Eschborn (MS). Die CDU ist der große Gewinner der Kommunalwahl am Sonntag. Die stärkste Fraktion in der Eschborner Stadtverordnetenversammlung wurde noch einmal größer und gewann drei Sitze hinzu. Künftig werden 14 der 37 Stadtverordneten der CDU-Fraktion angehören. Verloren haben dagegen je einen Sitz die FDP, die Grünen und die Freien Wähler Eschborn (FWE).
Auch wenn die Verschiebungen in Eschborn insgesamt nicht übermäßig groß waren, hat das Ergebnis Auswirkungen auf die Mehrheitsbildung im neuen Stadtparlament. Wegen ihrer kräftigen Stimmengewinne könnte die CDU künftig allein mit den Grünen regieren. Die FWE werden für eine Koalition nicht mehr gebraucht. Dass sich die CDU für ihren bisherigen grünen Koalitionspartner entscheidet, ist zumindest rechnerisch nicht selbstverständlich. Auch mit der FDP oder mit der SPD würde es für eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung reichen. Umgekehrt ist eine Mehrheitskoalition ohne die CDU kaum vorstellbar. Dazu wäre in jedem Fall ein Vierer-Bündnis von programmatisch teilweise weit entfernten Parteien erforderlich.
Im Einzelnen kam die CDU nach Auszählung aller Stimmen auf einen Stimmenanteil von 36,31 Prozent. Das waren 5,71 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl im Jahr 2021. Trotz einer geringeren Wahlbeteiligung legten die CDU auch bei der Zahl der Stimmen zu. Sie steigerte sich um 10.437 Stimmen und erreichte insgesamt 100.085 Stimmen.
Da konnte keine der anderen Parteien mithalten. Grüne und SPD lagen deutlich dahinter. Mit 46.086 Stimmen konnten sich die Grünen nur hauchdünn vor der SPD halten, die am Ende ganze elf Stimmen weniger hatte, was also nicht einmal einem Drittel Stimmzettel entspricht. Beide kamen auf einen Stimmenanteil von 16,72 Prozent. Das bedeutet für die Grünen einen Verlust von 1,28 Prozentpunkten, für die SPD ist es aber ein leichter Zugewinn von 0,72 Prozentpunkte. Das Mini-Plus der SPD ist aber nur der geringeren Wahlbeteiligung geschuldet. Tatsächlich haben auch die Sozialdemokraten Stimmen verloren.
Die größten Verluste wies am Sonntag die FDP auf. Ihr gingen 11.411 Stimmen von der Fahne, was zu einem Minus von 2,94 Prozentpunkten führte. Mit einem Stimmenanteil von 15,46 Prozent rutschte die FDP von Platz zwei auf Platz vier in der Eschborner Parteien-Hierarchie. Ähnlich hart traf es die FWE, die 9.869 Stimmen verlor und einen Verlust von 2,82 Prozentpunkten beklagen muss.
Relativ konstant gehalten hat sich „Die Linke“. Sie legte leicht auf 5,52 Prozent zu, weil sie 1.124 Stimmen mehr als vor fünf Jahren erringen konnte.
Erste Reaktionen
Mittlerweile gibt es erste Reaktionen der Eschborner Parteien und Gruppierungen auf das Wahlergebnis. „Das ist ein sehr starkes Ergebnis, das uns Rückenwind gibt“, sagt der Eschborner CDU-Parteivorsitzende Sebastian Brekner. „Wir nehmen dieses Ergebnis sehr dankbar und demütig an. Es ist für uns zugleich Ansporn und Verpflichtung, unseren klaren bürgerlichen Kurs im Interesse aller Eschborner und Niederhöchstädter in den kommenden fünf Jahren umzusetzen.“ Mit wem die Christdemokraten in den nächsten fünf Jahren die Stadt regieren werden, wollen sie in „ergebnisoffenen Gesprächen“ ausloten.
Zufrieden sind nach eigenen Angaben auch die Grünen, obwohl sie einen Sitz im Stadtparlament verloren haben. „Als Partei mit den zweitmeisten Stimmen können wir stolz auf intensive Wochen des Wahlkampfs zurückblicken“, erklärte Spitzenkandidatin Cathérine-Caroline Hillen. Co-Spitzenkandidat Stefan Henschel glaubt trotz 6.590 verlorener Stimmen, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit der Grünen zufrieden seien.
Auch die SPD redet sich das Ergebnis ein wenig schön. Sie freut sich in einer Pressemitteilung, dass sie das Ergebnis von 2021 „übertroffen“ habe, obwohl in Summe weniger Menschen für die Sozialdemokraten abgestimmt haben. „Wir sind zwar nicht der Wahlsieger, aber wir gehören zu den Gewinnern dieser Kommunalwahl in Eschborn“, sagt Spitzenkandidatin Eva Sauter.
Enttäuscht dagegen ist Regine Seidel von den FWE. „Wir hätten uns natürlich ein besseres Ergebnis gewünscht. Aber Wahlergebnisse gehören zur Demokratie dazu.“ Mit drei Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung und einem Sitz im Magistrat wolle man eine „engagierte Stimme für sachliche Entscheidungen und eine verlässliche Politik für Eschborn und Niederhöchstadt“ bleiben.
Noch keine Stellungnahmen zum Wahlergebnis lagen bis Redaktionsschluss von der FDP und von der Fraktion „Die Linke“ vor.
Niedrigere Wahlbeteiligung
Insgesamt gingen am Sonntag 7.944 Eschbornerinnen und Eschborner zur Wahl, die in Summe 275.634 gültige Stimmen abgaben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 51,6 Prozent. Im Jahr 2021 traten 553 Personen mehr an die Wahlurnen, so dass die Wahlbeteiligung um 2,7 Prozentpunkte niedriger als vor fünf Jahren war.
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