Schwalbach (sz) – Mit den Folgen der sogenannten „Fast Fashion“ haben sich kurz vor den Sommerferien 15 Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Ebert-Schule (FES) beschäftigt. Die Projektwoche für Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren organisierten die Schulsozialarbeit und das Jugendbildungswerk der Stadt.
Zu Beginn setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Bedeutung von Kleidung für Identität und Selbstdarstellung auseinander. Anschließend verfolgten sie den Weg eines Kleidungsstücks von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zur Wiederverwendung oder Entsorgung. Ein Schwerpunkt lag auf den ökologischen Folgen der Textilindustrie. Die Jugendlichen recherchierten unter anderem den Wasserverbrauch bei der Produktion von Kleidung und erfuhren, dass für eine Jeans rund 6.000 bis 7.000 Liter Wasser benötigt werden. Außerdem beschäftigten sie sich mit Mikroplastik, Chemikalien in der Textilproduktion und den Auswirkungen auf Gewässer. Besonders anschaulich war die Auseinandersetzung mit der Austrocknung des Aralsees anhand von Satellitenbildern.
Die Ergebnisse der Projektwoche werden zunächst in der Schule präsentiert. Vom 10. bis 24. September sind sie außerdem im Glaskubus des Limes-Einkaufszentrums zu sehen.
Auch praktische Erfahrungen standen auf dem Programm. Beim „Upcycling“-Tag mit Melanie Manneschmidt von der Jugendförderung des Main-Taunus-Kreises gestalteten die Schülerinnen und Schüler alte Kleidungsstücke mit Stofffarben, Glitzersteinen und einer Nähmaschine um, oder tauschten sie gegen andere. Außerdem besuchte die Gruppe das Deutsche Ledermuseum in Offenbach. Dort erhielten die Jugendlichen Einblicke in die Verarbeitung verschiedener Materialien und fertigten anschließend einen Lederbeutel an.
Bürgermeister Thomas Milkowitsch sieht in der Projektwoche einen „wichtigen Beitrag zur Umweltbildung“. Wer die Zusammenhänge kenne, könne bewusster handeln. Jugendbildungsreferentin Nadine Desoi betont, die Jugendlichen hätten sich ohne erhobenen Zeigefinger mit dem Thema auseinandergesetzt und dabei erlebt, dass nachhaltiger Konsum auch kreativ und alltagstauglich sein kann.
