Fischbach (kez/ju) – Am Freitag, 14. Novembe, um 20 Uhr laden der Förderverein und die evangelischen Kirchengemeinden Kelkheims im Rahmen der Kelkheimer Gespräche zu einem hochaktuellen Vortrag in das Gemeindehaus St. Johannes (Paradiesweg 15) ein. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage unserer Zeit: Haben Diakoniestationen als christlich geprägte Einrichtungen in der Pflege eine Zukunft – oder geraten sie angesichts wachsender Herausforderungen an ihre Grenzen?
Diakoniestationen stehen seit Jahren für ein besonderes Verständnis von Pflege: Für den Anspruch, Menschen mit Zeit, Würde und Nächstenliebe zu begegnen – oft symbolisiert durch die berühmten „extra fünf Minuten“. Doch dieser Anspruch trifft zunehmend auf harte Realitäten. Im Wettbewerb mit privaten Pflegediensten gewinnen wirtschaftlicher Druck und Effizienzforderungen an Gewicht. Sparzwänge, steigende staatliche Anforderungen ohne ausreichende Gegenfinanzierung und Fachkräftemangel erschweren die Arbeit zusätzlich. Trotz Umsätzen im Millionenbereich bleibt am Ende häufig nur eine schwarze Null.
Christoff Jung, Leiter der Regionalen Diakonie Oberhessen, zeigt in seinem Vortrag sowohl die Herausforderungen als auch mögliche Wege in die Zukunft auf. Jung ist seit vielen Jahren eng mit der Entwicklung diakonischer Pflegeeinrichtungen verbunden, unter anderem als Gründungsmitglied und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Diakoniestation Taunus gGmbH sowie als Mitglied der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Hessen.
Die Diakonie gilt seit jeher als sozialer Arm der evangelischen Kirche. Sie begleitet Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen – bei Schulden- und Erziehungsfragen, in der beruflichen Integration, in der Demokratieförderung, bei Angeboten für Alleinerziehende, in der Seniorenarbeit oder durch Lebensmittelausgaben wie den Tafeln. Fast jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens mit einem Angebot der Diakonie in Berührung kommen.
Auch die Diakoniestationen blicken auf eine lange Tradition zurück. Was einst mit einer Diakonieschwester in einzelnen Gemeinden begann, hat sich parallel zu gesellschaftlichen und pflegepolitischen Entwicklungen zu leistungsstarken, modernen und oft regional organisierten Einrichtungen gewandelt – so auch in Kelkheim, wo die Kirchengemeinden Mitträger der Diakoniestation Taunus gGmbH sind.
Heute bieten Diakoniestationen qualifizierte Pflege und Betreuung für ältere, kranke und hilfebedürftige Menschen, in enger Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Therapeuten und weiteren Fachkräften. Ihre Vision ist unverändert: für jeden Menschen da zu sein, der Unterstützung benötigt.
Nach dem Vortrag besteht Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion. Neben Christoff Jung wird auch Annette Lucka-Kolod, Geschäftsführerin der Diakoniestation Taunus gGmbH, für Fragen zur Verfügung stehen.
