Neue Informationstafel „Kelten am Altkönig“

In einer Gemeinschaftsaktion auf den Spuren der Kelten (v. l.): Rainer Schmitt, Dr. Altfried Lütkenhaus, Klaus Schmitte (alle Rotary-Club Königstein), die Schülerinnen Elina Cleppien, Sarah Burkhardtova und Luisa Schneider, Ulf Linke (Lehrer Taunus Gymnasium), Maja Garlich, (Stv. Geschäftsführung Naturpark Taunus) und Landrat Ulrich Krebs Foto: Naturpark Taunus

Taunus (kez) – Der Altkönig gehört nicht nur zu den markantesten Erhebungen im Taunus und bietet daher einen wunderschönen Ausblick, er hat auch eine lange Siedlungsgeschichte: Bereits um 400 vor Christus haben die Kelten hier eine Höhensiedlung errichtet. Noch heute zeugen die eindrucksvollen Ringwälle von dieser Zeit. Die Kelten hatten mit dem Heidetränk-Oppidum als wichtigstem keltischen Zentrum der Region lange einen bedeutenden Einfluss.

Um das Bewusstsein für die kulturhistorische Vergangenheit des beliebten Ausflugsziels zu stärken, hat der Naturpark Taunus in Zusammenarbeit mit den Taunusgymnasium Königstein und dem Rotary-Club Bad Soden-Königstein eine großformatige Informationstafel erstellt. Diese wurde jetzt am viel frequentierten Wanderparkplatz „Große Kurve“ installiert, von wo aus sich der Altkönig erwandern lässt. Die Tafel beinhaltet neben Informationen zu den Kelten am Altkönig und um Oberursel auch einen umweltverträglichen Routenvorschlag zum Gipfel.

„Es ist toll, wie sich hier Schüler aus eigenem Antrieb mit der Geschichte des Taunus auseinandergesetzt und sich für ein solches Projekt zusammengetan haben. Das ist vorbildlich. Von dem Ergebnis profitieren künftig alle Besucher“, lobte Landrat Ulrich Krebs bei der Einweihung der Tafel. In der Tat: Die vier Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Mathematik, die kurz vor dem Abitur stehen, haben sich außerhalb von Unterricht oder Arbeitsgemeinschaften mit ihrem Mathelehrer zusammengetan, um sich der Geschichte der Kelten zu widmen. „Es ist wichtig, etwas über die Heimat und deren Historie zu wissen, und das Thema war interessant“, sagt Luisa Schneider, eine der drei Schülerinnen, die zusammen mit ihrem Lehrer Ulf Linke bei der Einweihung dabei sein konnten. Linke beschreibt die akribischen Recherchen, die sie unter anderem mit dem Vortaunusmuseum Oberursel und dem Landesmuseum zusammengebracht hatten. Die Idee entstand, weil sich die Schüler die Frage gestellt hatten, was es Interessantes in der Umgebung gibt. Umso erfreulicher, dass die Rotarier die Entwicklung und Anfertigung der Tafel ermöglichten. Klaus Schmitte, Präsident des Rotary Clubs, zeigte sich von dem Ergebnis beeindruckt und bedankte sich für das Engagement. Die Unterstützung solcher Projekte sieht er als eine Kernaufgabe. Man könne sich gut vorstellen, dass es nicht bei der einen Tafel bleibt, sondern dass das Projekt fortgesetzt wird. Eine Botschaft, die der Naturpark gerne hört.

Mit der Installation der neuen Tafel ist ein weiterer Schritt unternommen worden, die reiche Geschichte des Taunus zu vermitteln und das Bewusstsein für den Schutz archäologischer Denkmäler zu stärken. Die Tafel fügt sich in das Designkonzept ein, das sukzessive auf der gesamten Verbandsfläche umgesetzt wird, und stärkt so den Wiedererkennungswert in der Region.

Nicht nur die keltischen Spuren am Altkönig machen den 798 Meter hohen Berg so besonders. Auch der dortige Naturraum ist besonders schützenswert. So liegt er in einem Naturschutzgebiet, die Gipfelregion ist als Europäisches Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet) ausgewiesen. Deswegen ist die touristische Erschließung ein zweischneidiges Schwert. Der Naturpark verzichtet in diesem Bereich bewusst auf die Markierung von Wanderwegen, weist für Interessierte auf der neuen Tafel aber die Strecke aus, auf der Natur- und Geschichtsbegeisterte bis auf den dritthöchsten Gipfel des Taunus gelangen können.



X