Bad Soden (Sc) – Es war viel los auf dem Gelände der neuen Feuerwache in Bad Soden: Am vergangenen Mittwoch waren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Kameraden der Sodener Wehren nebst Gästen auf dem Neubau-Gelände in der Königsteiner Straße zusammengekommen, um das traditionelle Richtfest für die im Bau befindliche Feuerwache gemeinsam zu feiern. Am 6. Dezember 2023 erfolgte an gleicher Stelle der erste Spatenstich, zehn Monate später dann die Grundsteinlegung, und nun war es Zeit, Richtfest zu feiern.
Normalerweise erfolgt die Aufstellung der „Richtkrone“, wenn der Dachstuhl fertig ist; da die neue Feuerwache jedoch ein Flachdach haben wird, wurde der mit Bändern geschmückte Baum aufgestellt, als das Dach „dicht“ war – eine schöne Tradition, die Raum für eine Zusammenkunft und eine erste Besichtigung der Fahrzeughalle bot. Allerdings wird es noch ca. zwei weitere Jahre dauern, bis die Wache von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden bezogen werden kann.
Sicherheitszentrum
Die neue Feuerwache soll, so Bürgermeister Dr. Frank Blasch in seiner Ansprache, eine Heimat für alle drei Bad Sodener Stadtteilwehren sein. Sie wird über entsprechende Schulungs- und Versammlungsräume verfügen, die von allen Bad Sodener Wehren genutzt werden können. Der Bau eines so umfangreichen Projektes ist, so führte der Bürgermeister aus, ein langwieriges Unterfangen. Es begann mit umfangreichen Planungen, unzähligen Gesprächen, Sitzungen und Abstimmungen – bis schließlich ein Beschluss zum Bau vorlag –, bevor die Aufträge überhaupt vergeben werden konnten. Jetzt, wo der Rohbau sichtbar wird, rücke das Bauvorhaben auch mehr in den Fokus der Bürgerinnen und Bürger und die Frage nach dem Umfang und der Notwendigkeit einer so großen Feuerwache tauche nun häufiger auf, so Dr. Blasch. Der Umfang des Bauvorhabens sei gerechtfertigt, denn die neue Feuerwache sei auch als kommunales Sicherheitszentrum zu sehen, in dem alle notwendigen Mittel zusammengeführt werden, um im Ernstfall die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Dies betreffe den umfangreichen Fuhrpark der Bad Sodener Wehr genauso wie zum Beispiel die Lagerung von Generatoren, durch die im Katastrophenfall die Stromversorgung sichergestellt werden könne. Damit sei der Neubau Teil einer notwendigen Weiterentwicklung der Sicherheitsinfrastruktur in der Stadt und auch im Kreis.
Mut zum Fortschritt
Ebenfalls zum Richtfest anwesend war Christian Heinz, Hessischer Minister der Justiz und für den Rechtsstaat. Der Neubau der Feuerwache sei, so merkte er an, sinnvoll und angesichts des Zustandes der Feuerwache in der Hunsrückstraße auch notwendig. Er lobte den Mut der politischen Gremien in Bad Soden, die weitreichende Entscheidung zum Neubau zum Nutzen der kommenden Generationen getroffen zu haben. Die Stadt fülle hier einen rechtlich vorgegebenen Rahmen, um den Brand- und Katastrophenschutz zu gewährleisten – eine wichtige kommunale Aufgabe, die durch Ehrenamtliche geleistet werde und entsprechend gewürdigt werden müsse.
Signal für die Zukunft
Stadtbrandinspektor Nick-Oliver Kromer blickte in seiner Ansprache auf arbeitsreiche, aber auch erfolgreiche 15 Jahre Planung zurück. Nun gelte es, noch zwei Jahre „durchzuhalten“, bis die neue Feuerwache dann hoffentlich bezugsfertig sein werde. Er zeigte sich überzeugt, dass alle Beteiligten ihr Bestes geben werden, um den Bau schnell und sicher zum Abschluss zu bringen. Kritisch, aber auch konstruktiv sei man bemüht, dieses große Projekt zum Erfolg zu führen.
Die Wache werde, davon ist Kromer überzeugt, ein Ort der Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger werden – die Kameradinnen und Kameraden der Bad Sodener Wehr werden die Sicherheit im Brand- und Katastrophenfall mit großer Gewissenhaftigkeit für die Bevölkerung gewährleisten.
Idealer Kandidat für Richtspruch
Für den Richtspruch war der ideale Kandidat schnell gefunden: Andreas Henning, gelernter Zimmermann, städtischer Mitarbeiter und aktiver Kamerad der Feuerwehr Bad Soden, vereint in einer Person alle drei am Bau beteiligten Gruppen: die ausführenden Handwerksunternehmen, die Stadt als Bauherrin und die Feuerwehrleute, die den Neubau beziehen werden. Vom Baugerüst aus dankte er allen Mitwirkenden und wünschte von hoch oben „dem neuen Hause recht viel Glück“, bevor er das traditionelle Glas Wein auf die Bauherrin und die Handwerksunternehmen erhob und es anschließend zerschellen ließ, um den Neubau zu weihen.
Bemerkenswerter Rohbau
Im Anschluss lud die Stadt, gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, zu einer Besichtigung der Fahrzeughalle mit anschließendem gemütlichen Beisammensein ein. Gemessen an der Tatsache, dass Rohbauten natürlich keinerlei Innenausstattung besitzen, fühlt sich die zukünftige Fahrzeughalle trotzdem riesig an.
Die neue Feuerwache umfasst zukünftig eine Fahrzeughalle mit 20 Stellplätzen, moderne Umkleiden und Werkstätten, ein Kopfgebäude mit Verwaltung und Schulungsräumen sowie einen Technik- und Übungsturm. Ergänzt wird der Komplex durch ein Wohngebäude mit zehn Wohneinheiten für Einsatzkräfte. Flankiert von zahlreichen Gerüstbauten und unzähligen tragenden Säulen konnte man sich beim Besuch der Halle schon ganz gut vorstellen, wie diese in circa zwei Jahren mit zahlreichen Feuerwehrfahrzeugen belegt sein wird. Ein imposanter Bau, der am vergangenen Mittwoch jedoch erstmal als Versammlungsraum für die Gäste mit Grill, Salatbar und Getränkestand genutzt wurde.
Als Nächstes folgt nun der Innenausbau, danach die Anlage des Außengeländes mit Zuwegen und notwendiger Infrastruktur. Wenn alles nach Plan verläuft, kann der Bezug voraussichtlich im Jahr 2027 erfolgen.




