Schwalbach (te). Im Rahmen des internationalen Roboterwettbewerbs „World Robot Olympiad“ war Schwalbach – fast schon traditionell – auch in der Saison 2026 Mitte Mai wieder Austragungsort einer der regionalen Wettbewerbe als Vorentscheid für die Teilnahme am Deutschland- sowie Europa- und schließlich am Weltfinale.
In der Kategorie „Future Innovators“ lautete das Thema diesmal „Robots Meet Culture –Kreative Roboterlösungen zum Schutz und Erleben von Kunst und Kultur“. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 22 Jahren konnten in 2er- oder 3er-Teams für ihre Ideen und Projekte neben Lego-Robotern auch jegliche andere Roboter nutzen, um auf spielerische Art und Weise etwas über Informatik, Technik und Robotik zu lernen. Betreut werden sie dabei jeweils von einem erwachsenen Coach. Der Team-Wettbewerb soll für MINT-Themen begeistern und motivieren, eine technische Ausbildung oder ein technisches Studium zu beginnen.
Nach eingehender Recherche zum Thema entwickelt jedes Team eine innovative und funktionierende Roboterlösung. Zum Bau, der Programmierung und Steuerung durften alle Materialien auf kreative Art und Weise verwendet werden. Am Tag des Wettbewerbs präsentierten die Teams ihre Projekte vor zwei Jurygruppen, wobei das Alter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer berücksichtigt wurde.
In den Altersklassen „Elementary“ (8 bis 12 Jahre), „Junior“ (11 bis 15 Jahre) sowie „Senior“ (14 bis 19 Jahre) hatten insgesamt zehn Teams für ihre jeweilige Projektidee ein Robotermodell eigenständig entwickelt und präsentierten diese im großen Saal des Bürgerhauses.
Musik zum Riechen
Das Projekt „Electro Harmony“ des Teams „MSF Foxes Inno S“ mit Dhruv, Jahnavi und Isha von der englischsprachigen „Metropolitan School Frankfurt“ überzeugte mit seiner vollständig in Englisch gehaltenen Präsentation und gewann mit einem deutlichen Vorsprung von 33,75 Punkten gewonnen. Die Innovation: Inklusivere Kultur für mehr Social Impact. Mittels Gerüchen wird dabei Musik auch für Menschen mit Hörbehinderung in Echtzeit erlebbarer – ähnlich der seit den 70er-Jahren bekannten Lichtorgeln. Das Team berichtete, dass Ton und Licht im Thalamus gefiltert werden, während nur der Geruchssinn eine direkte Verbindung zum limbischen System aus Hippocampus und Amygdala für Emotionen und Gedächtnis hat und damit deren stärkster Auslöser ist. Zugleich könnten Erlebnisse durch die Verbindung von Riechkolben und den Gedächtniszentren tiefer im Langzeitgedächtnis verankert werden als rein audiovisuelle Reize.
In der Praxis erzeugte die „Geruchs-Orgel“ aus tiefen Bässen erdige, schwere Düfte. Hohe Frequenzen ergeben helle, energetische Aromen, durch die eine künstliche Synästhesie erzeugt wird. Der aktivierte olfaktorische Cortex soll so das intellektuelles Erleben des Hörens in ganzkörperliche Erfahrung verwandeln.
Das „MartinusRobots Team 2“ von der Martinus-Grundschule Mainz-Weisenau erklärte der Jurygruppe ihr „Mainzgefühl für alle“-Projekt mit einer selbstfahrenden und Sehenswürdigkeiten erklärenden Rikscha als Stadtführung für Menschen, die schlecht gehen oder hören können.Foto: te
Im großen Saal des Schwalbacher Bürgerhauses präsentierten zehn 2er- oder 3er-Teams ihre Projekte an eigenen Ständen.Foto: te

