Main-Taunus (bs/Sc) – Nach Gewalttaten hilft eine neue Traumaambulanz am varisano Krankenhaus Hofheim, seelische Belastungen frühzeitig zu behandeln. Das ambulante Angebot ist seit Montag, 2. November, Teil des Traumatherapienetzwerks Hessen. Es richtet sich an Erwachsene, die Opfer körperlicher oder psychischer Gewalt geworden sind. Auch Zeuginnen und Zeugen schwerer Gewalttaten sowie nahe Angehörige und Hinterbliebene können sich dort unterstützen lassen.
Ein zentraler Punkt: Für die psychotherapeutische Beratung oder Behandlung ist kein vorheriger Behördenbescheid nötig. Nach der Kontaktaufnahme prüft das Team, ob die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. Ist dies der Fall, startet das therapeutische Angebot, dessen Kosten das Hessische Amt für Versorgung und Soziales im Rahmen des Sozialgesetzbuches XIV trägt.
Empfohlen wird, möglichst innerhalb von zwölf Monaten nach der belastenden Erfahrung die Ambulanz zu kontaktieren. In Ausnahmefällen ist auch ein späterer Einstieg möglich. Zu Beginn stehen maximal fünf Sitzungen zur Verfügung. Falls nötig, können Betroffene bis zu zehn weitere Sitzungen beantragen. Die Therapien umfassen Stabilisierungstechniken, psychische Diagnostik und erste Maßnahmen zur Verarbeitung des Erlebten. Zusätzlich beraten die Therapeuten über weiterführende Behandlungsmöglichkeiten.
Informationen und Kontaktdaten zur Traumaambulanz gibt es auf der Internetseite der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik am varisano Krankenhaus Hofheim.