Das größte Bauprojekt der Zoo-Geschichte beginnt

Enthüllung des Grundsteins am zukünftigen Standort des Panzernashorn-Hauses durch den Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein (mitte), Gregor von Opel, Vorstandsvorsitzender ‚von Opel Hessische Zoostiftung‘ (re.) und Zoo-Direktor Dr. Thomas Kauffels.

Kronberg (nl) – Wenn der Hessische Ministerpräsident mitten in der Woche auf das Gelände oberhalb von Kronberg kommt, bringt er meistens mehr als nur gute Worte mit. Boris Rhein übernahm die Schirmherrschaft für ein Bauvorhaben, das den Opel-Zoo auf Jahre hinaus verändern wird: Mit der feierlichen Grundsteinlegung für die neue Asien-Anlage beging die Einrichtung ihren 70. Geburtstag und leitete zugleich den nächsten großen Bauabschnitt ein.

Auf knapp 18.000 Quadratmetern bisherigen Zoogeländes entsteht in den kommenden zwei Jahren ein zusammenhängendes Areal für sieben asiatische Tierarten. Die prominentesten Bewohner werden künftig Panzernashörner und Schabrackentapire sein. Für die Tiere braucht es entsprechend viel Platz: Ein ausgewachsenes Nashorn frisst täglich rund 150 Kilogramm Gras, Blätter, Äste und Rinde. Das ist gut das Zehnfache dessen, was ein Großpferd zu sich nimmt. Entsprechend aufwendig fällt die Infrastruktur mit naturnahen Außengehegen und klimatisierten Bauten aus.

Für Gesprächsstoff sorgte im Vorfeld vor allem die Summe: 21 Millionen Euro investiert der Zoo in das Gesamtprojekt. Rund 90 Prozent der Summe bringt die tragende von Opel Hessische Zoostiftung aus eigenen Mitteln auf.

Dazu tragen auch die hohen Besucherzahlen der vergangenen Jahre bei: Mit rund 648.000 Besuchern erlebte der Zoo im vergangenen Jahr ein Allzeithoch. Die hohen Besucherzahlen schaffen den nötigen Spielraum für Rücklagen. Auch ein zweckgebundener Aufschlag auf die Eintrittskarten fließt direkt in die Bautätigkeit. Bislang flossen größere Investitionen des Opel-Zoos vor allem in die Verbesserung bestehender Anlagen und in die Haltungsbedingungen der Tiere. Mit dem Asien-Areal geht der Zoo nun einen Schritt weiter: Er schafft erstmals ein vollständig neues, zusammenhängendes Themengebiet. Nach den notwendigen Verbesserungen kommt damit jetzt die Kür.

Den verbleibenden Teil der Summe bringen Spenden, Erbschaften und die Arbeit des Fördervereins „Freunde und Förderer des Opel-Zoo“ auf, der bereits seit Jahren gezielt für das Bauvorhaben „Panzernashörner“ sammelt. Wie Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels betont, kommt der Opel-Zoo dabei, anders als die meisten deutschen Zoos, vollständig ohne staatliche Subventionen aus. Stiftungsvorsitzender Gregor von Opel unterstrich am Rande der Feierlichkeiten, dass der Zoo mit dem Projekt sein bisher umfangreichstes Vorhaben angeht. Neben der Tierhaltung geht es dem Zoo dabei auch um Umweltbildung und um den Artenschutz in den Herkunftsländern der Tiere.

Zum Artenschutz gehört auch die engere Partnerschaft mit dem WWF Deutschland, die am Rande des Festakts unter dem Namen „Team Tapir Kronberg“ vorgestellt wurde. Besucher können dabei Patenschaften für den Schabrackentapir übernehmen. Während der Opel-Zoo in Kronberg eine Reservepopulation im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Programms aufbaut, fließt ein Teil der Gelder direkt nach Südthailand. Dort finanziert der Zoo bereits seit 2024 die Arbeit des WWF in den Nationalparks Kui Buri und Kaeng Krung, wo Ranger mithilfe von Drohnen gegen illegale Abholzung vorgehen, was neben den Tapiren auch den Lebensraum von Tigern und Elefanten sichert.

Die Eröffnung der Asien-Anlage ist für das Frühjahr 2028 geplant. Dann sollen die ersten Panzernashörner und Schabrackentapire ihr neues Zuhause beziehen. Dass der Opel-Zoo trotz des großen Bauprojekts auch seinen 70. Geburtstag feierte, zeigte sich schon am darauffolgenden Wochenende.

Vom 11. bis 13. September öffnete der Zoo zum eigentlichen Jubiläumswochenende die Tore für ein umfangreiches Programm. Laut Ankündigung des Zoos standen Tierpfleger an verschiedenen Gehegen für Gespräche bereit, etwa bei Eisfuchs, Elefant oder Gepard; dazu kamen Infostände rund um Artenschutz und die Arbeit hinter den Kulissen. Auf dem Programm standen außerdem Livemusik, Kinderschminken und Seifenblasenkunst – und das alles ohne Aufpreis zum regulären Eintritt.

Die Besucher konnten sich so schon jetzt ein Bild davon machen, was sie in der künftigen Anlage erwartet. Mit einem solchen Fest, das ganz bewusst auf die Region und ihre Familien zugeschnitten ist, zeigt der Zoo zugleich, wie nah er trotz seines Millionenprojekts an seinem Publikum bleiben will.

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