Christdemokraten werben für ein Europa der Werte

Foto-Shooting: Die CDU-Basis macht Erinnerungsfotos von ihrer Führungsriege. Foto: js

Hochtaunus (js). Zur schönen Welt gehören Berge und Seen, Wälder und Flüsse und außerhalb des schönen Hessenlandes auch das Meer. So erlebt Sven Simon derzeit bei seinen vielen Reisen kreuz und quer durch Hessen die Welt, die es zu erhalten gilt. „Ich lerne mein Hessenland neu kennen, das Land und die Menschen und Leute auf diesem wunderbaren Kontinent.“ Er spricht von Kontinent, denn in Sachen Europa ist Sven Simon in Hessen unterwegs. Als Spitzenkandidat der CDU Hessen, die am 26. Mai die Europawahl gewinnen will. Beim Jahresempfang der CDU Hochtaunus mit dem Stadtverband Friedrichsdorf gibt der Professor für Völkerrecht und Europarecht an der Philipps-Universität Marburg als Ehrengast des Abends den Parteifreunden einen Einblick in seine Vision vom Europa der Zukunft.

Von einer „Schicksalswahl“ will Simon nicht sprechen, wohl aber von einer „Richtungswahl“, in der am 26. Mai „Kernentscheidungen“ gefällt werden. Ob Europa in der Lage sein wird, das „größte Friedensprojekt der Menschheitsgeschichte“ (die Gründung der EU und ihre Geschichte) zu halten oder der zerstörerische Geist von Populisten jeglicher Couleur stärker sein wird. Ob jene die Mehrheit gewinnen, die das Konstrukt EU in der jetzigen Form lieber früher als später auflösen wollen. Denn der Feind sitzt auch im eigenen Lager. „Wir haben ein Problem in der Familie“, so Simon mit Blick auf Ungarn, Viktor Orbán und Fidesz. Nationalismus, Nationalstaat-Denken dürfe niemals Modell der CDU sein. „Laufen Sie, kämpfen Sie für ein Europa der Stärke, der Werte und der Sicherheit“, ruft Sven Simon den etwa 120 Gästen des Jahresempfangs eine knappe halbe Stunde lang mit viel Emotion zu.

Die Führungsriege der CDU Hochtaunus ist komplett angetreten. Jürgen Banzer natürlich, der Ex-Minister, Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende, Landrat Ulrich Krebs, die „Grande Dame“ Brigitte Kölsch, der Bundestagsabgeordnete Markus Koob, Bürgermeister aus den Kommunen, deren Verwaltung noch von Christdemokraten geführt werden und Bürgermeister in spe, die örtliche CDU-Prominenz mit Stadtverbandschef Rainer Stockbauer und dem Ehrenvorsitzenden Norbert Fischer an der Spitze. Die Multiplikatoren sollen es hinaustragen in die Hochtaunus-Welt, wie sich Sven Simon das Europa der Zukunft vorstellt. Der 40-Jährige bekommt viel Beifall, weil er die Themen angriffslustig und mit Humor aufgreift, die alle im Dorf, der Region, im Land und auf dem Kontinent beschäftigen.

Die Gurke als Sinnbild etwa für das Scheitern des europäischen „Regulierungsmonsters“. Wenn Verordnungen geschaffen werden, die den Krümmungsgrad einer ordentlichen europäischen Gurke definieren und damit, ob sie in den Handel gelangt oder ins Essigglas. Die CDU, so Simon eindringlich, müsse endlich wieder die wichtigen Themen setzen für jenes zu erarbeitende Europa der Stärke und für dessen Werte streiten. „Nicht ausdauernd über die bekloppte Mauer von Trump diskutieren, Venezuela rauf und runter über Wochen und über Diesel-Skandale.“ Seinen Diesel hat er demonstrativ vor der Tür des Forums Friedrichsdorf geparkt und lässt sich davor auch gerne mit der Geschäftsführerin der Hochtaunus-CDU, Katja Gehrmann, und anderen Parteifreunden fotografieren.

Über Alternativen zum Diesel spricht Simon nicht, in einer halben Stunde bleibt nicht genügend Zeit, jedes Problem der europäischen Menschheit en Detail anzusprechen. Künstliche Intelligenz? „Wir müssen Vorreiter sein.“ Globalisierung? „Unbedingt, aber fair gestalten und den Freihandel fördern.“ Europa der Sicherheit? „Außengrenzschutz stärken mit 10 000-Frontex-Leuten und europäischem FBI. Wir müssen doch wissen, wer ein- und ausgeht“. Profil gewinnen müsse Europa durch Zusammenhalt und Geschlossenheit, beim Klimaschutz durch einen „intelligenten Pakt“. Klimaschutz müsse global gedacht werden. Der Nobelpreis gebühre daher dem, der ein schlüssiges Anti-Plastik-Konzept für den afrikanischen Kontinent entwirft, nicht „Schulschwänzern am Freitag“. Beifall und Übergang zum gemütlichen Teil des Abends.

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