Bad Homburg (hw). „Das ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, freute sich Charlotte Stöckl, Schulpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion über die Beschlussvorlage zum Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages zwischen dem Hochtaunuskreis und der Stadt Bad Homburg über den Neubau einer Kindertagesstätte mit Schulbetreuungszentrum im Stadtteil Ober-Eschbach. Das sahen auch alle Mitglieder im Haupt- und Finanz- und Digitalisierungsausschuss (HFD) des Kreistags so und gaben ihre Zustimmung. Sollte auch der Kreistag zustimmen, sei der Vertrag wohl in trockenen Tüchern, so Stöckl. Denn die Zustimmung der Bad Homburger Stadtverordnetenversammlung sollte Formsache sein, nachdem eine ähnlich lautende Vorlage einstimmig die städtischen Ausschüsse passiert hat.
Bekanntlich haben Schüler, die zum Schuljahr 2026/27 eingeschult werden, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. „Hier leistet der Hochtaunuskreis hervorragende Arbeit. Nahezu alle Schulen sind dem Pakt für den Ganztag beigetreten. Und der Hochtaunuskreis ermöglicht eine Ganztagsbetreuung nicht nur – wie gesetzlich vorgeschrieben – allen Erstklässlern, sondern allen Schülern der Grundschulen bis zur vierten Klasse. Eine der wenigen Schulen, in der das nicht der Fall ist, ist die Grundschule im Eschbachtal in Ober-Eschbach. „Die Schule kann aufgrund ihrer baulichen Voraussetzungen kein Mittagessen für alle Mädchen und Jungen anbieten“, berichtet Stöckl. Daher können vorerst nur die Erstklässler ganztags betreut werden. „Damit erfüllt der Hochtaunuskreis zwar die gesetzlichen Vorgaben, aber die weitere Umsetzung des Pakts für den Ganztag wird schwierig.“
Ähnlich sei die Situation in der benachbarten Kindertagesstätte. Auch diese erfülle mit seinem Raumangebot nicht mehr die modernen Anforderungen. „Beide, Stadt und Kreis, müssen bauen, was liegt also näher, als sich zusammenzutun und Synergieeffekte zu heben. Geringere Planungskosten, eine gemeinsame Kücheninfrastruktur und der Rechtsanspruch auf Betreuung wird erfüllt“, listet Stöckl die Vorteile auf. Das alles sei aber nur durch ein gemeinsames Bauvorhaben umsetzbar. Ein späteres, separates Bauvorhaben des Hochtaunuskreises würde zu Verzögerungen führen und rechtliche Risiken infolge der Nichterfüllung der Betreuungspflicht nach sich ziehen. „Aber natürlich profitieren auch die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil von dem Bau. Der Wohnort wird für Familien attraktiver, der Bedarf an Betreuung vom Kindergartenalter an wird gedeckt „und das alles wesentlich günstiger als wenn Stadt und Kreis ihre Bauvorhaben getrennt umsetzen“.
Es werde in der Politik immer wieder interkommunale Zusammenarbeit gefordert. Hier setzen der Hochtaunuskreis und die Stadt Bad Homburg diese zum Wohl der Bürger um.