Feuerwehr rettet oft in letzter Sekunde

Von Bernd Ehmler

Friedrichsdorf. Als arbeitsintensiv und vielfältig beschrieb Ulrich Neeb, Stadtbrandinspektor, auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Friedrichsdorf die Tätigkeiten der Feuerwehrleute. So wurden im Jahr 2018 von allen Wehren 369 Einsätze bewältigt, was einen Rückgang von 45 Einsätzen gegenüber 2017 bedeutet.

In diesem Jahr soll ein neuer Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Friedrichsdorfer Wehren ausgearbeitet werden, bei dem die Betrachtung der letzten fünf Jahre eine entscheidende Rolle spielt. „Da haben wir eine durchschnittliche Einsatzzahl von 449 Einsätzen. Das ist für eine rein ehrenamtliche Feuerwehr gewaltig“, sagte Neeb bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Friedrichsdorf im Vitos Waldkrankenhaus in Köppern.

Da statistisch betrachtet es im Jahr 2018 mindestens ein Mal jeden Tag zu einem Alarm kam, sieht sich der Stadtbrandinspektor zu einem täglich geforderten Allround-Dienstleister für den Bürger. Denn das Spektrum der Anforderungen über alle 369 Alarmierungen forderte den Einsatzkräften ihr gesamtes Wissen und Können ab. So wurden insgesamt 40 Menschen zum Teil in buchstäblich letzter Sekunde bei Bränden oder Hilfeleistungen gerettet, 98 Personen trugen Verletzungen davon. Drei Menschen konnten nach gewaltsamer Türöffnung auf Amtshilfeersuchen der Polizei oder des Rettungsdienstes beziehungsweise Suizid auf einer Eisenbahnstrecke nur noch tot geborgen werden. Zu 85 Brandeinsätzen wurden die Wehren gerufen, des Weiteren gab es 155 Hilfsleistungseinsätze, 109 Fehlalarme, elf Brandsicherheitsdienste und neun Einsätze zur Brandschutzerziehung.

183 aktive Mitglieder gab es bei den Friedrichsdorfer Feuerwehren zum 31. Dezember 2018. Die Jugendabteilung zählte 66 und die Minifeuerwehren 43 Mitglieder. In der Alters- und Ehrenabteilung befanden sich 64 Mitglieder. Der Feuewehrverein zählte 1335 Mitglieder.

Digitalfunk wird eingeführt

Zum Thema „Digitalfunk“ wurde berichtet, dass die Basisstation „Friedrichsdorf“ im Betrieb ist. „Messungen des Präsidiums für Technik, Logistik und Versorgung des hessischen Innenministeriums belegen, dass die Funkversorgung sich soweit verbessert hat, dass einer Einführung nichts mehr im Wege steht“, sagte der stellvertretende Standbrandinspektor Jürgen Leyendecker. Die reibungslose Ausbildung und anschließende Inbetriebnahme des Digitalfunks in Friedrichsdorf soll voraussichtlich Anfang Dezember abgeschlossen sein.

Die Teilnahmen an Lehrgängen der Landesfeuerwehrschule in Kassel und an Lehrgängen auf Kreisebene sind stabil geblieben. Die geleisteten Zeiten der Lehrgänge beliefen sich 2018 auf 2556 Stunden.

Bei zahlreichen Aktivitäten im kulturellen und im Veranstaltungsbereich wie zum Beispiel Tage der offenen Tür oder Ortsteilfeste haben sich die Wehren 2018 aktiv in das Leben der Stadt Friedrichsdorf eingebracht.

Die Stadt Friedrichsdorf hat den Wehren für das Jahr 2018 ein Budget von 194 791,86 Euro zur Verfügung gestellt. „Mit diesen Mitteln führen wir die Feuerwehren in der Gesamtheit wie einen Wirtschaftsbetrieb“, sagte Ulrich Neeb. Aus kostenpflichtigen Einsätzen wurden hauptsächlich aus den Autobahneinsätzen 43 607,40 Euro erwirtschaftet. So wird ein Überschuss aus dem Gesamtbudget in Höhe von 23 077,49 den Wehren für dieses Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen.

Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb sieht in den Wehren eine starke Gemeinschaft: „Kurzum, die viele Arbeit hat uns insgesamt allen wieder Freude bereitet.“

Jede Menge Ehrungen wurden ausgesprochen. Anerkennungsprämien für zehn Jahre Mitgliedschaft erhielten Mirco Piatek, Daniel Hinkel, Matthias Glan und Paul Schellhas. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Thomas Ebert ausgezeichnet. Die Floriansmedaille in Bronze erhielt Alicia Wiedelmann. Die Ehrenmedaille in Silber des Nassauischen Feuerwehrverbands erhielten Thomas Müller, Thomas Richter und Sebastian Witschel. Die Auszeichnung in Gold erhielten Marc Halbig und Stephan Mattey. Das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Silber erhielt Robert Tschage. Über das Selbe Abzeichen in Gold freuten sich Daniel Funk, Lutz Löffler, Christian Bruder, Thomas Ebert, Dirk Cloos und Andreas Höhn. Die Sonderstufe des Brandschutzehrenzeichens in Gold erhielt Wolfgang See. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze und Silber des Deutschen Feuerwehrverbands erhielten Andreas Leyendecker, Wolfgang Fuchs, Claas Ludwig und Jens Schlusa.

Zum Ehrenwehrführer der Stadt Friedrichsdorf wurde Claas Ludwig ernannt. Er war 20 Jahre Wehrführer, zuletzt bei der Freiwilligen Feuerwehr Seulberg. Neu im Team sind Marc Halbig, Maik Henkes, Maximilian See und Stephan Laubinger. Sie wurden in ihrem Amt von Bürgermeister Horst Burghardt vereidigt.

Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb (Dritter v.l.l und sein Stellvertreter Jürgen Leyendecker (r.) mit den geehrten Feuwehrleuten. Foto: Ehmler

Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Lars Benndorf (l.) verlieh an Stephan Matthey (Mitte) und Marc Halbig (r.) die Ehrenmedaille in Gold. Foto: Ehmler

Bürgermeister Horst Burghardt (l.) ernannte Claas Ludwig (r.) zum Ehrenwehrführer der Stadt Friedrichsdorf. Foto: Ehmler

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