Sulzbach (mas) – Ein Meer von bunten und hell leuchtenden Laternen ist am Sonntag von Kindern mit ihren Eltern durch Sulzbach getragen worden. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt: So trugen die Teilnehmer des St. Martinfests nicht nur klassische, aus Transparentpapier gebastelte Rechtecke mit sich, sondern auch Laternen in Form eines Pokéballs, eines Feuerwehrfahrzeugs oder eines runden Einhorns. Aber auch die verwendeten Materialien zeugten von großem Spaß am Basteln. Selbst aus einer Plastikflasche des Joghurtgetränks „Actimel“ wurde eine kleine Laterne gebastelt.
Wie Monika Moser vom Kulturamt berichtete, nahmen alleine etwa 400 Kinder am St. Martinsfest teil. Daraus ergebe sich eine Gesamtteilnehmeranzahl von bis zu 800 Menschen. Gefeiert wurde Martin von Tours, ein römischer Soldat, der im vierten Jahrhundert nach Christus vor den Toren von Amiens auf einen Bettler stieß. Martin nahm sein Schwert und schnitt seinen Mantel in der Mitte durch. Einen Teil gab er dem Bettler. In der folgenden Nacht erschien ihm in seinem Traum Jesus Christus, bekleidet mit dem Mantel, den Martin dem Bettler überreichte.
Die Teilnehmer am Martinsfest trafen sich zunächst am Platz an der Linde. Dort fand ein Martinsspiel mit Bettler, Reiter und einem Pferd statt. Im Anschluss zogen die Teilnehmer vom Platz an der Linde zur katholischen Kirche. Auf deren Vorplatz kümmerte sich die Freiwillige Feuerwehr um ein Martinsfeuer, um das sich die Gäste versammelten. Vor dem Kircheingang wurde etwas zum Essen und Trinken angeboten, etwa Schmalzbrot, Currywurst, Kinderpunsch oder heißer Apfelwein. Veranstalter war die Gemeinde Maria-Rosenkranzkönigin Sulzbach (Taunus), die Teil der Pfarrei Heilig Geist am Taunus ist.
Zwar wird St. Martin üblicherweise am 11. November gefeiert, der Termin wird jedoch auf den nächstgelegenen Sonntag verschoben. Auch in diesem Jahr erwies sich dieser Vorgang wieder als Erfolg, berichtete Monika Moser. So konnten die Eltern in der Vergangenheit, wenn das Martinsfest unter der Woche stattfand, vorwiegend wegen der Arbeit nur ermüdet, gestresst und nicht vollzählig ihr Kind begleiten. Die Verlegung auf einen Sonntag bildet seitdem einen klaren Kontrast: Auch in diesem Jahr sind viele Familien in einer entspannten Atmosphäre zusammengekommen und haben gemeinsam die Woche ausklingen lassen, während die Kinder mit beiden Elternteilen oder sogar den Großeltern ihre Laternen mit Stolz vor sich hergetragen haben.

