Eschborn (MS). Eine der größten Baustellen der Stadt befindet sich zurzeit in der Hauptstraße. Die einstigen Bürogebäude in den Hausnummern 71 bis 87 werden in rund 200 Wohnungen umgewandelt. Der ältere, denkmalgeschützte Komplex in der Mitte wird sein Aussehen dabei weitgehend erhalten. Die beiden moderneren Bürogebäude aus den 70er- und 80er-Jahren dagegen bekommen ein völlig neues Gesicht.
Das Konzept basiert nach Angaben des Architekturbüros „Schmid Plöcker“ auf einer effizienten Umstrukturierung zweier bestehender Bürogebäude, wobei ein Erschließungskonzept mit Laubengängen zum Einsatz kommt. Diese Laubengänge ermöglichten eine optimale Anordnung der Wohnungen, maximierten die Wohnflächen und sollen zur Verbesserung der Belichtung und Belüftung beitragen. „Durch diese Lösung wird der Bauablauf vereinfacht, da die bestehenden Strukturen weitestgehend erhalten bleiben und nur minimal umgebaut werden müssen. So schaffen wir schnell und kostengünstige Wohnflächen“, heißt es in einer Präsentation des Architekturbüros.
Obwohl die neuen Gebäude edel und schick aussehen, ist ein „grundlegendes Anliegen“ des Projekts, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Umnutzung von Bürogebäuden zu Wohnraum biete bei diesem Projekt die Chance, zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen gleichzeitig anzugehen. Die derzeitige Krise auf dem Büromarkt – ausgelöst durch steigenden Leerstand – eröffne die Möglichkeit, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Die bestehenden Büroflächen können in der Hauptstraße an veränderte Bedarfe angepasst werden, da die ursprüngliche Nutzung nicht mehr wettbewerbsfähig ist.
Auch ökologisch soll das Projekt viele Vorteile bieten. „Anstatt bestehende Bauten abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, werden die vorhandenen Strukturen sinnvoll weitergenutzt“, schreibt das Büro „Schmid Plöcker“ Dadurch würden der Einsatz von Baumaterialien sowie die anfallenden Abfallmengen deutlich reduziert, der Energieverbrauch sinke, und gleichzeitig bleibe unversiegelte Fläche erhalten.
Hinzu kommen wirtschaftliche Vorteile: Eine Verkürzung der Bauzeit, eine Einsparung eines Großteils der Rohbaukosten macht das Projekt nicht nur schneller realisierbar, sondern auch kosteneffizienter. „Der Aufwand konzentriert sich auf die Anpassung des Bestands an die neuen Anforderungen, was eine nachhaltige und flexible Entwicklung ermöglicht“, heißt es in der Präsentation.
So wird das Viertel einmal aus der Luft aussehen. Grafik: Schmid Plöcker
Die bläuliche Glasfassade des Gebäudes in der Hauptstraße 87 wird durch luftige Laubengänge ersetzt. Außerdem erhält das Gebäude eine zusätzliche Etage. Foto: Schlosser/Grafik: Schmid Plöcker


