Schwalbach (sz). Am Donnerstag, 30. Oktober, findet um 18.30 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses eine Bürgerversammlung zur geplanten Kooperationsvereinbarung mit der „Süwag Grüne Energien und Wasser AG & Co. KG“ statt. Dazu lädt Stadtverordnetenvorsteher Jan Frey alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein.
Im Mittelpunkt steht die künftige Wärmeversorgung über das Fernheizwerk Schwalbach. Ziel der Veranstaltung ist es, frühzeitig über Inhalte, Chancen und mögliche Auswirkungen der Vereinbarung zu informieren. Nach der Begrüßung durch Jan Frey und einer Einführung von Bürgermeister Alexander Immisch stellt ein Vertreter der Energiekommission die wichtigsten Punkte des Vertrags vor. Auch ein Rechtsanwalt der Wirtschaftskanzlei „Görg“, die die Stadt berät, wird Fragen aus der Bevölkerung beantworten.
Die Vereinbarung verfolgt drei Hauptziele: eine sichere und bezahlbare Wärmeversorgung über das Jahr 2027 hinaus, die Modernisierung und Dekarbonisierung des Heizwerks bis 2045 sowie die Erweiterung des Fernwärmenetzes. Bereits bis Ende 2028 soll laut dem Süwag-Plan der Kohlendioxid-Ausstoß um 55 Prozent gesunken sein. Dazu sollen Abwärme aus zwei Rechenzentren am Kronberger Hang und Großwärmepumpen genutzt werden. Eines der Rechenzentren wird gerade gebaut, das andere soll auf dem Grundstück gegenüber der Aldi-Filiale entstehen. Die Süwag hat nach eigenen Angaben vom Bund eine Förderzusage über rund 40 Prozent der geplanten Investitionssumme von 37,6 Millionen Euro erhalten. Davon seien 15 Millionen Euro bereits verbindlich bewilligt.
Preise sollen sinken
Die Energiekommission, in der alle Fraktionen, der Magistrat und sachkundige Bürgerinnen und Bürger vertreten sind, hat die Verhandlungen vorbereitet. Nach Angaben der Stadt sollen die Grundpreise trotz der Investitionen nicht steigen, teilweise sogar sinken.
„Mit dieser Vereinbarung legen wir den Grundstein für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung in Schwalbach“, sagt Bürgermeister Alexander Immisch. Die Partnerschaft mit Süwag ermögliche es, Klimaschutz, Preisstabilität und Versorgungssicherheit zu verbinden.
Die Stadtverordnetenversammlung diskutiert gerade über die Kooperationsvereinbarung. Vor allem die Grünen haben Zweifel, ob eine vorzeitige Verlängerung der Verträge mit der Süwag die beste Lösung für die Schwalbacher Fernwärmekunden ist. Sie bevorzugen eine europaweite Ausschreibung, um den künftigen Betreiber des Heizkraftwerks in der Adolf-Damaschke-Straße zu finden, so wie es die Stadtverordnetenversammlung eigentlich beschlossen hat.