Kelkheim (iba) – „Tja, bei Annett Louisan muss man sich ranhalten: Beim Anbieter im Internet ist sie schon ausverkauft, es gibt nur noch die Restkarten in den Büchereien.“ Wer Karten für das Rettershof-Konzert der Chanson-Sängerin am Sonntag, 28. Juni, haben möchte, sollte sich so schnell wie möglich auf dem Weg machen, entweder zur „Buchhandlung Tolksdorf“ in der Frankenallee 6 oder zu „Violas Bücherwurm“ in der Bahnstraße 13.
„Das Konzert findet im Innenhof des Rettershofes statt, da ist die Akustik noch etwas besser.“ Kulturreferent Christof Wolf scheint schon jetzt recht zufrieden zu sein mit dem, was Kelkheim für 2026 auf die Beine gestellt hat, Stadtrat Dirk Hofmann nickt zustimmend. Die beiden präsentierten am vergangenen Freitag im Rathaus nicht einfach irgend ein Programm, sondern eines, das sich auch über die Grenzen des Main-Taunus-Kreises hinaus sehen lassen kann.
Vom Kultursommer zur Kultur
„Früher hieß das Kultursommer“, so Wolf weiter. „Gegen Ende des Sommers wurde dann das Herbstprogramm angekündigt; inzwischen ist der „Sommer“ im Programmnamen aber gestrichen worden, das wurde im Laufe der Zeit einfach immer mehr und mehr. Und so haben die Kelkheimer nun alles auf einen Blick, das komplette Programm für das ganze Jahr.“
Den Auftakt in die 2026er-Saison machte am vergangenen Donnerstag offiziell das, was man gut und gerne als ungewöhnlich bezeichnen kann: Wenn die „Muppets“ von Jim Henson im Blauen Bock drei Äppler zu viel getrunken hätten, käme wohl das „Kikeriki Theater“ dabei heraus. In der Stadthalle führte das Mundarttheater das Stück „Siegfrieds Nibelungenentzündung“ (man muss es wirklich zweimal lesen!) auf. Nach der Osterpause geht es am Sonntag, 17. Mai – im Rahmen der „World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026“ – mit dem Stadtfest weiter, unter anderem mit einer Straße der Vielfalt. Zudem dürfen sich die Kelkheimer schon am Samstagabend mit Live-Musik aufwärmen.
Schottische Rocker mit Schottenröcken
Im Juni gastiert erwähnte Annett Louisan im Rettershof, im Juli wird es am selben Ort schottisch-rockig, „SKELPT“ präsentieren feurige schottische Folksmusik. „Die kommen im Zuge des Rheingau Musik Festivals. Das wird zwar nicht von Kelkheim organisiert, aber wir sind froh, dass sich unsere Partner dafür den Rettershof ausgesucht haben“, so Wolf. Im August geht es Schlag auf Schlag: Das Weinfest wird zum inzwischen zweiten Mal stattfinden, ebenfalls im Rettershof; das Jugendsinfonieorchester spielt sein Sommerkonzert in der Stadthalle, mit Gregor Meyle & Band kommt vermutlich das Highlight des Sommers. „Der musste wegen Unwetterwarnung vor zwei Jahren dann auf den letzten Drücker in die Stadthalle umziehen“, so Hofmann. „Viele Kelkheimer hatten sich den noch einmal gewünscht – und dieses Mal unter freiem Himmel.“ Am letzten August-Wochenende gibt es am Freitag die Band „Deine Jungs“, anschließend Silent Disco (Hofmann: „Bei den Kopfhörern, die man da bekommt, kann man die Sender wechseln. Es kann also sein, dass der eine zu „Staying Alive“ tanzt, das Pärchen daneben zu Roland Kaiser!“); am Samstag die „Blackhouse Blues Band“ und anschließend das Open-Air-Kino; am Sonntag „TaunusSoul“ mit „Kunst, Handwerk und Kultur – rund ums Gagernhaus“. Der Eintritt in der Neuen Stadtmitte ist jeweils frei.
Ob nach der „Blackhouse Blues Band“ denn der Film „Blues Brothers“ von John Landis gezeigt werden würde? Das wollten Wolf und Hofmann weder bestätigen noch verneinen.
„Freibad verein(t)“
Auch wenn sich die Schwimmbadsaison im September eigentlich schon dem Ende zuneigt, wird selbiges da vermutlich noch einmal richtig voll werden, unter dem Motto „Freibad verein(t)“ werden dort so viele Kelkheimer Vereine wie nur irgend möglich ihre Stände aufbauen, um ein Sommerfestival mit Spiel, Sport und Spaß zu bieten. „Uns war wichtig, die Vereine bewusst einzubeziehen“, so Hofmann. „Sie können sich an diesem Tag vorstellen, es gibt ein musikalisches Rahmenprogramm, es gibt Leckeres zu essen und zu trinken. Und die Kelkheimer können sehen, was wir so alles zu bieten haben: Ich glaube, die wenigsten wissen, dass wir Wasserballer haben!“ Beim Beachhandball kann man sich genauso verausgaben wir beim Anfeuern der Schwimmer bei den Stadtmeisterschaften.
Jahresausklang
Meike Garden kommt Mitte September dank des Vereins „Stimme für Ruppertshain“ ins Fischbacher Bürgerhaus, sie hatte schon einmal in Kelkheim gastiert, als sie Lieder aus diversen James-Bond-Filmen gesungen hatte.
Bei der Fischbacher Kerb gibt es Ende September vier Tage Dauerspaß, im Oktober lädt das Erntedank- und Handwerksfest am Rettershof, im November überrascht ein Live-Hörspiel: Die Lauscherlounge interpretiert „Das Paket“ von Bestsellerautor Sebastian Fitzek und bekommt dabei Unterstützung von einer Geräuschemacherin, die ausreichend Requisiten dabei haben wird.
Ebenfalls im November bekommen die kleinen Kelkheimer Besuch aus dem Hochtaunuskreis, die Kleine Oper Bad Homburg gibt „Emil und die Detektive“ als Märchenmusical in der Kelkheimer Stadthalle. Und den Jahresabschluss bilden dann die Mainzer Hofsänger mit einem Weihnachtskonzert, ebenfalls in der Stadthalle.
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