Bad Homburg (hw). Seit sechs Jahren unterstützen Babylotsen an den Hochtaunus-Kliniken junge Eltern in der Zeit vor und nach der Geburt ihres Kindes. Mit Herz und großem Engagement: Dafür wurden die Hochtaunus-Kliniken Bad Homburg sowie der Kinderschutzbund Hochtaunus als Projektträger und natürlich die beiden Babylotsinnen Cornelia Sonnemann und Emila Wolf mit dem Qualitätssiegel des Qualitätsverbunds Babylotse ausgezeichnet.
„Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges Ereignis. Sie ist zugleich mit vielen Veränderungen und Herausforderungen verbunden“, sagt Dr. med. Kanya Götsch, Oberärztin der Geburtshilfe und Ansprechpartnerin für das Babylotsenprogramm an den Kliniken. „Viele Familien benötigen in dieser sensiblen Lebensphase zusätzliche Unterstützung, um gut in den Alltag zu starten“, ergänzt sie. Die Statistik belegt dies eindrucksvoll: Bei 1.136 Geburten im Jahr 2025 an den Hochtaunus-Kliniken hatten 558 Frauen Beratungsbedarf. 500 Frauen davon konnten die Babylotsinnen tatsächlich beraten und unterstützen, das entspricht einer Zahl von 44 Prozent.
Das Programm „Babylotse“ läuft an den Hochtaunus-Kliniken Bad Homburg mit den beiden Babylotsinnen Emila Wolf und Cornelia Sonnemann, die sich die Stelle teilen. Die beiden sind ausgebildete Sozialarbeiterinnen und beim Kinderschutzbund Hochtaunus angestellt, der Träger des Programms „Babylotse“ ist. Grundlage des Projekts ist ein Kooperationsvertrag zwischen den Kliniken und Kinderschutzbund. Auftraggeber für das Programm „Babylotse“ sind die Frühen Hilfen Bad Homburg und der Hochtaunuskreis.
Die beiden Babylotsinnen haben seit Februar 2020 ein eigenes Büro auf der Entbindungsstation der Hochtaunus-Kliniken. Sie arbeiten eng vernetzt mit dem Kinderschutzbund Kreisverband Hochtaunus sowie mit den Netzwerkpartnern der Frühen Hilfen zusammen. Die Babylotsinnen beraten alle Familien, die aufgrund unterschiedlicher Belastungsfaktoren einen Unterstützungsbedarf haben. Junge Eltern können aus ganz unterschiedlichen Gründen in Belastungssituationen stehen. Typische Faktoren sind wirtschaftliche Not und Arbeitslosigkeit, fehlende Integration, schwindende familiäre Strukturen und Trennung oder Krankheit der Eltern. „Nicht alle Familien verfügen über ausreichend eigene Ressourcen, diese Belastungen abzufedern, so dass es zu Überlastungen und im schlimmsten Fall zu Kindeswohlgefährdungen kommen kann“, schildern die Babylotsinnen.
Sie nehmen sich Zeit für ein persönliches Gespräch mit den Familien, um den konkreten Bedarf zu erkennen und Unterstützung durch „frühe Hilfen“ und andere Unterstützungsinstitutionen zu ermöglichen. Das Angebot steht allen Eltern in der Schwangerschaft, rund um die Geburt und in der ersten Zeit mit Baby kostenlos zur Verfügung. Die Babylotsinnen informieren über Angebote und Kontakte in der Region vor und nach der Geburt, unterstützen bei Anträgen und behördlichen Angelegenheiten, helfen bei der Frage „Was braucht mein Kind?“ weiter und stehen den jungen Eltern in schwierigen Lebenssituationen beratend zur Seite.
„Mit dem Angebot ‚Babylotsen‘ können wir Familien frühzeitig die Unterstützung bieten, die sie brauchen, und leisten damit einen wichtigen Beitrag für das Wohl von Kindern. Das Qualitätssiegel würdigt unser Engagement und unterstreicht den langfristigen Nutzen des Programms“, betont Professor Dr.med. Denschlag, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe an den Hochtaunus-Kliniken.
„Wir haben seit Beginn 2020 diese Qualitätsstandards gemäß den Richtlinien des Qualitätsverbunds Babylotse fortwährend verankert, entwickeln diese stetig weiter und arbeiten selbstverständlich tagtäglich auch nach diesen. Ende 2025 haben wir das Qualitätssiegel beantragt, die Begehung durch eine Qualitätslotsin des Qualitätsverbundes Babylotse zwecks Überprüfung erfolgte im ersten Quartal dieses Jahres, wir haben bestanden und das Siegel erhalten. Das ist ein Meilenstein für unseren Bad Homburger Standort, denn natürlich steht bei uns nicht nur Babylotse drauf, es ist auch Babylotse drin“, freuen sich Cornelia Sonnemann und Emila Wolf über die Auszeichnung.
