Lehrer mit Wirkung: Deutscher Lehrkräftepreis für Roland Struwe

Die Auszeichnung für Roland Struwe ist auch eine für die EDS.

Münster/Berlin (ju) – Große Anerkennung für einen Pädagogen mit Profil: Roland Struwe von der Eichendorffschule in Münster ist mit dem „Deutschen Lehrkräftepreis“ in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ geehrt worden. Nominiert wurde er von ehemaligen Schülerinnen und Schülern – ein Umstand, der die Auszeichnung besonders macht. Vergeben wird der Preis von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband.

Dass aus bundesweit tausenden Vorschlägen sein Name ausgewählt wurde, erfüllt Struwe mit Dankbarkeit – und mit Demut. An der Eichendorffschule ist er seit Jahren eine prägende Kraft. Wie sehr, zeigen die Stimmen seiner ehemaligen Schüler.

„Sein Unterricht ist mehr als nur Unterricht“, heißt es in einer der eingereichten Nominierungen. Andere schreiben: „Jede Stunde ist individuell vorbereitet, er geht auf Stärken und Schwächen gezielt ein.“ Mehrfach wird betont, wie differenziert und persönlich er fördere. Ein ehemaliger Schüler bringt es so auf den Punkt: „Herr Struwe ist für mich nicht nur ein Lehrer, sondern ein Mentor geworden.“

Unternehmergeist als Markenzeichen

Besonders sichtbar wird sein Engagement im Bereich der Schülerfirmen. Seit 2014 begleitet Struwe Jugendliche im Rahmen der JUNIOR-Programme des Institut der deutschen Wirtschaft Köln beim Gründen eigener Unternehmen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Geschäftsideen, organisieren Produktion und Vertrieb, führen Buchhaltung und präsentieren ihre Ergebnisse auf Wettbewerben – eigenverantwortlich, mit Struwe als Berater im Hintergrund.

Die Erfolgsbilanz ist beeindruckend. In einer Bewerbung heißt es: „Mit der Schülerfirma […] konnte er fast zehnmal den Landeswettbewerb in Hessen gewinnen, einmal den Bundeswettbewerb und danach den dritten Platz in Europa.“ Doch wichtiger als Titel und Pokale sei sein Einsatz: „Sein persönlicher Einsatz war unfassbar und habe ich so noch nie bei Lehrkräften erlebt.“

Struwe selbst betont stets, dass die Leistung bei den Jugendlichen liege. Er gebe Impulse, begleite Prozesse, halte sich aber bewusst im Hintergrund. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigen nicht nur die Wettbewerbe, sondern auch die nachhaltigen Erfahrungen der Beteiligten.

Anspruch und Haltung

Struwe unterrichtet Politik und Wirtschaft sowie Geschichte – Fächer, die ihm gerade in bewegten Zeiten besonders am Herzen liegen. Sein Ziel: Junge Menschen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu machen, die fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Politische Bildung und historisches Bewusstsein sind für ihn keine Nebensache, sondern Kernauftrag.

Dabei gilt er als fordernd. Leistungsbereitschaft sei ihm wichtig, sagt er offen. Das Abitur dürfe nicht an Wert verlieren. Gleichzeitig schildern ihn seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler als Lehrer „auf Augenhöhe“. Einer schreibt: „Persönlich habe ich Herrn Struwe zu verdanken, dass ich überhaupt mein Abitur geschafft habe.“

Auch fachlich genießt er hohen Respekt. Er sei „in seinen Fachgebieten eine absolute Koryphäe“, habe Lehrbücher mitgeschrieben und sei ein „Wikipedia-Bearbeiter-Monster“, heißt es augenzwinkernd in einer Einreichung. Seine selbst erstellten Präsentationen würden inzwischen sogar andernorts zur Abiturvorbereitung genutzt.

Engagement über das Klassenzimmer hinaus

Neben dem Unterricht koordiniert Struwe Projekte, begleitet Arbeitsgemeinschaften und engagiert sich in der Schulentwicklung. Mit der Schülerzeitung führt er Jugendliche an Medienarbeit heran und ermöglicht Veröffentlichungen in regionalen Zeitungen. Schule ist für ihn mehr als Stoffvermittlung – sie ist ein Ort, an dem junge Menschen Verantwortung übernehmen und wachsen sollen.

Der Deutsche Lehrkräftepreis rückt nun einen Lehrer ins Rampenlicht, der an der Eichendorffschule längst als feste Größe gilt. Vor allem aber ist die Auszeichnung ein starkes Signal: Wenn ehemalige Schüler ihren Lehrer nominieren, dann steht dahinter mehr als guter Unterricht – dann geht es um nachhaltige Wirkung.

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