Großbrand in Entsorgungsbetrieb – Rauchwolke bis nach Frankfurt sichtbar

Main-Taunus (ju) – Am Samstagmorgen vergangener Woche ist auf dem Gelände des Entsorgungsbetriebs Kilb im Münsterer Gewerbegebiet ein Großbrand ausgebrochen. Gegen 8.39 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem ein Müllhaufen in Flammen stand. Schon kurze Zeit später entwickelte sich eine weithin sichtbare Rauchwolke, die bis nach Frankfurt reichte.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte auf dem Betriebsgelände ein großer, gepresster Müllwürfel, in dem unter anderem alte Reifen, Plastik und weiterer Unrat gelagert waren. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen.

Das Feuer griff rasch auf weitere Müllbereiche über, sodass insgesamt rund 300 Kubikmeter Abfall betroffen waren. Neben dem brennenden Pressblock gerieten auch angrenzende Müllhaufen in Mitleidenschaft. Ein Pavillon, der als Überdachung für gelagertes Material diente, brannte vollständig aus.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Rund 150 Einsatzkräfte verhinderten eine weitere Ausbreitung der Flammen. Mit etwa 2.000 Metern Schlauchmaterial, mehreren Strahlrohren und einem Wasserwerfer von der Drehleiter aus wurde der Brand bekämpft. Zusätzlich kam eine sogenannte Riegelstellung zum Einsatz – eine gezielt aufgebaute Wasserwand, die ein Übergreifen der Flammen auf weitere Bereiche verhinderte. Zur Beobachtung der Lage wurde auch eine Drohne eingesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Betrieb und weiteren Einsatzkräften verlief nach Angaben der Einsatzleitung reibungslos. Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs unterstützten die Löscharbeiten, indem sie unter anderem Gelbe Säcke aus dem Gefahrenbereich entfernten.

Während des Einsatzes kam es zeitweise zu Sperrungen im Umfeld des Betriebsgeländes. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden Anwohnerinnen und Anwohner über Warn-Apps aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung habe jedoch zu keinem Zeitpunkt bestanden, da sich der Brand in einem Gewerbegebiet am Stadtrand ereignete. Nach Angaben der Einsatzkräfte sind zudem keine Giftstoffe ausgetreten.

Auch aus größerer Entfernung war der Brand deutlich wahrnehmbar. Zahlreiche Notrufe aus Frankfurt bestätigten, dass die dunkle Rauchwolke bis in die Mainmetropole sichtbar war – rund 20 Kilometer vom Brandort entfernt.

Zur Höhe des entstandenen Schadens liegen bislang keine abschließenden Angaben vor. Nach bisherigen Einschätzungen dürfte er jedoch vergleichsweise gering sein, da der betroffene Müll ohnehin zur Entsorgung vorgesehen war.

Der Einsatz dauerte bis in den späten Nachmittag und endete gegen 17 Uhr.

Mit einem Großaufgebot waren die Kelkheimer Wehren im Einsatz. Die Rauchsäule war bis nach Frankfurt sichtbar.Foto: Judith Ulbricht



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