Da braucht man gar nicht genau hinschauen, um festzustellen: Vieles ist „kunstvoll anders“. In den Arbeiten, die Marion Stuttfeld-König aus Liederbach noch bis zum 26. Juli in der Galerie Blei & Guba in der 176. Ausstellung dieser Galerie zeigt. Und so gestaltete sich denn die Vernissage, garniert mit Musik der Band „Easy“ und fröhlichen Besuchern wieder zu einem herausragenden Ereignis in der Reihe der Ausstellungen im Foyer und im 1. Stock der Druckerei. Die Wände sind mit Malerei, Montagen und Collagen geschmückt. Und zu ihren Arbeiten sagt Marion Stuttfeld-König selbst: „Ich male nicht, ich zeichne auch nicht; ich ‚gestalte‘ meine Bilder. Ich verbanne meine Fantasie auf Leinwand mit Farben, Stoffen, Reißverschlüssen, Nägeln, Jeans, Fasern und Kitsch aller Art und vergesse dabei Raum und Zeit und lebe meinen Traum ...“
Die Künstlerin lebt in den Liederbacher Ritterwiesen, ist in einem Oktober im Sternzeichen Waage in Düsseldorf geboren und aufgewachsen, bevor sie 1980 nach Frankfurt umsiedelte – mit einem kleinen Umweg über den Schwarzwald – wo sie ihren Mann Andreas im Wintersport kennengelernt hat. Der sich, wie zugibt, zuweilen in ihren Träumen und Fantasien verloren im Hobbyraum arbeitend, vernachlässigt fühlt. Sie kommt aber aus dem Hobbyraum wieder in die Wirklichkeit zurück, wenn ihr der Magen knurrt.
Beruflich ist ihr Leben eher trockenere Materie: Die Rechtsanwaltsfachangestellte, seit 30 Jahren in familienrechtlich orientierten Kanzleien, bestimmt ihr Arbeitsleben. Zu Hause dann der Wechsel, jetzt auch wieder ausgedehnter möglich nachdem die Söhne inzwischen flügge geworden sind.
In jüngeren Jahren hatte sie mit der Malerei oder dem Zeichnen nicht viel im Sinn. Als Kind zog sie eher die sportlichen Aktivitäten vor, spielte Handball und war in einer Sport-Leistungsgruppe der Schule.
Sie erinnert sich noch heute an das Schmunzeln ihrer Lehrerin, als die ihre Tierzeichnungen begutachtete. „Tiere sind nicht als Tiere zu erkennen gewesen, es sei denn, man zählte die Beine. Elefanten glichen eher Monstern aus der Urzeit.“
Heute sehen ihre „Elefanten“ ganz anders aus, nicht mehr grau und furchteinflößend, dafür aber fantasievoll und farbig. Die Besucher der Vernissage quittierten das mit anhaltendem Beifall.
Noch bis zum 26. Juli sind die Arbeiten in der Druckerei (Max-Planck-Straße, Gewerbegebiet Münster) zu sehen – montags bis freitags von 8.30 bis 13 Uhr oder nach Vereinbarung (06195-9810100).




