Ruppertshain (kez/ju) – Das Volksbildungswerk entführt an diesem Abend in die faszinierende Welt des ewigen Eises. Am Dienstag, 10. März, berichtet Klaus Walter vom Kelkheimer Filmclub von 19.30 bis 21 Uhr in der Schönwiesenhalle (Gruppenraum) in 65779 Ruppertshain von seiner Expedition in die Antarktis.
Einblicke in einen außergewöhnlichen Themenabend
Mit großen, aber auch durchaus bangen Erwartungen begann die Reise in die Antarktis. Ende August führte die Expedition nach einem Zwischenstopp in Buenos Aires mit einem Expeditionsschiff über die Falklandinseln, Südgeorgien und die Südorkneyinseln bis an die Nordspitze des antarktischen Kontinents.
Schon bald zeigte sich die gewaltige Dimension dieser einzigartigen Naturwelt: In einer einzigen Bucht befand sich eine Brutkolonie mit über 300.000 Pinguinen – insgesamt waren es sicherlich weit mehr als eine halbe Million. Der scherzhafte Rat des Expeditionsleiters, einfach die Füße zu zählen und durch zwei zu teilen, half bei dieser Größenordnung kaum weiter. Die schiere Menge der Tiere war überwältigend.
Beobachtet werden konnten Pinguine bei der Aufzucht und Fütterung ihres Nachwuchses – insgesamt acht verschiedene Arten. An den Stränden lagen große Robbenkolonien, darunter Mähnenrobben, Weddellrobben, Antarktische Seebären und gewaltige See-Elefanten. Der vorgeschriebene Mindestabstand von fünf Metern ließ sich dabei nicht immer einhalten.
Auf treibenden Eisschollen ruhten sich Seeleoparden aus. Das Schiff wurde immer wieder von zahlreichen Seevögeln begleitet, darunter Albatrosse, Riesensturmvögel, Skuas, Seidenschnäbel sowie verschiedene Möwen- und Kormoranarten, die teilweise auch beim Brüten an Land beobachtet werden konnten. Mitunter schwammen auch Buckelwale, Delfine und Orcas neben dem Schiff her.
Majestätisch trieben riesige Tafeleisberge vorbei – im Sommer vom Schelfeis abgebrochen. Beeindruckend war die Formen- und Farbenvielfalt der Eisschollen, die von Gletschern ins Meer gestürzt waren. Rund 70 Prozent des Süßwassers der Erde sind im kilometerdicken Eis der Antarktis gebunden. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Passage durch den Lemaire-Kanal, vorbei an mächtigen Gletschern und durch ausgedehnte Treibeisfelder.
Neben der einzigartigen Tier- und Eiswelt bot die Reise auch Einblicke in die historischen Antarktis-Expeditionen von Ernest Shackleton und Otto Nordenskjöld. Informationen über ihre dramatischen Rettungen sowie Besuche der Originalschauplätze verleihen dem Vortrag eine zusätzliche historische Dimension.
Auch die berüchtigte Drake-Passage, eines der rauesten Seegebiete der Welt, wurde durchquert, bevor das Schiff nach 20 Tagen wieder wohlbehalten Ushuaia erreichte.
