Steinbach (stw). Bei einem Besuch in Steinbachs alter Dorfmitte erläuterten Bürgermeister Steffen Bonk und Stadtverordnete der CDU dem für uns zuständigen Landtagsabgeordneten (MdL) Sebastian Sommer (CDU) die Ideen und Planungen, die mit dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ in Steinbachs historischer Mitte realisiert werden sollen.
Steinbach wurde 2020 in das Programm aufgenommen, das zu je einem Drittel von Bund, Land und der Stadt finanziert wird. Die Bewilligung der Maßnahmen, die die Stadt im Laufe von zehn Jahren vorschlägt, werden durch die Hessische Landesregierung erteilt.
Bürgermeister Steffen Bonk bedankte sich zunächst für die Unterstützung der CDU-geführten Landesregierung, die ja schon beim Vorläufer-Programm „Soziale Stadt“ sehr zum Wohle der Stadt Steinbach beigetragen hat. Er berichtete, dass geforderte Strukturen zur Beteiligung der Bevölkerung seit einiger Zeit arbeiten und bereits einige private Investitionen zur Entsiegelung von Flächen und Sanierung von Gebäuden bezuschusst werden konnten. Darüber hinaus erläuterte der Bürgermeister zwei Konzepte, die im Auftrag des Magistrats erarbeitet und zwischenzeitlich von der Stadtverordnetenversammlung beraten und beschlossen wurden: Die Machbarkeitsstudie für den sogenannten Kulturhof um die Gebäude Kirchgasse 1 (Backhaus), Kirchgasse 3 und Kirchgasse 7 mit der Öffnung der Blickachse auf die St. Georgskirche. Ein weiteres Papier ist das Gestaltungskonzept für die grundhafte Erneuerung der Plätze und Straßen im Programmgebiet, welches sozusagen die Aufgabenstellung beschreibt und Leitplanken setzt. In konkreter Umsetzung befindet sich derzeit die Sanierung der Hohemarkstraße, hier arbeitet die Verwaltung derzeit an den Vorbereitungen der Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke.
Kulturhof: Heimatmuseum barrierefrei, Bücherei als Treffpunkt
Intensiv diskutiert wurde das Kulturhof-Konzept, das zwei zentrale Bausteine umfasst: Das Gebäude Kirchgasse 7, vom Denkmalschutz als unverzichtbarer Teil des Ensembles bewertet, soll saniert und künftig das Heimatmuseum aufnehmen. Damit würde das Museum aus dem heutigen Standort im Keller des Backhauses herausgelöst und erstmals barrierefrei zugänglich.
Das Gebäude Kirchgasse 3 ist für einen Abriss vorgesehen. An seiner Stelle soll ein Neubau entstehen, der mit dem Backhaus verbunden wird und künftig die Stadtbücherei inte-griert. Damit könnte die gut genutzte Bücherei erweitert werden und sich zu einem Forum für Gespräche, Lesungen, zur Lektüre oder zur Arbeit am Computer entwickeln. Dieses moderne Bibliothekskonzept hat sich in benachbarten Städten und Gemeinden als sehr positiv herausgestellt. „Auch im digitalen Zeitalter brauchen wir Orte, an denen Menschen zusammenkommen, mit Büchern, modernen Medien und im Austausch miteinander“, erläuterte Tanja Dechant-Möller, Mitglied des Ausschusses „Soziale Stadt / Lebendige Zentren“.
Nächste Station des Rundganges war dann die Straße Bornhohl, wo ein Fußweg zur Straße Am Alten See und damit eine Fußwegeverbindung aus dem Steinbacher Norden direkt in das alte Dorfzentrum geplant ist. Bürgermeister Steffen Bonk erklärte die bereits getätigten Grundstücksverkäufe und zeigte sich zuversichtlich, dass auch für das noch fehlende Grundstück eine Lösung gefunden werden kann.
„Große Chance für Steinbach“
MdL Sebastian Sommer bedankte sich für die ausführlichen Informationen und zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich zur Wiederbelebung der alten Dorfmitte ergäben.
„Es wäre toll, wenn die Sankt Georgskirche, die ja wohl aus dem 13. Jahrhundert stammt, wieder das Stadtbild bestimmen würde. Und mit Heimatmuseum und Büchereitreff wären dazu passende Nutzungen in der Umgebung entstanden.“ Er versprach, sich für die Unterstützung der CDU-Landtagsfraktion einzusetzen, die ja jedes Jahr im Haushalt die nötigen Gelder für das Programm einstellen müsse.
CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Breitsprecher betonte abschließend: „Auch die neue CDU-Fraktion in Steinbach wird sich nach dem 15. März weiter intensiv mit diesem Projekt beschäftigen.
Für eine finanzschwache Kommune wie Steinbach ist das Programm die große Chance, mit einen verhältnismäßig geringen Eigeneinsatz das alte Stadtzentrum wiederzubeleben und damit dauerhaft zukunftsfest zu machen.“
