Interesse an Instrumenten wecken

Schlagzeuglehrer Tobias Schmitt, der seit 2008 an der Musikschule Friedrichsdorf unterrichtet, bringt Maximilian einige Rhythmen am Schlagzeug bei.Foto: bin

Friedrichsdorf (bin). Schon von außen waren verschiedene Klänge von zahlreichen Musikinstrumenten aus der Musikschule Friedrichsdorf zu hören. Nicht jeder Ton saß perfekt, doch genau darum ging es an diesem Tag auch gar nicht. Der Tag der offenen Tür stand ganz im Zeichen des Ausprobierens neuer Instrumente und der Freude am gemeinsamen Musizieren.

„Heute hat jeder die Möglichkeit, ohne Verpflichtung zu uns zu kommen und zahlreiche Musikinstrumente auszuprobieren“, berichtete Musikschulleiter Peer-Martin Sturm, der sich über 75 Anmeldungen freute, „Am Tag der offenen Tür vergeben wir immer zehnminütige Slots, in denen die Interessierten ein Instrument ausprobieren und den anwesenden Lehrkräften Fragen stellen können. Natürlich darf auch jeder mehrere Instrumente testen.“

Doch die große Instrumentenauswahl der Musikschule erschwerte vielen die Entscheidung, so auch bei Maximilian. „Ich habe schon die E-Gitarre und die normale Gitarre ausprobiert, aber am besten gefiel mir der E-Bass und das Schlagzeug“, erzählte der Elfjährige, der direkt schon wieder auf dem Weg zur Klavierprobe war. Mit fünf Jahren habe er schon einmal Schlagzeug gespielt, aber mit sieben Jahren ging dann das Fußballtraining vor. Nun könne er sich vorstellen, wieder anzufangen. „Ich finde die Vielfältigkeit der Töne faszinierend“, berichtete der Junge. „Manchmal klingt das Schlagzeug dumpf, dann wieder hoch oder auch mal scheppernd.“

Begleitet wurde Maximilian von seinem Vater Lars Burkhardt. „Ich finde es toll, dass es diesen Tag zum Ausprobieren gibt. Da seine Schwester Klavier spielt, haben wir dieses Instrument zu Hause stehen – ein Schlagzeug jedoch noch nicht. Am wichtigsten ist aber, dass Maximilian ein Instrument auswählt, das ihm am besten gefällt und er Spaß daran hat, es zu erlernen.“

Im Jahr 2025 wurde die Musikschule vor eine große Herausforderung gestellt. Das Herrenberg-Urteil verpflichtet deutsche Musikschulen, auf Honorarbasis arbeitende Musiklehrkräfte bis zum 1. Januar 2027 sozialversicherungspflichtig anzustellen. Dadurch entstehen für die Musikschulen hohe Mehrkosten. Dies war auch der Anlass für das Konzert „Ohne uns wird’s still“, das die Musikschule Friedrichsdorf im November 2025 im Forum Köppern veranstaltete. Inzwischen gibt es Neuigkeiten zu diesem Beschluss des Bundessozialgerichts. Die Frist wurde um ein Jahr bis zum 1. Januar 2028 verlängert. „Unser Konzert war ein Erfolg und hat die Öffentlichkeit erreicht“, berichtete Musikschulleiter Sturm. „In den vergangenen Monaten haben wir bereits einige Lehrkräfte fest angestellt. Trotz der Fristverlängerung versuchen wir jedoch, die Bedingung möglichst schon bis Ende des Jahres zu erfüllen und fast jedem ein Angebot zur Festanstellung vorzulegen.“



X