Mammolshain wieder im Zentrum des Radklassikers

Taunus (as) – Seit 1962 gibt es den Radklassiker Eschborn-Frankfurt, der viele Jahrzehnte „Rund um den Henninger Turm“ hieß. Und ein Ort ist mit dem Eintages-Klassiker, der seit Ende der 60er fest den Termin am 1. Mai einnimmt, enger verbunden als Start- und Zielort: der Mammolshainer Berg mit seinem bis zu 23 Prozent steilen „Stich“ in der Straße am Steinbruch. Es ist der neuralgische Streckenpunkt, den Kletterspezialisten nutzen müssen zum Angriff und die Sprinter irgendwie überstehen müssen, wenn sie an der Alten Oper nach dem Sieg greifen wollen.

Letzter Auftritt Degenkolbs?

Ohne die ganz großen internationalen Stars wie Tadej Pogacar, Mathieu van der Poel, Wout van Aert, Remco Evenepoel und neuerdings Paul Seixas aus Frankreich liegt das Augenmerk der Fans beim ersten deutschen World-Tour-Rennen des Jahres auf den einheimischen Fahrern, die im Feld der 16 World-Tour- und fünf Pro-Continetal-Teams fast vollständig vertreten sind – mit Ausnahme des Tour-de-France-Dritten Florian Lipowitz.

Lokalmatador John Degenkolb aus Oberursel (Team Picnic PostNL) ist nach dem sturzbedingten Fehlen im Vorjahr wieder am Start – womöglich ist es sogar das letzte Mal für den 37-Jährigen, der 2011 als Neuprofi das Rennen bereits für sich entscheiden konnte. Letzteres gilt auch für Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla), den Sieger von 2019. Beide werden sich aber bei dem erneut verschärften Streckenprofil mit 3.300 Höhenmeter schwer tun, im Finale noch eine Rolle zu spielen, auch der Odenwälder Jonas Rutsch (Lotto Intermarché), dürfte sich über das noch zackigere Profil nicht freuen. Die zweite Feldberg-Auffahrt 100 km vor dem Ziel ist für sie der Knackpunkt. Bessere Chancen haben auf dem Kurs etwa Rutschs Teamkollege, der deutsche Meister Georg Zimmermann, Lennard Kämna (Lidl-Trek), Felix Engelhardt (Team Jayco AlUla) und Nils Politt (UAE Team Emirates – XRG), der beim Heimrennen in seinem sonst von Stars gespickten Team vielleicht mal auf eigene Rechnung fahren darf. Der Start von Maximilian Schachmann (Soudal Quick-Step) ist noch nicht sicher.

Auffällig ist die Zusammensetzung des Fahrerfeldes, die die Entwicklung des Rennens widerspiegelt: Zu bergfesten Klassikerspezialisten kommen immer mehr echte „Bergfahrer“. Sofern Vorjahressieger Michael Matthews aus Australien (Team Jayco AlUla) nach seinem doppelten Handgelenksbruch im Training sein angestrebtes Comeback geben kann, ist das komplette Podium von 2025 erneut am Start: neben ihm der Zweitplatzierte Magnus Cort Nielsen (Dänermark/Uno-X Mobility) und der Dritte Jon Barrenetxea (Spanien/Movistar Team).

Das neue Profil als Herausforderung

Die Besetzung passt zum Profil des Rennens, das so viele Anstiege aufweist wie nie zuvor. Mit dem neu integrierten steilen Burgweg in Niederreifenberg, der dreimal auf dem Weg zum Roten Kreuz bewältigt werden muss, zwei Feldberg-Auffahrten über die selektivere Südseite (einmal von Niederreifenberg über Rotes Kreuz, einmal von Königstein) und der Verschiebung des Mammolshainer Stichs Richtung Finale erreicht das Rennen eine neue Dimension. Vieles spricht für ein hartes, früh selektives Rennen und für eine Entscheidung aus einer deutlich kleineren Gruppe als in den Vorjahren.

Tipps für Zuschauer

Neben dem „Hotspot“ Mammolshain gibt es für Fans das Steckenfest auf dem Feldberg, der Marktplatz in Oberursel, der Berliner Platz in Kronberg, der „Dalles“ in Sulzbach und die Eppsteiner Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster werden gerne zum Zuschauen und Feiern genutzt. Glashütten und Oberems stehen durch die Sperrung an der Kittelhütte nicht auf dem Streckenplan, in Schloßborn wird am Streckenrand dafür die Kerb mit Frühschoppen (Caromber Platz) gefeiert.

Im Übrigen gehen bei der ADAC Velotour auch 12.000 Hobbyfahrer schon am frühen Morgen auf ihre drei Strecken, das Rennen der Klasse U23 findet in diesem Jahr nicht statt. Und die Kinderrennen und Nachwuchsklassen bis U17 bleiben auf dem Rundkurs in der Frankfurter Innenstadt.

Weitere Informationen zum Rennen, zur Strecke und zu den Sperrungen der Strecke gibt es unter www.eschborn-frankfurt.de.

Foto:

Die neue Streckenführung von Eschborn–Frankfurt zeigt sich im Taunus mit dem Burgweg in Niederreifenberg und der Weiterfahrt zum Roten Kreuz. Auch der Sandplacken und Schmitten werden dreimal passiert, in Glashütten dafür nur noch der Ortsteil Schloßborn. Karte: A.S.O. Germany



X