Neuenhain bohrt dicke Bretter

Zur Not auch mit den Fäusten: Benjamin Schmitt entschärft eine SGO-Flanke.

Neuenhain (iba) – „Nach zehn Minuten lagen wir schon hinten, das war natürlich ein dickes Brett. Jetzt haben wir uns wirklich gut reingekämpft. Aber wenn ich mal schaue, was wir für Spieler haben, nur junge Hüpfer, die meisten Anfang 20 – die müssten doch mehr rennen, mehr dribbeln und sich was trauen! Offenbar lähmt der Abstiegskampf aber irgendwie die Beine.“ Neuenhains sportlicher Leiter, Angel Ocon, schnaufte beim Abpfiff erst einmal durch, 2:1 hatte der FV Neuenhain gegen die Zweite der SG Oberliederbach gewonnen, auf dem Zahnfleisch und nach sechs Minuten Nachspielzeit.

Schon früh führten die Gäste, 0:1 durch Kalogiros (10.), ein Nackenschlag in der Anfangsphase. Neuenhain kämpfte und kombinierte sich immer besser in die Partie, schaffte auch mit dem Pausenpfiff den 1:1-Ausgleich durch Weldeyes (45.+1), aber im Abstiegskampf ist eine Punkteteilung zu wenig, die Männer von Trainer Sebastian Schütze brauchen Dreier, das Restprogramm hat es in sich. Die Gäste aus Liederbach wechselten zur Pause dreimal durch, der Spielverlauf änderte sich dadurch jedoch nur unwesentlich. Es war ein Spiel von der Sorte „die einen wollen nicht, die anderen können nicht“, die SGO wäre mit einem Auswärtspunkt wohl zufrieden gewesen (vor dem Spieltag war die Truppe von Juri Pavlenko Elfter), Neuenhain versuchte viel, es klappte wenig. Nickeligkeiten und kleine Fouls, Auswechslungen allenthalben, viele Diskussionen um Einwürfe und Zweikämpfe, ein richtiger Spielfluss wollte nicht so recht aufkommen. Und als alle schon dachten, es bliebe beim Unentschieden, wurde Lukas Hille plötzlich auf Links freigespielt, ein Haken, ein Schuss wie ein Strich, 2:1 (71.), das auch der Endstand. Die SGO rutscht dadurch wieder näher an den Relegationsrang, die Neuenhainer behalten die Tuchfühlung zum rettenden Ufer. Allerdings warten noch ein paar echte Brocken: Am nächsten Sonntag sind die „Schützlinge“ spielfrei, die Germania Schwanheim ist Tabellennachbar (ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel), Sindlingen ist unangenehm zu spielen – und an den letzten beiden Spieltagen geht es gegen die SG Kelkheim (derzeit Tabellenzweiter) und zum FC Eddersheim III (derzeit Tabellendritter). Neun Punkte sind es – Stand jetzt – zum vorerst rettenden Relegationsufer, ein wahrlich dickes Brett. Aber damit haben die Neuenhainer ja eigentlich Erfahrung.

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