Dunkle Wolken sind über dem Medizintechnikhersteller „BIT Analytical Instruments“ am Kronberger Hang aufgezogen. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.Foto: Schlosser
Schwalbach (MS). Die „BIT Analytical Instruments GmbH“ mit Sitz am Kronberger Hang ist insolvent. Das Amtsgericht Königstein eröffnete bereits am 1. Juli das Insolvenzverfahren und bestellte den Frankfurter Rechtsanwalt Joachim Kühne von der Kanzlei CMS zum Insolvenzverwalter.
Das Unternehmen gehört zur BIT-Gruppe, die seit Jahren auf die Entwicklung und Herstellung von Analyse- und Diagnostikgeräten spezialisiert ist. In Schwalbach werden hochspezialisierte Laborgeräte gefertigt, die weltweit zum Einsatz kommen. In Fachkreisen gilt BIT als zuverlässiger Mittelständler mit technologischem Know-how.
Nach übereinstimmenden Medienberichten war nicht etwa eine schwache Auftragslage der Auslöser für die Insolvenz, sondern eine Schadenersatzklage in Japan gegen eine Gesellschaft der Unternehmensgruppe. Demnach sollen hohe Forderungen entstanden sein, die den Mittelständler in die Zahlungsunfähigkeit trieben. Offizielle Gerichtsdokumente aus Japan liegen dazu bislang nicht öffentlich vor. Dennoch gilt die Klage als wesentlicher Auslöser der aktuellen Krise.
Für die rund 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schwalbach bedeutet das Verfahren eine Zeit der Unsicherheit. Sie hoffen, dass der Mutterkonzern Messer eine Lösung findet oder ein Investor das Unternehmen übernimmt. Eine offizielle Stellungnahmen des Industriegasespezialisten Messer aus Bad Soden liegt bisher nicht vor.
Insolvenzverwalter Joachim Kühne hat zurzeit die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage zu prüfen und Möglichkeiten einer Sanierung auszuloten. Ob eine Rettung gelingt, hängt von mehreren Faktoren ab – insbesondere davon, ob sich Investoren finden oder Messer selbst einspringt. Größeren Entlassungen wurden bisher nicht angekündigt.
In den kommenden Wochen wird das Insolvenzgericht weitere Termine veröffentlichen, unter anderem zur Gläubigerversammlung. Spätestens dann dürfte klarer werden, ob BIT eine Zukunft in Schwalbach hat oder ob die Stadt nach Samsung, Conti, Vitesco und Ellen Wille ein weiteres Unternehmen verlieren wird.
