Steinbach (he). Die Männer tanzen in schillernden Kostümen, die Fanclubs jubeln ihnen zu und alle im Saal sind in hochragender Stimmung. Das ist das Männerballett Spaßturnier des Steinbacher Carnevalsclubs 1974.
Eröffnet wurde der Abend im Bürgerhaus von der Mädels Tanzgruppe des Steinbacher Carnevalsclub mit dem Programm „Jumanji“. Tänzerisch nahmen sie das Publikum mit auf eine Reise in und durch das Videospiel, zeigten sich zu Beginn als Entdeckerinnen mit Hut und als Abenteurer mit blauen Westen bevor zerrissene weiße T-Shirts veranschaulichen, dass sie ihre ersten Kämpfe überlebt haben und dennoch weitertanzen. Mit Sprüngen bewegten sie sich synchron auf der Bühne und zogen die Zuschauer mit in das Spiel. Die Tänzerinnen meisterten weitere Level, wechselten flink von anmutigen und langsamen zu kraftvollen und schnellen Tanzbewegungen. Am Ende ernten sie jubelnden App-laus für ihre Darbietung.
An diesem Rosenmontag hatten Vater und Sohn die Ehre das Spaßturnier der Männer zu moderieren. Ex-Prinz Hans III und sein Sohn Ex-Prinz Marcel I. bestiegen 2002 und 2018 den Karnevalsthron. Die fünfte Jahreszeit liegt ihnen im Blut und so freuten sie sich sehr, dass sie die Gäste des Abends durch das Programm führen durften. Marcel sorgte für ordentlich Stimmung, als er nacheinander die einzelnen Männerballett-Gruppen samt Verein aufrief und dadurch mitangereisten Fanclubs zum Jubeln brachte.
Das närrische Programm startet
Und dann konnte es endlich losgehen. Das Tanzquintett vom Karnevalsclub The Ravens (KCR) die „Knicklichter“ starteten das Turnier mit einer Präsentation von vier Hobbits und einem Ring. In hübsch bestickten Westen umtänzelten sie den golden glitzernden Ring in ihrer Mitte, drehten ihn, wendeten ihn und warfen ihn hoch in die Luft. Zu Gute-Laune-Songs wie ‚Herzbeben‘ und ein ‚Hoch auf uns‘ bildeten sie eine wunderbare Einheit und begeisterten nicht nur die Fans des Karnevalsclub The Ravens sondern den ganzen Saal. „Vier Mann und eine Goldkugel“ kommentierten die Moderatoren die Vorstellung und entließen die Fünf mit einem „Dreifach Steinbach Helau“ von der Bühne.
Die nächste Gruppe hatte mit ihren Outfits sofort alle Blicker sicher. In pinken Latzhosen, geschmückt mit bunten Lichterketten liefen die „Zündkerzen“ des Vereins Eschborner Käwwern durch den Mittelgang auf die Bühne. Mit ihrem Programm „Zündkerzen auf Zeitreise“ führten sie die Feierlustigen im Saal auf eine Zeitreise durch die Musik. Angefangen mit Nenas Song ‚Irgendwie, irgendwo, irgendwann‘ ging es über zu ‚Delfin in meiner Bauchtasche‘, das sie sogar mit einigen Heliumluftballons in Delfinform dekorativ untermalten. Dann tanzten sie voller Energie und guter Laune zu ‚Schluckspecht‘, ‚Helikopter 117‘ und ‚Blau wie der Ozean‘. Bei dem Lied ‚Wackelkontakt‘ hatten sie einen riesigen Lampenschirm dabei und tanzten mit dem Schirm hüpfend über die Bühne. Fliegende Arme und Beine gab es dann noch beim letzten Lied ‚Olivia‘, bevor die Truppe unter lauten Jubelrufen die Bühne verließ und eine große Polonaise durch den Saal startete. Gut gelaunt sammelten sie jede Person, die ihnen auf ihrem Weg begegnete ein und die Schlange bewegte sich fröhlich durch den Raum.
Zwischendurch hielten auch die Moderatoren das Publikum wach, indem sie immer wieder die Fanclubs der einzelnen Vereine auffordern Lärm für ihr Team zu machen. Die Feierlustigen ließen sich nicht lumpen, jede Gruppe wollte die lauteste für ihren Verein sein. Sie jubelten und klatschten und zeigten Unterstützung für ihre Männerballetts.
Die nächsten auf der Bühne waren die Trouble Tiger von der Tanzgarde 2008 (TG08) Steinbach. In schwarzen Formel-1-Anzügen tanzen sie das Autorennen inklusive Rundenzahlen und Reifenwechsel. Laute Pfiffe kamen aus dem Publikum, als sie ihre schwarzen Anzüge zur Hälfte auszogen und darunter weiße Achselshirts zum Vorschein kamen. Der Beat dröhnte, die Zuschauer klatschten, die Stimmung war auf ihrem Höhepunkt.
Oberurseler Tollitäten zu Besuch
Die Moderatoren kündigten die Tollitäten Oberursels an. Prinz Steffen I., der mit dem größten Herzen, marschierte winkend und lachend ein. Auf der Bühne stellte er sich vor und machte auch seinen Hofstaat noch einmal bekannt. Die Karnevalssaison ist fast vorbei, „Wie fand‘ste Orschel?“ fragte Marcel den amtierenden Prinz. „Unbeschreiblich schön“ fasste dieser die Saison zusammen.
Marcel und Hans Walther verabschiedeten die Karnevalstruppen in eine Pause, in der Brezeln erworben und kräftig getanzt werden konnte.
Nach zweimal elf Minuten ging es lustig weiter und die Gäste begrüßten die „Neuehaaner Männer“ von der Turn- und Sportgemeinde (TSG) Neuenhain. Als Piraten verkleidet enterten sie das Bühnenschiff, wo sie eine geheime Schatzkarte fanden. Tänzerisch gestalteten sie Rivalitäten untereinander im Kampf um den Schatz. Argwöhnisch wurde die gegnerische Gruppe umkreist und das Publikum in den Bann des Meeres gezogen. Zu typischen Piratenliedern wie ‚Sieben Tage lang‘ und ‚Pirates of the Caribbean‘ schwangen sie unheilvoll riesige Piratenflaggen und wirbelten ihr Leute durch die Luft. Am Ende beschlossen sie jedoch den Schatz mit den Gegner zu teilen, weil schließlich niemand grummelig sein soll und trinken zusammen sowie so mehr Spaß mache.
Dann kündigte sich auf einmal Prinzessin Monika 78. aus Bad Soden an und schritt anmutig den Mittelgang herab. „Mit meinem Hofstaat ziehe ich umher, Fassenacht feier ich umso mehr“, berichtete sie und stellte sich damit ebenfalls noch einmal vor. „Prinzessin Monika, so bin ich bekannt. Doch Moni, ganz viel lieber genannt.“ Und dann kam die Moderation auf einmal auf die lustige Idee, der Hofstaat der Prinzessin könne doch bei der Zugabe der „Neuehaaner Männer“ mittanzen. Gesagt, getan und so tanzte der Hofstaat gemeinsam mit den Piraten zur Mallorca Version des Wellerman Songs. Da blieb keiner der Zuschauer auf seinem Platz sitzen, alle klatschen ausgelassen mit.
Die nächste Gruppe nannte sich die „Kalbacher Waschbären“ und präsentierte eine Darbietung vom Traumschiff. In Matrosenuniformen tanzten sie zu ‚Eine Seefahrt die ist lustig‘, ‚Wir lagen vor Madagaskar‘ und ‚Er hat ein knallrotes Gummiboot‘. Dann zogen sie die Matrosenuniformen aus und bunte Hawaiihemden an und nahmen alle mit an den Strand zu ‚Vamos a La Playa‘. Da kam sommerliche Stimmung auf, während die Jungs umherwirbelten und sprangen und kräftig die Hüften kreisen ließen.
Vor dem nächsten Akt warnten die Moderatoren Marcus und Hans alle Männer sollten ihre Frauen festhalten, denn die nächste Gruppe nannte sich „The Heartbreakers“ vom Bommersheimer Carnevalsverein. Sie führten in bunt schillernden, hautengen Trainingsanzügen eine Bierobic aus, bei der sie mit Bierkästen ein ordentliches Sportprogramm ablieferten. Kniebeugen, Sprünge und Bauchmuskeltraining aufs Feinste. Die Fankurve der Bommersheimer stach dabei mit Rasseln, Tröten und Konfettikanonen heraus. Vier Ex-Prinzen tanzten bei der Zehn-Köpfigen Fitnessgruppe miterzählte Ex-Prinz Marcus I.
Pippi Langstrumpf und Pumuckl
Und dann neigte der Abend sich auch schon der letzten Tanzgruppe zu. Die „Beichtstuhl Rocker“ von der Katholischen Kirchengemeinde Sulzbach präsentierten Helden der Kindheit. Sentimentale Feierstimmung kam auf, als Biene Maja, Heidi und ihr Geißen-Peter, Pippi Langstrumpf und Pumuckl zu ihren eigenen Liedern auf die Bühne hüpften. Geißen-Peter bauchte Heidis Rock auf, Pippi Langstrumpf schlug Räder und machte Handstand und Pumuckl bespritzte alle von der Bühne aus mit einer Wasserpistole. Das versetzte sicherlich nicht nur einige zurück in eine Kindheit Astrid Lindgrens und Kika. Zum großen Finale setzten sich die Jungs bunte Hüte auf und tanzten als die sieben Zwerge vergnügt von links nach rechts und von hinten nach vorne.
Damit endeten die Vorstellungen der sieben Männertanzgruppen an diesem Abend und die Moderation gab die Sieger bekannt. Weil es so ein spaßiger Abend war, gab es selbstverständlich nur Gewinner. Noch einmal wurden alle Tänzer auf die Bühne gebeten und jede Tanzgruppe erhielt einen Kasten Bier, sowie einen Pokal und Orden für die Trainerinnen.
Tosenden Applaus schenkte das Publikum den Männern. Die Ex-Prinzen Marcel und Hans bedankten sich bei allen fürs Kommen und für den grandiosen Abend.