Steinbach(stw). Noch im Februar kam die neu gegründete Fairtrade-Steuerungsgruppe erstmalig im Sitzungszimmer des Steinbacher Rathauses zusammen. Steinbach macht sich auf den Weg zur Fairtrade-Kommune.
Die Steuerungsgruppe koordiniert die Aktivitäten am Ort. Die Gruppe setzt sich aus Vertretern der Bereiche Politik (Simone Horn), Zivilgesellschaft (Christof Reusch) und Wirtschaft (Andreas Bunk) sowie der Verwaltung (Alexander Winkel) zusammen. Ziel ist es, die Kriterien einer sogenannten „Fairtrade-Town“ zu erfüllen. So sollen in den lokalen Einzelhandelsgeschäften gesiegelte Produkte aus fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants verkauft oder ausgeschenkt werden. In einer Kommune mit weniger als 20 000 Einwohnern wie Steinbach liegt die Voraussetzung zur Erfüllung der Kriterien bei vier Einzelhandelsgeschäften und zwei Gastronomiebetrieben, in denen Fairtrade-Produkte angeboten werden müssen. Zudem sollten sich mindestens eine Schule, eine Kirchen- oder Glaubensgemeinde sowie ein Verein an dem Projekt beteiligen, indem sie Informations- und Bildungsaktivitäten zu fairem Handel umsetzen und ebenfalls Produkte aus fairem Handel anbieten. Das Ganze wird von entsprechender Pressearbeit der Verwaltung begleitet. Beim ersten Treffen konnte ein ebenso konstruktiver wie angenehmer erster Gedankenaustausch verzeichnet werden, bei dem Aufgaben und Ziele besprochen wurden.
Bessere Lebensbedingungen
Dabei profitierten die Mitglieder unter anderem von der Erfahrung des Pastoralreferenten Reusch, der im Rahmen seiner kirchlichen Arbeit bereits in Oberursel mit dem Thema betraut war. Das Steinbacher Rathaus geht in puncto Fairtrade mit gutem Beispiel voran. Im Büro des Bürgermeisters sowie in der gesamten Verwaltung wird fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Auch weitere Produkte, wie „fairer“ Zucker, gehören in der Gartenstraße 20 mittlerweile zum Standard. Die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung wissen dies anscheindend sehr zu schätzen.
Nachhaltiges Konsumverhalten
Das nachhaltige Konsum- und Einkaufsverhalten über Fairtrade bietet allen Akteuren einer Gemeinde eine konkrete Möglichkeit, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeitern weltweit zu verbessern sowie ökologische Produktionsverfahren zu fördern.
Die „Fairtrade-Towns-Kampagne“ ermöglicht Städten und Gemeinden sowie ihren Betrieben und Institutionen, einen Nachhaltigkeitsprozess zu starten und durch die Auszeichnung ihr Engagement öffentlich zu kommunizieren. Die jährlich wachsenden Umsatzzahlen von Fairtrade-Produkten zeigen, dass Konsumenten zunehmend auf fair produzierte Waren zurückgreifen, um etwas für bessere Arbeitsbedingungen zu tun, zumal die fairen Produkte mittlerweile sehr vielfältig sowie hochwertig sind und das Angebot ständig ausgebaut wird.
