Auf zur großen Nussjagd in Hessen

Haselmäuse leben heimlich und versteckt. Foto: GettyImages / slowmotiongli

Hessen (bs) – Im Herbst laden NABU und NAJU Hessen Schulklassen, Kindergruppen und Familien dazu ein, als Bilch-Scouts auf die große Nussjagd zu gehen. Bis zum Januar des kommenden Jahres gilt es, in Wald und Flur angeknabberte Haselnüsse zu suchen und dabei der scheuen und gefährdeten Haselmaus auf die Spur zu kommen. Die fleißigen Nussjäger können eine spannende Spurensuche in der Natur erleben und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Haselmaus in Hessen leisten. Da die Haselmaus immer weniger geeignete Lebensräume findet, ist die europaweit geschützte Art in Hessen mittlerweile selten geworden. Ihre heimliche Lebensweise führt dazu, dass es nur unvollständige Daten über ihr Verbreitungsgebiet gibt.

Wie wird man zum Bilch-Scout?

Das Mitmachen bei der Nussjagd ist ganz einfach: Bei einem Ausflug in die Natur gilt es, am Waldrand und an Hecken nach angeknabberten Haselnüssen zu suchen und die Fraßspuren genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit einem einfachen Bestimmungsschlüssel, der auf der Webseite www.nussjagd-hessen.de zum Herunterladen bereitsteht, lässt sich feststellen, ob eine Haselmaus, ein Eichhörnchen, eine Waldmaus oder ein Siebenschläfer an der Nuss geknabbert hat. Wer Haselnüsse mit Knabberspuren der Haselmaus entdeckt hat, kann maximal zehn davon zur Nachbestimmung an die Haselmaus-Experen des NABU Hessen schicken. Als Dankeschön für die Unterstützung erhalten die Teilnehmenden eine Auszeichnung mit Urkunde als Bilch-Scouts. Sie erfahren auch, ob sie mit ihrer Bestimmung richtig lagen. Die Nussjagd in Hessen endet am 31. Januar 2027. Zur Nussjagd bietet der NABU Hessen auf der Aktionsseite eine Bestimmungshilfe, einen Einsendebogen für die gesammelten Nüsse und NAJU-Spielaktionen zur Haselmaus zum Download an.

Biologie der Haselmaus

Die nur daumengroße Haselmaus ist eigentlich keine Maus, sondern eine kleine Verwandte des größeren Siebenschläfers: Beides sind Bilche oder sogenannte Schlafmäuse. Wichtigste Gemeinsamkeit: große schwarze Kulleraugen, buschig behaarte Schwänze und eine Leidenschaft für das Schlafen. Im Unterschied zum zwanzig Zentimeter großen Siebenschläfer (ohne Schwanz) wird die Haselmaus nur acht Zentimeter groß. Sie macht auch keinen Radau auf dem Dachboden. Dafür ist die hellbraune Haselmaus voller Geheimnisse. Sie lebt meist hoch über unseren Köpfen in den Kronen der Bäume und meidet den riskanten Weg über den Erdboden. Der Kletterkünstler ist daher nur schwer zu beobachten und seine Verbreitung in Hessen nur teilweise bekannt. Manchmal finden Naturschützer bei der Reinigung von Nistkästen Hinweise auf den putzigen Baumkobold.



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