.
Frau Runge, warum hat Oberursel überhaupt einen digitalen Stadtmelder eingeführt?
Antje Runge: Viele Oberurseler sehen im Alltag sofort, wenn etwas nicht stimmt – eine defekte Laterne, ein kaputtes Spielgerät, wilder Müll oder ein Schaden am Weg. Bisher kamen solche Hinweise auf sehr unterschiedlichen Wegen bei uns an: telefonisch, per E-Mail, persönlich oder auch über soziale Medien.
Mit dem Stadtmelder gibt es jetzt einen zentralen digitalen Weg, um Hinweise schnell und unkompliziert zu melden. Die Bürger können ihren Hinweis gezielt einreichen und später nachvollziehen, was daraus geworden ist. Und: Der direkte Kontakt ins Rathaus bleibt natürlich weiterhin möglich – telefonisch und persönlich.
Der Stadtmelder ist auch eine Einladung zum Mitmachen: Wo fällt etwas auf, das behoben werden sollte? Wo kann im Alltag etwas verbessert werden? Oft gilt: Mehr Augen sehen mehr – und Hinweise aus der Bürgerschaft helfen uns, Themen frühzeitig zu erkennen und gezielt anzugehen.
Wo können die Bürger den Stadtmelder am einfachsten finden – und wie hilft dabei die Oberursel-App?
Antje Runge: Seit März 2026 ergänzt die Stadt dieses Angebot durch eine zentrale, kostenlose Oberursel-App. Dort finden die Bürger viele Informationen rund um das Stadtleben an einem Ort – von Neuigkeiten aus dem Rathaus bis zu Hinweisen auf Veranstaltungen sowie Angeboten von Vereinen und Organisationen. Außerdem führt die App direkt zu wichtigen städtischen Angeboten wie dem Stadtmelder und der Beteiligungsplattform „Oberursel-Mitmachen“. So sind viele Infos und städtische Angebote gebündelt schnell erreichbar – an einem Ort. Die Oberursel-App ist in den gängigen App-Stores verfügbar.
Und wer den Stadtmelder direkt nutzen möchte, findet ihn natürlich auch über oberursel-mitmachen.de.
Wie funktioniert der Stadtmelder konkret?
Anna Latsch: Den Stadtmelder finden Sie auf oberursel-mitmachen.de. Wenn Sie etwas melden möchten, wählen Sie den Ort in der Karte aus, entscheiden sich für eine Kategorie und beschreiben kurz, worum es geht. Auf Wunsch können Sie auch ein Foto hochladen. Für eventuelle Rückfragen brauchen wir eine E-Mail-Adresse – sie ist nicht öffentlich sichtbar. Den Bearbeitungsstand können Sie jederzeit im Stadtmelder einsehen.
Was passiert mit einer Meldung, nachdem sie abgeschickt wurde?
Anna Latsch: Die Meldung wird an den zuständigen Bereich weitergeleitet – zum Beispiel an Bau und Service, Ordnung oder Grünpflege. Dort wird geprüft, was zu tun ist, und die Bearbeitung wird gestartet.
Im Stadtmelder sehen die Bürger den Status ihrer Meldung, etwa „in Bearbeitung“ oder „erledigt“. So ist nachvollziehbar, dass Hinweise ankommen und bearbeitet werden.
Welche Themen sind über den Stadtmelder besonders gut aufgehoben – und was eher nicht?
Anna Latsch: Besonders gut passt alles, was Sie im öffentlichen Raum sehen und konkret verorten können – zum Beispiel wilder Müll oder verschmutzte Flächen, Schäden an Straßen-, Rad- oder Gehwegen, defekte Straßenbeleuchtung, beschädigte Bänke oder Probleme auf Spielplätzen und in Parks.
Wichtig: Der Stadtmelder ersetzt keine Notrufnummern. Bei akuter Gefahr – etwa bei Brand oder Unfall – wählen Sie bitte 110 oder 112. Für Anträge, kompliziertere Anliegen oder persönliche Beratung sind weiterhin die bekannten Fachbereiche und Servicestellen die richtigen Ansprechpartner.
Es gibt eine Kategorie „Schönes“. Was hat es damit auf sich?
Antje Runge: Uns war wichtig, nicht nur Mängel zu sammeln. Viele Bürger wünschen sich, auch die schönen Seiten unserer Stadt sichtbar zu machen: Orte, die gelungen sind, an denen man sich gerne aufhält oder Veränderungen, die gutgetan haben.
Mit der Kategorie „Schönes“ kann man genau solche Hinweise teilen – zum Beispiel eine gelungene Umgestaltung, eine neue Bepflanzung oder einen Platz, der besonders einlädt. Das lenkt den Blick auch auf das, was gut läuft – und gibt uns Anregungen, gute Ideen an anderen Stellen mitzudenken.
Was erhoffen Sie sich langfristig vom Stadtmelder?
Antje Runge: Wir wollen Hinweise im Stadtgebiet schneller und gezielter bearbeiten – damit Probleme nicht lange liegenbleiben. Gleichzeitig soll der Stadtmelder das Mitmachen erleichtern: Wer unterwegs etwas sieht, kann es unkompliziert melden und später nachvollziehen, was daraus geworden ist. Wenn Verwaltung und Bürgerschaft hier gut zusammenarbeiten, gewinnt am Ende vor allem eines: die Lebensqualität in Oberursel.
Bürgermeisterin Antje Runge und Anna Latsch, Geschäftsbereichsleiterin für Wirtschaftsförderung, Bürgerbeteiligung und Kommunikation der Stadt Oberursel, im Gespräch zum neu eingeführten Stadtmelder von OberurselFoto:Stadt Oberursel
