Steinbach (stw). Der „Laufbus“ ist in Steinbach inzwischen ein geläufiger Begriff. Damit ist keinesfalls ein motorisiertes Ungetüm gemeint, sondern Kinder, die gemeinsam morgens zur Schule laufen.
Was vor einigen Jahrzehnten der normale Alltag jedes Schulkindes war, ist heute an vielen Schulen in Deutschland vom Autochaos vor den Schulen abgelöst worden. Die sogenannten „Elterntaxis“ verursachen nicht nur ein großes Ärgernis bei Anwohnern und anderen Verkehrsteilnehmern, sie stellen auch ein riesiges Gefahrenpotenzial für alle Kinder dar, die sicher zur Schule wollen. Den Kindern, die gefahren werden, wird zudem die Möglichkeit genommen, den Schulweg zu erleben, Selbstständigkeit zu lernen und sich vor einem langen Schultag schon einmal an der frischen Luft zu bewegen.
Das Zur-Schule-Laufen wieder attraktiver zu machen, ist das Ziel des „Laufbus“-Konzeptes. Die Idee: Die Kinder einer Wohngegend treffen sich – zunächst in Begleitung eines Elternteils –, um gemeinsam zur Schule zu laufen. So können die Kinder den Schulweg gemeinsam kennenlernen und lernen, wie man sich richtig im Straßenverkehr verhält. Durch die „Arbeitsteilung“ der Eltern beim Begleiten des Schulweges werden diese zudem im Alltag entlastet. Wie groß die Freude der Kinder, wenn sie dann alleine laufen dürfen – und was für ein großer Schritt beim Selbstständigwerden.
Um dieses Konzept bekannter zu machen und immer mehr Kinder und Eltern für das Zur-Schule-Laufen zu begeistern, hat sich eine Interessengruppe zum Thema „Laufbus“ formiert. Mit an Bord sind der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club, ADFC, die Soziale Stadt und die IG Familie, der Schulelternbeirat der Geschwister-Scholl-Schule und engagierte Eltern. Vor allem der von Ursula Kitzinger, IG Familien, und Bengt Köslich, ADFC, genähte Stofflaufbus hat schon auf verschiedenen Veranstaltungen für Aufsehen gesorgt und immer wieder Anlass für Gespräche gegeben. Auf verschiedenen Informationsveranstaltungen wurde über das Konzept informiert.
Nun sollen weitere Ideen konkretisiert und umgesetzt werden – so beispielsweise die Idee von Laufbushaltestellen als möglichem Treffpunkt für die Kinder und verschiedene Aktionen. Hierfür werden dringend weitere Eltern gesucht – ob einfach nur zum Ideenaustausch, aktive Mitarbeit oder auch Unterstützung bei einzelnen Aktionen. Das nächste Treffen findet am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr im Stadtteilbüro der Sozialen Stadt in der Wiesenstraße 6 statt. Interessierte dürfen sich gerne an Bärbel Andresen, Stadtteilbüro Soziale Stadt, unter Telefon 06171-2078440 oder per E-Mail an baerbel.andresen[at]caritas-taunus[dot]de wenden.
