Oberemser Kerb verbindet Tradition und Feierlaune

Oberems (mp) – Wenn in Oberems der traditionelle Schlaggesspruch ertönt, ist klar: Die Kerb ist wieder da. Am letzten Augustwochenende wurde drei Tage lang gefeiert. Den Auftakt bildete am Freitagabend eine Besonderheit: Nach zehn Jahren gab es erstmals wieder eine Party, wie ein Mitglied der Kerbegesellschaft berichtete. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Liveband „SPIT“.

Zu Beginn des Abends ging es noch ruhig zu. Viele Gäste schauten der Band zu und wippten nur leicht mit. Je später es wurde, desto mehr Besucher ließen sich von der Musik mitreißen und begannen mitzusingen und zu tanzen. Auch, wenn das Zelt nicht ganz so voll war, wie erhofft, tat das der Stimmung keinen Abbruch. Direkt vor der Bühne standen die Oberemser Kerbeborschen Arm in Arm und sangen lautstark mit. Die Band sorgte dabei mit einer Mischung aus Klassikern und neueren Hits wie „Bella Napoli“ für musikalische Abwechslung. Bis Mitternacht wurde gefeiert.

Weiter ging es dann schon am Samstagmittag. Denn die Kerbeborschen holten den Kerbebaum am Fußballplatz in Oberems ab. Während sie den Baum zum Festzelt brachten, wo sie ihn anschließend aufstellten, hatte sich dort bereits das Dorf versammelt. Am Baum wurde noch schnell der Kerbekranz befestigt, den die Mädchen zuvor gesteckt hatten. Der „Schlagges“ durfte natürlich auch nicht fehlen.

Während sich die Kerbeborschen mit ihren Helfern daran machten, den Baum aufzustellen, kümmerten sich die Mädchen um die Versorgung mit Getränken. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Bratwurst im Brötchen und Pommes standen zum Verkauf.

Über eine Stunde dauerte es, bis der Kerbebaum endlich sicher in der Senkrechten stand. Als es schließlich so weit war, brach großer Jubel aus. Ein weiterer Höhepunkt der Kerb war damit geschafft.

Limbo-Fieber im Tropen-Ambiente

Am Abend wurde es dann bunt: die große Kerbedisco unter dem Motto „Tropical Party“ stand auf dem Programm. Das Zelt war dafür passend dekoriert und mit bunten Luftballons geschmückt. Von der Decke hing ein Tarnnetz, dazwischen schwebte ein Papagei. Auch die Bühne war ein echter Hingucker. Dort stand ein riesiges DJ-Pult mit Neonlichtern, während die Scheinwerfer das Zelt in die passende Partyatmosphäre tauchten. Die Oberemser Kerbegesellschaft hatte sich ebenfalls dem Motto angepasst und trug Hawaiihemden.

Für die Musik sorgte der Kerbeborsch Manos höchstpersönlich. Mit der Zeit füllte sich die Tanzfläche immer mehr. Auch hinter der Theke wurde ausgelassen gefeiert.

Für zusätzliche Unterhaltung sorgten Konfettikanonen, ein Glücksrad und meterhohe Bechertürme, die beim Limbo als Stange dienten. Kulinarisch setzte sich das Angebot des Vorabends fort: Neben Brezeln gab es wieder Spießbratenbrötchen. Die Tropical Party zog dabei nicht nur die Dorfbewohner an. Auch Besucher aus dem Umkreis und andere Kerbegesellschaften waren gekommen, um mitzufeiern. Eine Besucherin erzählte sogar, dass sie extra aus Wiesbaden für die Kerb angereist sei. Nach dem Abschiedslied „Angels“ gab es noch eine kleine Zugabe, aber dann war auch wirklich Schluss.

Denn am nächsten Morgen mussten die Kerbeborschen für den traditionellen Umzug wieder fit sein. Mit lauter Musik zogen sie durch das gesamte Dorf. Für zusätzlichen Spaß sorgte dabei eine Farbbombenschlacht auf dem Anhänger. Bunt gefärbt zogen die Kerbeborschen anschließend ins Zelt ein zum Frühschoppen, der zusammen mit der Oberemser Feuerwehr organisiert wurde.

Auch hier kamen die Besucher auf ihre Kosten: Zur Auswahl standen neben Getränken, Bratwurst und Pommes auch Erbsensuppe.

Am Nachmittag stand zunächst die Tombola-Verlosung auf dem Programm. Anschließend folgte die traditionelle Baumversteigerung, die in Oberems nach besonderen Regeln abläuft. Denn nicht das höchste Gebot entscheidet: Gewonnen hat, wer innerhalb eines Zeitraums von etwa zehn Minuten das letzte Gebot abgibt. Während der Versteigerung liefen die Oberemser durch das Zelt und sammelten Geld ein. Der Erlös wird dem Oberemser Waldkindergarten gespendet.

Damit neigte sich ein ereignisreiches Kerbewochenende dem Ende entgegen. Vor allem aber zeigte die Oberemser Kerb wieder einmal, was sie seit jeher ausmacht: Hier kommt das ganze Dorf zusammen – egal ob Jung oder Alt.

„Gezeichnet“ von der Farbbombenschlacht: Kurzer Stopp der Kerbeborsch und -mädels am Deutschen Haus im Rahmen des Umzugs am Sonntag.

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