Schwalbach (sz). Die Interkulturelle Liste Schwalbach kandidiert bei der Ausländerbeiratswahl am Sonntag, 15. März. Der Wahlausschuss der Stadt hat die Liste zugelassen. Damit wird es in Schwalbach nach fünf Jahren Pause wieder einen gewählten Ausländerbeirat geben.
Die Interkulturelle Liste geht auf eine Initiative der Wählergruppe „Die Eulen“ zurück, in deren Wahlprogramm die Reaktivierung des Ausländerbeirats schon 2021 verankert war. Das Gremium vertritt die Interessen der nichtdeutschen Bevölkerung in Schwalbach. Nach Angaben von „Eulen“-Sprecher Herbert Swoboda machen Nichtdeutsche rund 26 Prozent der Einwohnerschaft aus. In der Stadt lebten Menschen aus nahezu 120 Nationalitäten.
Die Interkulturelle Liste umfasst sechs Kandidatinnen und Kandidaten mit familiären Wurzeln in der Türkei, Afghanistan und der Ukraine. Vier Frauen und zwei Männer treten an. Es sind Ferda Yildirim, Olha Müller, Robina Noori-Sultani, Tunay Yekdar, Roya Saifi und Hamidullah Muradi. Mehrere Bewerberinnen und Bewerber verfügen laut „Eulen“ bereits über Erfahrungen als Integrations- oder Gesundheitslotsen oder waren im Jugendparlament aktiv.
Herbert Swoboda bedauert, dass es nicht gelungen ist, weitere größere Gruppen – etwa aus Südkorea, Marokko, Indien oder aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union – in die Liste einzubinden. Zugleich verweist er aber darauf, dass mit der Kandidatur ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung des Ausländerbeirats gelungen sei.
Ein Anlauf zur Wahl eines Ausländerbeirats war im Jahr 2021 gescheitert, nachdem ein Kandidat kurzfristig zurückgezogen hatte und die notwendige Mindestzahl verfehlt wurde. Stattdessen wurde eine Integrationskommission eingesetzt, deren Arbeit nach Einschätzung der Initiatoren „wenig öffentliche Wirkung“ entfaltet habe.
Wahlberechtigt sind bei der Wahl zum Ausländerbeirat, die parallel zur Kommunalwahl stattfindet, alle Nichtdeutschen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und seit sechs Wochen in Schwalbach wohnen. Die „Eulen“ rufen dazu auf, von diesem Wahlrecht Gebrauch zu machen, um dem Ausländerbeirat eine möglichst breite Legitimation zu geben.