Neujahrsempfang 2026 Blick auf eine lebendige Stadtgesellschaft

Bürgermeister Dr. Frank Blasch mit Ehefrau Wibke und Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt (v.l.) begrüßten die Gäste zum Neujahrsempfang 2026 im H+ Hotel.Fotos: Scholl

Bad Soden (Sc) – Winterliches Wetter und Schneegestöber begleitete den diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Bad Soden, zu dem traditionell auch alle Neubürger des Jahres 2025 eingeladen waren.

Sie erwartete ein herzliches Willkommen im H+ Hotel, bei dem sich auch die Vereine und Institutionen präsentierten, um auf ihr vielfältiges kulturelles und gesellschaftliches Engagement aufmerksam zu machen und um (hoffentlich zahlreiche) neue Mitglieder zu werben. Insgesamt 1.343 Neubürgerinnen und Neubürger waren in diesem Jahr eingeladen worden – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mit 975 Einladungen.

Direkt am Fuße der Treppe empfing Bürgermeister Dr. Frank Blasch, gemeinsam mit Ehefrau Wibke und Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt die Gäste und lud zu einem Begrüßungsgetränk ein. An zahlreichen Informationsständen präsentierten die jeweiligen Vertreterinnen und Vertreter im großen Saal ihre Vereine und Institutionen und informierten über Inhalte und Themen. Die große Vielfalt an kulturellen, sportlichen oder auch geschichtlichen Themen war groß und auch zahlreiche überörtliche Institutionen, wie z.B. das Deutsche Rote Kreuz oder die Notfallseelsorge des MTK, hatten den Weg nach Bad Soden nicht gescheut, um ihre Themen zu präsentieren und auf ihre Inhalte aufmerksam zu machen. Es gab viele Informationen über Themen, die die Stadt – und damit auch die Menschen – direkt betreffen und das breite Spektrum an ehrenamtlichem Engagement war schon bemerkenswert. Damit verbunden war nicht „nur“ die Präsentation der Vereine und Institutionen, sondern auch die Aufforderung, sich bürgerschaftlich zu engagieren und so einen eigenen Beitrag zu einer funktionierenden Stadtgesellschaft zu leisten.

Neujahrsempfang

Die Begrüßung übernahm, so will es die Tradition, Stadtverordnetenvorsteher Helmut Witt. Auch in diesem Jahr konnte er zahlreiche „prominente“ Gäste zum Neujahrsempfang begrüßen – unter ihnen den Hessischen Minister der Justiz und für den Rechtsstaat, Christian Heinz, Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligard, die ehemalige Bundesministerin des Innern und für Heimat, Nancy Faeser, den Schuldezernenten des Main-Taunus-Kreises, Axel Fink, die Kreistagsvorsitzende Susanne Fritsch und den Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax. Die Vertreter der Partnerstädte Rueil-Malmaison und Kitzbuehel ließen sich in diesem Jahr – wetterbedingt – entschuldigen.

Musikalisch umrahmt wurde der Jahresempfang vom Main-Taunus-Kammerchor unter der Leitung von Julian Mörth. Der Chor begeisterte die Anwesenden mit den Stücken „Carol oft the Bells“ (M. Leontovich/P. Wilhousky) und „Nelly Bly“ (S. Foster).

Neujahrsansprache

Bürgermeister Dr. Frank Blasch hielt im Anschluss seine traditionelle Neujahrsrede, in der er auf das vergangene Jahr 2025 zurückblickte und einen Ausblick auf das kommende Jahr gab.

Selten, so Dr. Frank Blasch zu Beginn seiner Ansprache, habe er ein solches Unsicherheitsgefühl in sich getragen wie in diesem Jahr. Der Blick auf die internationale Ordnung trage aktuell ein großes Fragezeichen in sich und dies mache betroffen, so der Bürgermeister. Beispiele gebe es da viele: noch immer kein Frieden in der Ukraine, eine unsichere Gesamtsituation im Nahen Osten und der Blick über den Atlantik zu einem Wertepartner, der das „Recht des Stärkeren“ in den eigenen Fokus stelle. Europa, so ist sich Dr. Blasch sicher, müsse sich verstärkt um sich selbst und seine Interessen kümmern, was der Gesellschaft u.U. noch viel abverlangen werde. Deutschland, so ist er sich sicher, brauche eine neue Politik – zarte Ansätze seien erkennbar, aber ist dies ausreichend? Das Land brauche Reformen – nicht zuletzt bei den Finanzen, denn die kommunalen Finanzen gerieten immer mehr unter Druck und die strukturellen Probleme seien weiterhin ungelöst.

Kommunale Finanzen

Auch wenn es der Stadt Bad Soden aktuell „gar nicht so schlecht“ gehe, sei der Blick auf andere Kommunen wahrhaft erschütternd. Die Kommunen blicken auf Rekorddefizite und auch die Zahlungen aus dem Sondervermögen des Bundes könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Reformen angestoßen werden müssen. Die finanzielle Lage der Kommunen sei überall schwierig – Bad Soden könne seine Defizite noch aus Rücklagen ausgleichen, diese seien jedoch endlich. Problematisch seien die steigenden Sozialleistungen, die der Bund zu großen Teilen an die Landkreise „weiterreiche“. Da die Landkreise selbst jedoch gar kein Geld besitzen, sondern durch die Städte und Gemeinden finanziert werden, steigen die Umlagen, was zu höheren Belastungen und Defiziten in den kommunalen Haushalten führe. „Die Kommunen übernehmen ca. ¼ der Aufgaben, erhalten aber nur ca. 1/7 der Steuereinnahmen“, so Dr. Blasch. Die kommunalen Finanzen werden in den nächsten Jahren weiterhin ein Thema bleiben, sofern keine nachhaltigen Reformen erfolgen. Für das Jahr 2026 sei der städtische Haushalt bereits genehmigt, so dass die Finanzierung im laufenden Jahr gesichert sei.

Stadtentwicklung

Der Bürgermeister blickte in seiner Neujahrsansprache auch auf die großen Themen des abgelaufenen Jahres zurück, wobei er die Fertigstellung des zentralen Busbahnhofs (ZOB) und das Richtfest der neuen Feuerwache Bad Soden, deren Inbetriebnahme für das Jahr 2027 geplant ist, besonders hervorhob. Besonders oft werde er auf die doch sehr große Dimensionierung der neuen Feuerwache angesprochen. Ob diese nicht ein wenig überdimensioniert sei, werde er oft gefragt. Vielen sei jedoch nicht klar, dass es sich bei dem Neubau auch um ein Hilfsleistungszentrum handele, dass in die Koordination des Main-Taunus-Kreises eingebunden sei. Hier gehe es nicht „nur“ um Brandschutz, sondern auch um Katastrophen- und Bevölkerungsschutz sowie um die Aufrechterhaltung einer Notinfrastruktur. Aus diesem Grund werden in dem kommunalen Sicherheitszentrum zukünftig auch Gerätschaften und Material zur Erfüllung dieser übergeordneten Zuständigkeit vorhanden sein.

Im Fokus für die kommenden Jahre stehe der Umzug der Stadtverwaltung in das dann sanierte und renovierte „Medico-Palais“ (Burgberginhalatorium). Nach fünfzig Jahren Diskussionen, wo vielleicht ein ausreichend großes Rathaus für Bad Soden stehen könnte, wurde mit dem denkmalgeschützten Gebäude nun endlich eine Lösung gefunden, die eigentlich nur Vorteile hat, so der Bürgermeister. Nicht nur, dass die Stadtverwaltung zukünftig unter einem gemeinsamen Dach anzutreffen ist, sondern die Lösung garantiert auch, dass die historischen Gebäude weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Der Umzug selbst ermöglicht darüber hinaus die Neugestaltung des „Adlerkarrees“ im Herzen der City.

Kommunalwahl

In diesem Rahmen war es Dr. Frank Blasch ein Anliegen, auf die anstehende Kommunalwahl am 15. März aufmerksam zu machen und eine Lanze für die Mitglieder des Stadtparlamentes zu brechen. Die Kommunalwahl sei, so merkte er an, die beste Möglichkeit, das Stadtgeschehen aktiv mitzugestalten.. „Kommunalpolitiker sind Menschen der Stadtgesellschaft, die ehrenamtlich wichtige Entscheidungen für die Stadt treffen“, so Dr. Blasch. Somit gehe diese wichtige Wahl jede und jeden etwas an, was die Stimmabgabe umso wichtiger mache!

Eine wichtige Ankündigung gab es in diesem Rahmen auch: Helmut Witt, seit zwanzig Jahren Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Bad Soden, wird nach den Wahlen „nur“ noch als Parlamentarier aktiv sein und nicht mehr für das Amt des Stadtverordnetenvorstehers zur Verfügung stehen. Somit wird es zukünftig einen neuen „Chef des Stadtparlaments“ in Bad Soden geben – Bürgermeister Dr. Blasch war die ganz persönliche Betroffenheit über diese Entscheidung deutlich anzumerken – für Helmut Witt, der nach dieser Ankündigung kurz die Bühne betrat, gab es einen nicht enden wollenden Beifall der Anwesenden, der sein großes Engagement für die Kommunalpolitik der Stadt Bad Soden anerkannte und würdigte.

Im Anschluss begann der inoffizielle Teil des Jahresempfangs, der Platz und Zeit für Gespräche bot. Für die Besucherinnen und Besucher standen sowohl kalte Getränke, wie auch zahlreiche „Fingerfood“-Varianten zur Auswahl, die den Aufenthalt mehr als angenehm machten. So schlenderten die Gäste durch die Reihen der Vereine und Institutionen und informierten sich über das umfassende Angebot. An der einen oder anderen Stelle wurde gefachsimpelt und es ist zu wünschen, dass viele neue Unterstützerinnen und Unterstützer für die engagierten Vereine gewonnen werden konnten, denn angesichts der angespannten politischen Weltlage kann ein bisschen mehr „Zusammenrücken“ und Gemeinsamkeit durchaus wünschenswert sein!

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