Lokale Agenda 21: Lob für Kelkheims grünes Gesicht

Das Sandarium in den Sindlinger Wiesen Foto: Judith Ulbricht

Kelkheim (ju) – Kritik an der Stadtverwaltung zu üben, gehört für die Lokale Agenda 21 Kelkheim durchaus dazu. Umso bemerkenswerter fällt deshalb ein ausdrückliches Lob aus, das die Initiative nun für die Entwicklung des „grünen Gesichts“ der Stadt ausspricht. Seit etwa zwei Jahren sei in Kelkheim zunehmend zu beobachten, dass Grünflächen naturnäher und nachhaltiger gestaltet würden.

Besonders deutlich werde dies an den Sindlinger Wiesen. Dort habe sich unter anderem das sogenannte Sandarium zu einem Treffpunkt für Flora und Fauna entwickelt. Aber auch an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet habe sich das Erscheinungsbild verändert. Die früher üblichen jahreszeitlichen Wechselbepflanzungen mit Stiefmütterchen und anderen einjährigen Blumen seien vielfach verschwunden. Stattdessen würden Verkehrsinseln und kleinere wie größere Grünflächen mit regionalen Steinen, Totholz, alten Baumstämmen und sogar freigelegten Baumwurzeln gestaltet.

Mehr Raum für die Natur

Dazwischen dürfen Wildstauden, Blumen und Gräser wachsen. Auch Pflanzen, die sich durch Flugsamen selbst ausgesät haben, bekommen ihren Platz. Dass die Flächen nicht jederzeit akkurat zurückgeschnitten werden, begrüßt die Lokale Agenda ausdrücklich. Natur sei schließlich „nie aufgeräumt“. Gerade verblühte Gräser könnten auch im Winter ihren Reiz entfalten, wenn sie von Raureif überzogen in der Sonne glitzerten.

Ganz sich selbst überlassen bleiben die Flächen allerdings nicht. Invasive und stark wuchernde Pflanzen würden von den Mitarbeitern des Amts für Spielplätze, Sportplätze und Grünflächen sowie des Betriebshofs entfernt. Damit werde ein Gleichgewicht zwischen naturnaher Gestaltung und notwendiger Pflege geschaffen.

Auch bei den Pflanzkübeln und hängenden Pflanzenkästen sieht die Lokale Agenda eine positive Entwicklung. Statt ausschließlich auf einjährige Blumen zu setzen, würden zunehmend mehrjährige Stauden verwendet. Als Beispiel nennt die Initiative den tiefblauen Ziersalbei. Unterschiedliche Blattstrukturen und Grüntöne sorgten nicht nur für ein abwechslungsreicheres Stadtbild, sondern böten zugleich Insekten Nahrung und damit auch Vögeln einen Lebensraum.

Die Lokale Agenda 21, die die Kelkheimer Stadtentwicklung in den vergangenen Jahren immer wieder mit Vorschlägen und auch kritischen Stellungnahmen begleitet habe, möchte diesmal ausdrücklich Danke sagen: „Zurück zur Natur und weiter so“, lautet das Fazit der Initiative.



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