Rücksicht auf die heimische Tierwelt – Appell der Jagdgenossenschaft Münster

Mit Drohnen können die Kitze in den Feldern geortet und in Sicherheit gebracht werden. Foto: Kunz

Kelkheim (ju) – Mit dem Beginn der Brut- und Setzzeit im März wendet sich Heinz Kunz, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Münster, an die Bürgerinnen und Bürger mit der Bitte, Rücksicht auf die Tierwelt zu nehmen. Nach Ansicht der Jagdgenossenschaft könnten Lebensräume und Nachwuchs in dieser Zeit besonders empfindlich sein, sodass umsichtiges Verhalten wichtig wäre.

„Es ist zu erwarten, dass es viele Menschen mit und ohne Hund im Frühjahr in die Natur zieht“, so Kunz. Radfahrer und Spaziergänger sollten demnach besonders aufmerksam sein, Hundebesitzer würden gebeten, ihre Tiere anzuleinen und Wiesen, Felder oder Gebüsche zu meiden. Andernfalls könnten Gelege bodenbrütender Vögel wie Feldlerche oder Rebhuhn zerstört werden. Auch Singvögel wie Rotkehlchen oder Heckenbraunelle brächten ihre Jungen häufig bodennah zur Welt, während junge Drosseln und Eulen das Nest möglicherweise verlassen, bevor sie flugfähig seien. Halbwüchsige Hasen würden Schutz in Bodenvertiefungen suchen, und trächtige Tiere könnten in dieser Zeit in ihrer Fluchttätigkeit stark beeinträchtigt sein.

Besonders kritisch sei zudem der Kontakt zu Jungtieren: Wenn Hunde an Rehkitzen oder anderem Wild schnüffelten, könnte dies dazu führen, dass Muttertiere ihre Jungen nicht mehr annähmen. Freilaufende Hunde könnten zudem viele Tiere aufscheuchen oder sogar gefährden. Deshalb solle man auf den Wegen bleiben und Hunde in dieser Zeit anleinen. Für einen freien Auslauf stünden Hundewiesen in Kelkheim zur Verfügung.

Auch Abfälle in der Natur könnten für Wildtiere gefährlich sein. Plastik und andere Hinterlassenschaften könnten sowohl Verletzungen als auch Vergiftungen verursachen – betroffen wären etwa Füchse, Igel oder Kleinsäuger. Daher werde empfohlen, Müll ordnungsgemäß zu entsorgen und wieder mitzunehmen.

Bald beginne der erste Grünlandschnitt. Rehe setzten in dieser Zeit ihre Kitze ab. „Kein Landwirt wolle und werde Rehkitze töten“, so Kunz. Mit Methoden wie dem Absuchen der Flächen mit oder ohne Jagdhund oder dem Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras könne der Nachwuchs geschützt werden, während gleichzeitig die landwirtschaftliche Arbeit fortgeführt werden könne.

Abschließend appelliert Heinz Kunz an alle Naturfreunde: Wildtiere könnten auf jede Störung reagieren, selbst gut trainierte Hunde lösten Fluchtverhalten aus. Wer aufmerksam durch Wald und Feld gehe, könnte feststellen, dass viele Kleintiere, Bodenbrüter oder Fasane seltener geworden seien. Rücksicht, das Anleinen von Hunden, das Einhalten der Wege und das Meiden von Wald und Dämmerung könnten dazu beitragen, die heimische Tierwelt zu schützen und Mensch und Natur in Einklang zu bringen.

Die Jagdgenossenschaft Münster bedankt sich im Namen der Natur und weist darauf hin, dass ein respektvoller Umgang mit Flora und Fauna einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Tierwelt leisten könnte.



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